Italien: Raus aus dem Euro, zurück zur Lira?

Neben der "Fünf-Sterne-Bewegung" von Beppe Grillo fordert auch die separatistische Lega Nord ein Referendum darüber, ob Italien wieder die Lira einführen soll. Eine solche Abstimmung hätte gute Chancen auf Erfolg, birgt jedoch auch Gefahren in sich.

Von Marco Maier

Italien, welches in einer tiefen Rezession steckt, hat scheinbar genug vom Euro, der für das ganze wirtschaftliche und finanzielle Unglück verantwortlich gemacht wird. Matteo Salvini, Chef der Lega Nord, sagte gestern vor Journalisten, er vermisse die Zeit, in der die Italiener mit der Lira gezahlt hätten und auch die hohe Inflation, die gezeigt habe, "dass die Menschen arbeiteten und konsumierten". Salvini fügte hinzu: "Wir wollen raus aus dem Euro."

Die Protestpartei "Fünf Sterne Bewegung" sieht das ähnlich. Es gehe nicht um die Frage, "ob wir die Eurozone verlassen sollten", erklärte Parteichef Grillo. Sondern es müsse darum gehen, dies "so schnell wie möglich" zu tun. Die Partei will nach eigenen Angaben an diesem Wochenende eine Petition für eine Volksabstimmung über den Euro auf den Weg bringen. Die Währung sei überhaupt nur für "Deutschland und Finanzoligarchien" entwickelt worden, hieß es aus der Protestpartei.

Ökonomisch wäre die Rückkehr zur Lira wohl eine Erleichterung, da die angeschlagene italienische Volkswirtschaft im Zuge einer schrittweisen Abwertung zumindest wieder etwas an internationaler Konkurrenzfähigkeit zurückgewinnen könnte. Doch gegen die ausufernde Bürokratie und die hohe Steuerbelastung kann auch die Lira nichts ausrichten. Viele der Probleme Italiens sind einfach hausgemacht.

Hinzu kommt der Umstand, dass die italienischen Staatsschulden auf Eurobasis laufen. Eine schwache Lira würde die Schuldenlast im Laufe der Zeit geradezu explodieren lassen. Insbesondere für die Tilgung und die Zinsen müssten die Italiener dann einen deutlich größeren Anteil der Staatseinnahmen aufwenden, was eine Steuerreform verunmöglichen würde.

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6 Kommentare

  1. Marco ,

    das geht schon , Inslovenz und Ausbuchen , erledigt ist das Ganze .

    Auslaendisches Vermoegen und Sachwerte beschlagnahmen und fertig .

    1. Genau so macht man das als souveräner Mensch. Wir sind das Volk und wir machen uns unsere “Spielregeln” selbst. So steht es auch im Grundgesetz Art. 146

  2. Höchste Zeit, wenn die Souveränen Staaten, endlich dem EU Terror die Stirn bieten, und aus diesem Gangster Verein austreten .

    Das ganze Nazipack in Berlin und Brüssel gehört vor ein schnell Gericht .

  3. Die Italiener müssten mit Wieder-Einführung der Lira vorher den staatlichen Bankrott deklarieren. Nur so werden sie ihre Schulden los und können evtl. eine neue prosperierende Wirtschaft beginnen.

    Nur, auch die Lira wurde in Italien ständig weiter entwertet, weil Misswirtschaft und mafioses Geld-Abzweigen jede gesunde Wirtschaftsentwicklung verhinderte. Wo private Mafia-Familien Schutzgelder und Gelder aus gut laufenden Betrieben unter Todesandrohung permanent erpressen, so dass jede gesunde Wirtschaftsentwicklung schon im Keim erstickt wird, dort besteht nicht nur ein Währungsproblem, sondern auch ein tief sitzendes Gesellschaftsfiasko, das die Italiener bis heute nicht gelöst haben. Sie werden an letzterem zugrunde gehen, wofür sie dann der Währungsproblematik die Schuld geben. Und die EU-Nomenklatura weiss sehr wohl, der gesamte Süden ist diesbezüglich verloren.

    Absaufen lassen!  Das ist die beste Kur für solche Gesellschaften.

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