Sikorskis falsche Hetze: Putins Angebot der Ukraine-Aufteilung gab es nicht

Das angebliche Angebot von Russlands Präsident Wladimir Putin, die Ukraine zwischen Russland und Polen aufzuteilen wurde "überinterpretiert", sagt Ex-Außenminister Radoslaw Sikorski. Das heißt: er hat schlicht und ergreifend gelogen. Außerdem war er bei der Unterredung damals gar nicht dabei.

Von Marco Maier

Der ehemalige polnische Außenminister Radoslaw Sikorski, einer der schlimmsten Hetzer gegen Russland, hat sich für verwirrende Interviewäußerungen über ein angebliches russisches Teilungsangebot für die Ukraine entschuldigt. "Manchmal vergaloppiert man sich, so war das auch in diesem Fall", sagte Sikorski am Dienstagabend in Warschau. Das amerikanische Online-Nachrichtenmagazin Politico hatte unter Berufung auf Sikorski berichtet, dass der russische Präsident Wladimir Putin im Jahr 2008 dem damaligen Warschauer Regierungschef Donald Tusk eine Aufteilung der Ukraine vorgeschlagen hatte. Polen sollte danach die Westukraine mit der Stadt Lwiw (Lemberg) erhalten, die vor dem Zweiten Weltkrieg zu Polen gehörte.

Während Sikorski zunächst sagte, seine Worte in dem nicht autorisierten Interview seien "überinterpretiert" worden, sagte er am Dienstag, er sei bei dem Treffen in Moskau gar nicht anwesend gewesen. Das "nicht autorisierte Interview" war wohl Teil einer weiteren Desinformationskampagne. Er habe jedoch Berichte erhalten, dass ähnliche Worte gefallen seien, die entweder als "historische Anspielung oder übler Scherz" zu verstehen seien."Es tut mir leid, dass ich Donald Tusk und Ewa Kopacz in eine peinliche Lage gebracht habe", sagte Sikorski, der seit wenigen Wochen Parlamentspräsident in Polen ist.

In Polen überlegt man sich derzeit ernsthafte Konsequenzen für Sikorski. Die nationalkonservative Oppositionspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) kündigte an, die Entlassung Sikorskis beantragen zu wollen. Sikorski habe sich "unverantwortlich" verhalten, sagte PiS-Chef Jaroslaw Kaczynski. Eine Sprecherin der Präsidentenkanzlei sagte weiters, dass das Interview und die Aussagen Sikorskis zu den Themen gehören, die bei der nächsten Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates heute Mittwoch angesprochen werden.

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