Die BRICS-Staaten haben den Iran eingeladen, am kommenden Treffen in Indien teilzunehmen. Damit entwickelt sich die eigentlich lose Staatengruppe zunehmend zu einem Bündnis von Schwellenländern, die der US-dominierten Welt kritisch gegenüber stehen.
Von Marco Maier
Was ursprünglich nur eine Hand voll Staaten bezeichnete, die auf dem Weg in die Gemeinschaft der wohlhabenden Industrieländer waren, formt sich inzwischen zu einer Staatengemeinschaft, die zunehmend politisch, wirtschaftlich und finanziell kooperieren. Inzwischen scheinen die fünf Staatsoberhäupter jedoch auch ein Interesse daran zu haben, weitere Schwellenländer an den gemeinsamen Entwicklungen teilhaben zu lassen. Der Iran ist nun der erste Kandidat.
"Wir wurden zu dem Treffen eingeladen, um unsere Ansichten gegenüber den fünf Ländern Indien, Brasilien, Südafrika, China und Russland darzulegen", sagte Ali Akbar Velayati, Chef des iranischen Think-Tanks "Center of Strategic Research". Schon im Oktober äußerte sich der iranische Wirtschaftsminister, Berouz Alishiri, äußerst positiv über die Staatengruppe und zeigte Interesse an einer engeren Kooperation. "Der Iran unterstützt die BRICS-Gruppe und ist bereit für die Mitgliedschaft und Präsenz in der BRICS-Gemeinschaft", so der Minister.
Im Laufe der letzten Jahre haben der Iran und die BRICS-Staaten ihre Beziehungen deutlich ausgebaut. Grund dafür waren einerseits die westlichen Sanktionen gegen die schiitische Theokratie, andererseits auch die zunehmende wirtschaftliche Neuorientierung der BRICS-Länder. Der US-geführte Westen wird zunehmend kritisch beobachtet, so dass man in den Schwellenländern neue Perspektiven der wirtschaftlichen und politischen Zusammenarbeit sucht.
Auf dem fünften BRICS-Gipfel im südafrikanischen Durban kritisierten die Staaten die US-geführten Westmächte für ihr einseitiges Vorgehen gegenüber dem Iran und dessen Pläne für ein friedliches Atomprogramm. "Wir sind besorgt über die Bedrohung durch Militäraktionen sowie einseitige Sanktionen und hoffen, dass alle noch offenen Fragen in Bezug auf das iranische Atomprogramm durch Diskussionen und diplomatische Mittel gelöst werden wird", so die BRICS-Staats- und Regierungschefs in ihrer damaligen Erklärung.
Dem Iran könnten im Laufe der nächsten Jahre noch weitere Länder folgen, die stets im Fokus der westlichen Politik stehen. Immer mehr Schwellenländer erkennen, dass die westliche Politik vorrangig den Interessen der globalen Finanzoligarchie dient, welche lediglich die globale Ausbeutung von Menschen und Ressourcen zugunsten einer kleinen Minderheit zum Ziel hat. Damit könnte ein neues Gegengewicht entstehen, welches im Gegensatz zum westlichen System für einen wirklichen globalen Pluralismus steht, in dem sich die Völker und Kulturen nicht einer einzigen Doktrin zu unterwerfen haben.
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Das wären doch mal positive Aussichten. Ich wünsche gutes Gelingen und empfehle, Kuba gleich mit einzuladen.
Künftig also BRICSI ???
Da gehen ja langsam die Buchstaben aus! :-))
Auch ich wünsche diesen Ländern und auch den künftigen Mitgliedern maximalen Erfolg bei ihren Bemühungen, sich aus den Dollar-Fesseln zu lösen.