Hilfe naht. Zwar dreht es sich nicht um eine offene militärische Unterstützung der Kiewer Regierung durch die USA, doch einen gewissen Beistand ist Washington den ukrainischen Machthabern, die sie doch selbst in den Sattel gesetzt hat, schon schuldig. Teile der versprochenen Ausrüstung, so berichtet Andrej Parubij, Sekretär des Rates für Nationale Sicherheit, befänden sich bereits an der Grenze zur Ukraine.

Von Florian Stumfall

Es handelt sich nach den Worten des Herrn Sekretärs um „Schutzhelme, kugelsichere Westen, Nachtsichtgeräte, Medikamente und andere Ausrüstungen von der NATO“. Dieser Nachschub könne in wenigen Tagen von der ukrainischen Armee übernommen werden. Doch dabei lässt es Washington nicht bewenden. Der staatliche Grenzdienst der Ukraine erhält vom US-Kriegsministerium ein zusätzliches Hilfspaket in einem Umfang von sieben Millionen Dollar. Damit soll die Sicherheit an den Grenzen des Landes gewährleistet werden. Bei diesen Sachspenden handelt es sich um Kraftstoff-Pumpen, Stacheldraht, Akkumulatoren, Ersatzteile für Fahrzeuge oder auch Feldstecher. Im großen und ganzen scheint diese Liste derjenigen zu entsprechen, die die Ukraine bereits im März der NATO  übergeben hat, als Bedarfsmeldung, sozusagen.

Damit bleibt die NATO vorerst hinter dem zurück, was die Republikaner im US-Senat vorgeschlagen haben, nämlich der Ukraine 100 Millionen Dollar an Militärhilfe zu gewähren. „Eine sehr große Gruppe republikanischer Senatoren schlägt vor, Militärhilfe in Höhe von 100 Millionen Dollar für die Ukraine gesetzlich festzulegen“, so John McCain, ohne den die USA nur ungern einen Krieg führen. „Die Zeit spielt aber gegen uns, deshalb hoffen wir Barack Obama dazu bewegen zu könne, diese Militärhilfe zu geben.“

Die Standfestigkeit des Präsidenten Obama dürfte für McCain und die Seinigen kein allzu großes Hindernis darstellen. Noch im März hatte der Mann im Weißen Haus verkündet: „Die Ukraine muss über ihr Schicksal selbst entscheiden“, wobei er allerdings die Rolle seines State Department und der CIA bei den ukrainischen Ereignissen übersehen haben dürfte. Anfang Mai war Obamas Abstinenz schon nicht mehr so deutlich gewesen. Er drohte: „Sollte Russland seinen Kurs vor der Präsidentschaftswahl in der Ukraine am 25. Mai jedoch nicht ändern, werden wir zusätzliche Sanktionen verhängen, die unter anderem konkrete Branchen betreffen werden.“

Was aber die Militärhilfe angeht, so ist der Weg von den kugelsicheren Westen zur Infanteriemunition nicht weit. Apropos Westen an der ukrainischen Grenze. Es wäre interessant zu wissen, an welcher Grenze die Geschenke auf ihre Abholung warten, und welchen Weg sie genommen haben.

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