Tsipras: „Dieses Europa gehört nicht Herrn Schäuble!“

Im griechischen Fernsehen gab es von Tsipras nur für vier Länder Lob. Frankreich, Italien, Zypern und Österreich wären die einzigen Unterstützer bei den Verhandlungen während des Euro-Gipfels gewesen. Besonders scharf kritisierte er Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble.

Von Marco Maier

Die Erpressung Griechenlands durch die Euro-Partner während des Euro-Gipfels und die ganzen abgepressten Zugeständnisse Athens an die Troika sorgt sowohl bei den Griechen selbst als auch innerhalb der Regierungspartei Syriza für heftigen Unmut. Premierminister Alexis Tsipras ließ im griechischen Fernsehen seinem Unmut über die Verhandlungen freien Lauf und fand für einige Länder doch noch gute Worte.

Besonders scharfe Kritik übte Tsipras dabei an Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble, der Griechenland aus dem Euro werfen wollte. Doch dies sei ihm nicht gelungen. "Dieses Europa gehört nicht Herrn Schäuble", so Tsipras. Für Frankreich, Italien, Zypern und Österreich hingegen fand der griechische Premierminister lobende Worte, da die Vertreter dieser Länder Griechenland bei den Verhandlungen unterstützt hätten. Österreichs Kanzler Werner Faymann gilt beispielsweise als Freund von Alexis Tripras, da dieser stets Verständnis für die Position der griechischen Regierung zeigte.

Indessen stimmt das griechische Parlament heute über die sogenannten "Reformvorschläge", die jedoch lediglich eine weitere Verschärfung des bisherigen Austeritätskurses bedeuten, ab. Vor der ersten Abstimmung betonte Tsipras seine Verantwortung für das neue Kreditprogramm und dessen harte Bedingungen. "Ich übernehme die Verantwortung für alle Fehler, die ich möglicherweise gemacht habe", sagte Tsipras am Dienstagabend im griechischen Fernsehen. "Ich übernehme die Verantwortung für einen Text, an den ich nicht glaube, aber den ich unterzeichnet habe, um ein Desaster für das Land zu vermeiden, den Kollaps der Banken", fügte der Ministerpräsident hinzu.

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8 Kommentare

  1. Rat an Herrn Tsipras:

    Man sollte nicht mit einem menschenhassenden Rottweiler von Frau Merkel verhandeln –
    und schon garnicht einen Kompromiss eingehen.
    Gibst du ihm einen Brocken „Fleisch“ – so frisst er das ganze Land.

  2. Alexis Tsipras ist keinen Deut besser als Schäuble, denn diese miese Ratte „Tsipras“ hat das Volk verraten! Das Volk hat sich in einem Referendum klar und deutlich gegen das Sparprogramm von der Troika ausgesprochen. Was macht Tsipras? Er macht genau das Gegenteil!

    Diese jämmerliche Gestalt muss vom Volk gestürzt werden und hinter Gittern gebracht werden.

  3. Egal, was Tsipras unter erpresserischem Druck vereinbart hat, Griechenland kann seine von Spekulanten kriminell aufgetürmten Schulden nicht bedienen. Der Schuldenschnitt kommt, obwohl nicht vereinbart, auf freier ökonomischer Wildbahn, wo die ganz natürlichen Marktgesetze herrschen. Wer kein Geld hat und selbst hoch verschuldet ist, kann seine Schulden nicht begleichen, auch wenn er das noch so wollte. So einfach ist das.

    Und dieser Schuldenschnitt wird sich zu einem Finanz-Tsunami auswachsen, der die westlichen Vermögen mit all seinem kriminellen Dreck fluten wird, so dass sie schlussendlich – zumindest für eine beträchtliche Weile – wertlos sind, weil alle Länder des Westens über ihre Grossbanken, Kommunen, Bundesländer und auch zu einem erheblichen Teil der Privathaushalte hoffnungslos verschuldet sind.

