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Japanisch-chinesischer Inselstreit: Keine Kriegsgefahr

(mm) Im Inselstreit zwischen China und Japan bemühen sich die Medien darum, eine Kriegsgefahr zu beschwören die gar nicht existiert. Die außenpolitischen Drohgebärden dienen lediglich dazu, der eigenen Bevölkerung Stärke zu demonstrieren. Grund dafür ist die schmerzhafte Geschichte und ein Hauch Nationalismus.

senkokuNach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Entscheidung über den Status der kleinen felsigen Inselgruppe im Ostchinesischen Meer in die Zukunft vertagt. Die Verhandlungspartner wollten den Friedensprozess nicht wegen ein paar Felsbrocken im Meer gefährden. Die Senkaku-Inseln (chinesisch: Diaoyu-Inseln genannt) stehen seit dem Jahr 1895 unter japanischer Verwaltung, werden allerdings von der Volksrepublik China beansprucht. Hierbei geht es vor allem um wirtschaftliche Interessen, zumal dieses Gebiet nicht nur für die Fischerei interessant ist, sondern auch große Öl- und Gasvorkommen in der Tiefe vermutet werden.

China hat seine Luftverteidigungszone auf die Inselgruppe ausgeweitet, was jedoch von Japan, Südkorea und den Vereinigten Staaten geflissentlich ignoriert wird. Dabei agiert die kommunistische Führung in Peking sogar noch zurückhaltender als die USA. Immerhin haben die Amerikaner ihre Kontrollzone weit in das Hoheitsgebiet der Nachbarländer ausgeweitet, so dass selbst reine Inlandsflüge in Mexico oder Kanada den US-Luftfahrtsbehörden gemeldet werden müssen. Im Grunde genommen verhält sich Peking hierbei nicht anders als Washington.

Bei all den diplomatischen Geplänkeln zwischen Tokyo und Peking sollte man bedenken, dass sowohl die Japaner als auch die Chinesen eine Kultur des "Gesicht bewahrens" haben. Mit den Säbeln zu rasseln gehört da einfach dazu wenn sie nicht als unglaubwürdig gelten wollen. Schlussendlich wird dieser Disput nach zähen Verhandlungen ohnehin in einem Kompromiss enden. Wahrscheinlich wird China die japanischen Ansprüche anerkennen und dafür wirtschaftliche Nutzungsrechte erhalten. Bis dahin sollten vor allem die USA einen Gang zurückschalten und die beiden Länder selbst verhandeln lassen.

Artikelbild: Flickr/Todd S Benson CC-BY-ND 2.0

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