Ukraine: Übrig bleibt ein Trümmerhaufen

Der Umsturz in der Ukraine, bei dem infolge der Maidan-Revolution die Oligarchen an der Staatsspitze ein wenig ausgetauscht wurden, zerriss das Land. Heute, nach Monaten des Bürgerkriegs und der politischen Hetze, scheint eine Einigung der Kontrahenten unmöglich geworden zu sein. Hinzu kommt der totale wirtschaftliche und finanzielle Kollaps des Landes.

Von Marco Maier

Lieber heute als morgen wäre die neue politische Führung in Kiew Teil von EU und NATO. Die Verlockungen des Westens, der aus ukrainischer Perspektive golden glänzend erscheinen mag, sind mächtiger als Vernunft und Realitätssinn. Die goldenen Fassaden sind nur Potemkinsche Dörfer, gebaut auf längst schon morschem Gebälk. Doch den neuen Herren in Kiew ist jedes Mittel recht, um das Land vom östlichen Nachbarn zu trennen. Aus der kulturellen Brücke zwischen Ost und West wurde damit ein Trennklotz.

Heute rächen sich auch die Versäumnisse Janukowitschs, der von der neuen Führung weggeputscht wurde. Er und seine "Partei der Regionen" hätten es in der Hand gehabt, die Ukraine gemeinsam mit der Opposition zu einem föderalen Staat umzuformen. Doch wie sein Nachfolger Poroschenko und dessen Premierminister Jazenjuk, war ihm die zentralistische Macht deutlich lieber.

Doch was hat es ihnen gebracht? Die Ukraine steht inzwischen am Rande der Zahlungsunfähigkeit, die Wirtschaft liegt kriegsbedingt völlig am Boden, die Energiekosten schießen dramatisch in die Höhe, selbst die ohnehin schon niedrigen Renten und Sozialleistungen werden noch weiter zusammengestrichen und gleichzeitig nimmt die politische Repression immer weiter zu.

Übrig bleibt ein Trümmerhaufen. Ein zerrüttetes Land, welches ohne fremde Hilfe kaum lebensfähig ist. Ob nun als Gesamtstaat, oder als in zwei Staaten aufgeteiltes Land – die Ukraine wird zu einem Milliardengrab. Vor allem der Westen in Form von EU und USA werden nicht darum herumkommen, ihre neuen Freunde in Kiew mit gewaltigen finanziellen Summen zu stürzen, falls sie keine Konterrevolution riskieren wollen. Auch Noworossija im Südosten wird zumindest für einige Jahre nicht ohne finanzielle Hilfe aus Russland über die Runden kommen.

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Wie in jedem politischen Konflikt leidet die normale Bevölkerung darunter. Die Regierenden und ihre Clique hingegen haben ihre Schäfchen schon längst im Trockenen und brauchen sich keine Sorgen darüber zu machen, wie sie ihre Familien durch den Monat bringen. Die ukrainische Politik als Zynismus in Reinkultur. Immerhin sorgen eingebürgerte Minister mit guten Verbindungen zum US-Außenministerium und zur CIA dafür, dass auch "die Richtigen" von der neuen Politik profitieren. Die ukrainische Bevölkerung als Ganzes ist es mit Sicherheit nicht.

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3 Kommentare

  1. Herzerfrischend ist hierbei die Arbeitsteilung unter westlichen Freunden. Die Goldreserven der Ukraine wurden längst in die USA ausgeflogen, und die Vorkasse für die jetzt folgenden Winter-Gaslieferungen von Gazprom hat, wenn nicht Deutschland, so doch bestimmt Brüssel bezahlt. Gott segne soviel amerikanische Weisheit und europäische Herzensgüte.

  2. Es würde nicht wundern, wenn Putin – wie die Krim – die Ostukraine unter russisches Protektorat stellen würde. Das Gros der dortigen Bevölkerung möchte aller Wahrscheinlichkeit nach sowieso zu Russland gehören. Eine Volkswahl könnte das bestätigen. Die Ukraine muss sich von ihrem Ostteil, mit dem sie sich gänzlich verfeindet hat, trennen. Für diese Entwicklung trägt der Westen massgeblich die Verantwortung.

  3. Vor allem der Westen in Form von EU und USA werden nicht darum herumkommen, ihre neuen Freunde in Kiew mit gewaltigen finanziellen Summen zu stürzen, falls sie keine Konterrevolution riskieren wollen.

    "stürzen" ist gut….

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