Die Fußball-WM in Brasilien ist nicht nur ein Fest für die Fans aus aller Welt, ebenso nicht nur der Grund für Proteste im ganzen Land – sie ist auch ein willkommener Anlass der großen Sportartikelhersteller, sich mit speziellen Kollektionen eine goldene Nase zu verdienen. Doch nun zeigt sich, dass die Fanartikel eine hohe Konzentration an Chemikalien aufweisen.

Von Marco Maier

Sportliche Großereignisse wie die Fußball-Weltmeisterschaft werden gerne dazu genutzt, mit teuren Fanartikeln die Umsätze anzukurbeln. Die Umweltschutzorganisation ließ 33 dieser Produkte auf Schadstoffe testen. Das Ergebnis ist erschreckend: In den Proben aller Marken fanden unabhängige Labore Schadstoffe wie perfluorierte Chemikalien (PFC), Nonylphenolethoxylate (NPE), Phthalate und Dimethylformamid (DMF). Einige dieser Chemikalien stören das Hormonsystem, schädigen die Fruchtbarkeit oder können das Tumorwachstum fördern.

Adidas-Schuhe und Handschuhe schnitten dabei, so Greenpeace, besonders schlecht ab. Der Adidas-Schuh "Predator" enthielt die höchste Menge der besonders gefährlichen PFC-Substanz PFOA (14,5 Mikrogramm pro Quadratmeter). Dies übersteigt den firmeneigenen Grenzwert um das 14-fache. Bedenkt man, dass allein Adidas mit Umsätzen von bis zu 2 Milliarden Euro nur mit den WM-Artikeln rechnet, kann man das Ausmaß der Gefährdung erahnen.

Ganze 17 von 21 überprüften Fußballschuhen enthielten ionische PFC, darunter auch PFOA. Diese Chemikalie ist in den meisten Staaten der Welt noch nicht reguliert, in Norwegen gilt inzwischen jedoch der Grenzwert von 1 Mikrogramm pro Quadratmeter. Der Nike-Schuh "Tiempo" kommt hier mit 5,9 Mikrogramm PFOA pro Quadratmeter an zweiter Stelle. PFOA kann das Immunsystem sowie das Fortpflanzungssystem schädigen und auch zu Erkrankungen der Schilddrüse führen. Zwei von vier Torwarthandschuhen enthielten ebenfalls ionische PFC.

Zwar soll es angeblich keine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit geben, wenn man die Kleidungsstücke direkt am Körper trägt, doch von den Fabriken aus gelangen diese Chemikalien direkt in den Wasserkreislauf der Natur und somit in die Nahrungskette. Ebenso werden diese Stoffe beim waschen ausgespült, wodurch sie in die heimischen Gewässer gelangen, zumal die Kläranlagen diese Chemikalien nicht herausfiltern können.

Insgesamt 20 Hersteller, darunter auch Adidas, Nike und Puma haben sich zwar der "Detox" Kampagne von Greenpeace angeschlossen, welche die Unternehmen zur völlig giftfreien Erzeugung bis 2020 verpflichtet. Doch angesichts dieser jüngst erhobenen Werte an Giftstoffen befürchtet man, dass es sich hierbei lediglich um Lippenbekenntnisse auf dem Papier handelt.

 

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