Chinesische Investoren sind dazu bereit die Europäer in Russland zu ersetzen, sollte die EU mit den Sanktionen fortfahren. Dies berichtet Russia Today unter Berufung auf Reiner Hartmann, dem Vorsitzenden des Verbandes der europäischen Unternehmer in Russland. Damit stellt sich China demonstrativ auf die Seite des von USA und EU angefeindeten Landes.
Von Marco Maier
Wie ernst es der Volksrepublik China mit der strategischen Partnerschaft zwischen den beiden Ländern ist, offenbart sich auf dem Sankt Petersburger Wirtschaftsforum. Hartmann sagte gegenüber Russia Today, dass 20 von 57 chinesischen Unternehmen bereit seien, europäische Firmen wie Alstrom, BASF, Bayer oder Siemens in Russland zu ersetzen.
Dieses Worte sollten ein wichtiges Signal für Brüssel sein, nicht länger als verlängerter Arm der US-Administration zu dienen. Gegenüber der europäischen Wirtschaft, aber auch in Sachen bilaterale Beziehungen ist die europäische Vasallenmentalität ein enormer Nachteil für die langfristigen wirtschaftlichen und politischen Perspektiven.
Anstatt sich auf eine eigenständige europäische Politik zu besinnen und die kontinentalen Interessen im Sinne einer nachhaltigen und zukunftsorientierten Entwicklung auszurichten, agieren die Brüsseler Eurokraten (siehe auch mein Buch) und viele nationale Regierungen ganz nach dem Wunsch der angloamerikanischen Konzernoligarchie. Diese Unterwürfigkeit gegenüber dem korporatistischen System, dem sich schon die US-Administration bedingungslos untergeordnet hat (siehe auch Bill Moyers "Deep State"), lässt die Europäische Union - auch mit TTIP - direkt in ein fatales Abhängigkeitssystem zu den USA und deren Finanzeliten (siehe Erkenntnisse aus einer Princeton-Studie) fallen.
Unsere Politiker, vor allem jene von Konservativen (EVP), Liberalen (ALDE) und Sozialdemokraten (S&D), tragen die Verantwortung für diese Entwicklung. Jetzt haben sie noch die Chance, ihrer Verantwortung gegenüber den Menschen in Europa gerecht zu werden und sich von diesem System der Transatlantiker zu emanzipieren. Doch dies bedeutet, über den eigenen Schatten zu springen und die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren. Allerdings ist es fraglich, ob sie überhaupt dazu bereit sind.
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