Demonstration gegen Polizeigewalt in Brasilien. Bild: Brasil Online

Um den Millionen Fußballfans weltweit nicht die sozialpolitischen Verfehlungen der letzten Jahre zeigen zu müssen, lässt die brasilianische Regierung offenbar Favelas mit brachialer Gewalt räumen. Opfer sind vor allem jene Menschen, die ohnehin schon am unteren Ende der sozialen Hierarchie des Landes stehen.

Von Marco Maier

Während das Land Unsummen für die Fußball-Weltmeisterschaft ausgibt, sind die innovativen Sozialprogramme (siehe hier) trotz erster Erfolge immer noch nicht ausreichend um damit die nach wie vor grassierende Armut deutlich zu reduzieren. Doch anstatt jenen Menschen die für die Weltmeisterschaft weichen müssen eine Alternative anzubieten damit sie nicht auch noch ihre kleine Habe verlieren, werden sie mit aller Gewalt vertrieben.

Das nachfolgende Video zeigt brasilianische Polizisten im Einsatz. Wenngleich nicht alle Szenen rund um die "Säuberungsaktionen" für die Fußball-Weltmeisterschaft entstanden sind, so kann man sich durchaus vorstellen, wie es dort teilweise zugeht. Immer mehr brasilianische Webseiten – die großen Medien stehen weitestgehend der Politik sehr nahe und sind da eher zurückhaltend – berichten über die Polizeigewalt. Daran Schuld ist jedoch nicht der Fußball sondern die brasilianische Regierung.

[youtube]TsqrRD89lrE[/youtube]

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Bei der letzten Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine konnte man sich vor lauter Bildern über die Straßenhunde nicht mehr erwehren. Doch wenn es um Straßenkinder und Favelabewohner geht, die für ein "sauberes Straßenbild" von brasilianischen Polizisten getreten und verprügelt werden, interessiert das kaum jemanden. Es sind ja nur Menschen, oder? Sind wir tatsächlich schon so weit, dass wir uns mehr Gedanken um streundende Hunde als um andere Menschen machen?

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