Neuwahlen in Griechenland – die letzte Schlacht

Tsipras gab seinen Rücktritt bekannt um Neuwahlen zu ermöglichen. Die Parteilinke spaltete sich ab. Nun heißt es am 20. September „auf in die letzte Schlacht“. Denn bald schon wird die Schuldenkrise erneut eskalieren, egal wie die Wahl nun ausgeht.

Von Marco Maier

Für Alexis Tsipras war der Schritt hin zu den Neuwahlen faktisch eine Pflicht, um sich so den linken Hardlinern zu entledigen, die den unterwürfigen Kurs gegenüber den Institutionen nicht mittragen wollen. Denn im Gegensatz zu ihm und seinen Gefolgsleuten beharren die 25 Abgeordneten, die heute eine eigene Fraktion namens Volkseinheit (LAE) bildeten, auf die Einhaltung der Wahlversprechen.

Nun besitzt die Syriza nur noch 124 Abgeordnete, während die LAE nach der mit 76 Sitzen vertretenen konservativen Nea Dimokratia (ND) drittstärkste Fraktion wird. Die Parteigründung soll so schnell wie möglich stattfinden, damit die Volkseinheit auch bei den Wahlen antreten kann. Das Wählerpotential liegt zwar hoch, doch gegen den charismatischen Syriza-Führer Tsipras, der selbst Niederlagen als Siege verkaufen kann, dürfte sie nicht ankommen.

Und so dürfte diese Parlamentswahl wohl zur „letzten Schlacht“ vor dem Zusammenbruch des Landes werden. Denn im Prinzip handelten Tsipras und Konsorten nicht anders als es die abgewählten Konservativen und Sozialdemokraten gemacht hätten: ganz im Dienste des Kapitals. Dazu reicht ein kurzer Blick auf das sogenannte „Hilfspaket“, welches schlussendlich nur eine Verschlimmerung bewirken wird.

Nun wird es sich zeigen, welchen Weg die Griechen einschlagen werden. Wobei selbst eine Mehrheit für die LAE wohl inzwischen zu spät kommt. Schadensbegrenzung? Wohl kaum mehr möglich. Dieser wurde schon angerichtet. Jetzt geht es nur noch darum, das Elend zu verwalten um dann in wenigen Jahren vor einem gewaltigen Trümmerhaufen zu stehen, der in den letzten Wochen und Monaten hätte verhindert werden können, wenn man den Griechen eine wirkliche Chance gegeben hätte.

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5 Kommentare

  1. „wenn man den Griechen eine wirkliche Chance gegeben hätte“

    Wenn WER den Griechen eine Chance gegeben hätte? Es waren doch Griechen in Person der Vaterlandsverräter Tsipras und Varoufakis, die das Volk nach Strich und Faden belogen haben.

    2015: Ein Koffer voll Geld, und jeder Primitivling gibt sein Gesicht freiwillig ab

    1. frage mich sowieso seit Tagen, warum Tsipras und Varoufakis noch leben, nicht vom Volk gelyncht worden sind.

      Normal ist das nicht. Wir werden mittlerweile wahrscheinlich nicht nur von den MSM belogen ……

      1. Ganz so einfach ist es nicht.

        Hätte Tsipras nicht mitgespielt, wäre Schäuble auch bereit gewesen, das griechische Volk auszuhungern, um seinen Kopf durchzusetzen. Den Anfang hatte er dank des Drucks über seinen Protegé Weidmann mit der Schließung der Banken bereits gemacht.

        Und anders als die Konservativen hat Tsipras bereits einiges erreicht: So gehört demnächst das EU-Parlament zur „Troika“. Schäuble kann also nicht mehr mit Lagarde allein hinter verschlossenen Türen klüngeln. Das wird ERHEBLICHE Veränderungen bringen.

        Darüber hinaus steht selbst der IWF auf der Seite Tsipras‘ und Varoufakis‘: Ein Schuldenschnitt ist unumgänglich. Er wird kommen. So oder so.

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