Nach der Legalisierung von Cannabis im südamerikanischen Uruguay müssen die Verkäufer noch auf die Ernte im eigenen Land warten. Kanadische Grasproduzenten sollen die Angebotslücke in der zwischenzeit füllen.

In etwa einem Monat ist es so weit: Der Anbau, Verkauf und Konsum von Cannabis wird im kleinen südamerikanischen Staat Uruguay legal sein. Allerdings dauert es noch eine Weile bis die ersten Ernten eingefahren werden können. Auch die staatlichen Anbauflächen von Marihuana brauchen noch einige Zeit. Danach soll das staatlich produzierte Cannabis besteuert in Apotheken verkauft werden, wovon sich die Regierung in Montevideo zusätzliche Einnahmen verspricht.

Doch bis die Produktion und die Logistik so weit ist, dass das Land den Bedarf aus eigener Kraft abdecken kann, muss eine Zwischenlösung gefunden werden. Senatorin Lucia Topolansky sagte letzte Woche in einem Interview: "Zunächst müssen wir Cannabis kaufen. Ich denke, dass wir es von Kanada kaufen, weil es dort die beste Qualität gibt".

Die Sache hat allerdings einen Haken: Es ist nur eine Idee, zumal Kanada nicht ankündigte, das Kraut nach Montevideo zu verschiffen. Die offizielle Stellungnahme Kanadas: "Es gibt derzeit keine Pläne, den Export von Cannabis nach Uruguay oder in ein anderes Land zu fördern." Zwar besitzt das nordamerikanische Land Cannabis-Plantagen, doch nur für medizinische Zwecke. Zehn Unternehmen besitzen derzeit Lizenzen zum Anbau von Hanf für die Pharmaindustrie. So erlaubt das kanadische Gesetz auch den Export von Cannabis, doch angesichts der überschaubaren Menge an geerntetem "Gras" wird die Regierung kaum eine Ausfuhrerlaubnis erteilen, wenn dadurch die Versorgung im eigenen Land gefährdet ist.

Hinzu kommt die Preisfrage. Montevideo will das Cannabis um 1 Dollar pro Gramm verkaufen um gegen den Schwarzmarkt bestehen zu können, auf dem der Preis bei etwa 4 Dollar pro Gramm liegen soll. Medizinisches Cannabis aus Kanada kostet jedoch knappe 7 Dollar pro Gramm. Damit würde Uruguay dramatische Verluste erleiden.

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So wird sich Montevideo wohl um einen anderen Handelspartner für das begehrte Kraut umsehen müssen. Doch für einen derart niedrigen Preis dürfte es schwierig sein einen Verkäufer zu finden, zumal Anbau und Verkauf von Cannabis in den meisten Ländern unter Strafe steht und nur wenige Länder Lizenzen für medizinische Zwecke erteilen. Vielleicht sollten sie es einmal im US-Bundesstaat Colorado versuchen.

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