Die Pandemie verschärft die Spaltungen bei den US-Eliten

Am Donnerstag, dem 30. April, marschierten Demonstranten, einige mit Schusswaffen, in das Kapitol des Bundesstaates Michigan. Die Demonstration war nur die letzte einer Reihe von Protesten, die ein Ende des Lockdowns und der sozialen Distanzierung forderten.

Obwohl US-Präsident Donald Trump das Land inmitten der Pandemie täglich informiert und auf soziale Distanzierung drängt, hat er zur Unterstützung dieser Proteste, die im ganzen Land stattfinden, getwittert. Trump hat auch den demokratischen Gouverneur von Michigan für Kritik ausgewählt. Es scheint, dass es in den Vereinigten Staaten eine weit verbreitete Mobilisierung gegen notwendige Gesundheitsmaßnahmen gibt.

Es ist unklar, was die Demonstranten wollen. Einige stimmen mit der Meinung von Glenn Beck und dem Gouverneur von Texas, Dan Patrick, überein, dass das Leben älterer und schutzbedürftiger Menschen geopfert werden sollte, um die amerikanische Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Andere wiederholen Behauptungen, die in den sozialen Medien kursieren, und behaupten, die Pandemie sei ein Scherz, der von Feinden von Donald Trump gemacht wurde. Die Schilder folgen der ideologischen Marke der Tea Party-Proteste 2008-2010, die sich gegen Obamas Gesundheitsplan aussprachen. Zu den Slogans gehört „Soziale Distanzierung ist Kommunismus“, und es gibt Plakate mit Hinweisen auf Hitler, die US-Verfassung, die Freiheit und die Tyrannei.

Inzwischen gibt es auch Mobilisierungen der organisierten politischen Linken. Beispiele hierfür sind: Wohnwagen, die einen Stopp der Mietpreiserhöhungen fordern, Streiks und Organisation unter essentiellen Arbeitnehmern. In der US-Gesellschaft brauen sich Unruhen zusammen, da die Wirtschaft die schlimmste seit Jahrzehnten ist. Die Arbeitslosenzahlen haben ein Niveau erreicht, das seit der Weltwirtschaftskrise nicht mehr erreicht wurde. Die Kluft zwischen zwei Fraktionen in der herrschenden Klasse der US-Wirtschaft, Spaltungen, die unter Obama expandierten und nach den Wahlen 2016 noch intensiver wurden, ist schärfer als je zuvor.

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Eine Analyse von Caleb Maupin.

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3 Kommentare

  1. Betrachtet man die Auswirkungen Korona Pandemie in den USA mit etwas zusammen gekniffenen Augen, so könnte man da eine sich im Hintergrund anbahnende neue Zuordnung der Rangfolge der Wirtschaftsmächte erkennen. – Dem “Guidestone Klans” scheint der Zeitpunkt gekommen zu sein die USA vom Sockel zu stoßen und China diesen Platz zuzuweisen, denn in diesem Land steckt inzwischen alles was eine Nummer EINS auszeichnet.

    Die USA sind doch nur noch ein einziger Selbstbetrug, bzw Totes Pferd. – Ich bin mir jedenfalls nicht sicher, ob man diesen Klepper noch mal nachhaltig fit bekommt.

  2. Die Demokraten Amerikas haben den Schock der Abwahl weder damals noch heute überwunden und darum bekämpfen sie auch Trump mit allen Mitteln, auch unterhalb der Gürtellinie.

    Dabei bedienen sie allerdings nur Gleichgesinnte und schweißen die Gegenseite umso mehr zusammen und es ist doch ein Unding, einen gewählten Präsidenten in dieser Art und Weise anzugehen und legt eine äußerst niedrige Gesinnung zu Tage. Sie vergessen dabei ganz, daß dieser Präsident bis heute keine Kriegshandlungen vorgenommen hat, während seine beiden Vorgänger darin weit mehr geübt waren und ein Partei, die das auch noch unterstützt hat, hat jeden Anspruch verloren, den Präsidenten breitflächig und substanzlos zu kritisieren.

    Nun werden in jeder Krise Fehler gemacht, wobei man zuerst mal aufarbeiten müßte, wie sich die Opferzahlen darstellen und das ist der Opposition doch völlig egal, sie benutzen es als Vehikel um den amtierenden Präsidenten täglich weiter zu beschädigen und das ist an Verkommenheit nicht zu überbieten.

    Im übrigen läuft bei uns ähnliches ab, da sind alle Schwarz-Grün-Rot-Linken die Guten, während die Konservativen die Bösen sind und wenn das nicht hilft sind sie eben Nazis, auch hier schrecken sie vor nichts zurück.

    Dieses Verhalten wird allerdings von einer großen Mehrheit genau registriert und frisierte Zahlenerhebungen sollten nicht darüber hinwegtäuschen, wie die tatsächliche Stimmungslage ist, das kann zu schweren Fehleinschätzungen führen und die USA werden sicherlich noch lange im großen Spiel mitmachen, denn die Chinesen sind hochgradig abhängig vom Export und somit absolut kopflastig, Deutschland übrigens ebenso, vielleicht verstehen sie sich deshalb so gut, was völlig unverständlich ist, wenn man deren Mentalität kennt und weiß wie sie ticken, wenn auch nicht ins tiefste Innere geblickt werden kann.

  3. Es wird von Eliten der USA geschrieben, also gibt es mehrere.
    Eine der Eliten will eine Globalisierung wie bisher, konkret heisst das der Status Quo wird erhalten und erweitert. Die Ausraubung der Staaten durch die USA geht weiter. Ein Staat mit etwa 5% der Weltbevölkerung und einem Resourcenverbrauch von ca.50% kann nur ein Parasit sein.
    Die andere Elite will ebenfalls eine Globalisiserung allerdings mit starken Nationalstaaten die eigenständig ihren Staat formieren und lenken. Eine Überreginale Regierung braucht es da nicht sondern Abkommen zwischen den Staaten das würde reichen.
    Welche der beiden Varianten letztendlich das Zepter übernehmen wird ist noch ein Fragezeichen, Fakt ist allerdings die Völker dürfen zusehen haben jedoch keine aktive Rolle dabei

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