    Das ist nämlich keine griechische Krise, „sondern eine Krise des transatlantischen Finanzsystems. Derivat-Wettgeschäfte in Billionenhöhe hängen mehr oder weniger eng mit den griechischen Schulden zusammen, und die Gesamtsumme der Derivatwetten weltweit beläuft sich auf ungefähr 1 Billiarde Dollar, davon die Hälfte in Londoner Banken. Die Megabanken in Europa sitzen allein auf 2 Billionen Dollar an faulen Immobilienpapieren. Das EU-Rettungsprogramm von 500 Mrd. Dollar wird aufgezehrt für Schulden von Griechenland, Portugal, Irland, Spanien und einigen osteuropäischen Ländern. Der Anteil Griechenlands ist dabei gering. Nach einem Jahrzehnt weitgehender Stagnation der europäischen Volkswirtschaften kann jede Kleinigkeit einen Crash dieser Banken auslösen. So wird Deutschlands Industriepotential und damit Europas wichtigste Volkswirtschaft unter der Regierung Merkel seit zehn Jahren zerstört.“ EU/USA pfeifen de facto aus dem letzten Loch, auch wenn es – noch – grossen Teilen der Bevölkerungen gut geht. Fragt sich nur, wie lange!

    Das Problem ist nicht Griechenland, sondern das Finanzsystem
    https://www.bueso.de/node/8093

  4. Tsipras wurde allem Anschein nach unerbittlich erpresst.

    Dramatische Wende: Ende der Tyrannei – US-Kongreß kurz vor Rückkehr zum Trennbankengesetz
    http://www.pravda-tv.com/2015/07/dramatische-wende-ende-der-tyrannei-us-kongress-kurz-vor-der-rueckkehr-zum-trennbankengesetz/

    „Wenn die Glass-Steagall-Bankentrennung in der Tradition Franklin D. Roosevelts sehr bald in den USA eingeführt wird, wird auch die ebenso inkompetente wie brutale Politik der EU-Kommission, der EZB und auch der deutschen Regierung gegenüber Griechenland zunichte gemacht. Denn während diese Eurokraten versuchen, die Verluste, die durch Spekulationsexzesse der Banken zustandegekommen sind, auf die griechische Bevölkerung und die durch die gleiche Politik ohnehin schon um ein Drittel geschrumpfte griechische Wirtschaft abzuwälzen und dadurch beide noch weiter ins Unglück zu stürzen, packt Glass-Steagall das Übel bei der Wurzel an: Es beendet die Kasino-Ökonomie vollständig.“

    „Die Realität ist, daß das transatlantische Finanzsystem hoffnungslos bankrott ist und der nächste Bankenkrach, weitaus dramatischer als Lehman Brothers 2008 und endgültig, kurz bevorsteht. Griechenland ist dabei nur die ganz winzige sprichwörtliche Spitze des Eisbergs.“

  5. Also die Schulden die Griechenland in den letzten Jahrzehnten angehäuft hat sind alles nur durch Spekulanten entstanden, aha.
    Man hat jahrelang über seine Verhältnisse gelebt, Geld ausgegeben was man nicht mittels BIP erwirtschaften konnte, musste dann immer mehr Geld an den internationalen Geldmärkten aufnehmen um den Standard weiter aufrecht zu erhalten. Dann sind irgendwann die Kredithaie eingestiegen und haben das Land bankrott spekuliert. Richtig?
    Und was ist mit dem EIGENANTEIL, was ist mit der eingegangenen SCHULD an den Finanzmärkten die man nicht mehr bedienen konnte BEVOR es den Spekulationscrash gab?

    Man muss also nie Schulden zurückzahlen. Das ist fein. Probier ich gleich morgen mal bei meiner Hausbank aus. Da geh ich hin und sag: Leute ich hab nun keinen Bock mehr auf Eure Konditionen, ich hab zwar Eure Verträge unterschrieben haben ioch zahle ab morgen einfach nicht mehr, alles klar?
    Super deal.

    1. @HansinGlueck24

      Ihre sarkastische Kritik müssen Sie an die griechischen Oligarchen und die vergangenen griechischen Regierenden richten inkl. an die EU-Nomenklatura mit EZB, die gemeinsam mit der US-Obergang Griechenland via Spekulation und Kreditflutung ausgeraubt haben. Das Volk hat diese Schulden nicht gemacht. Warum soll also die einfache arbeitende Bevölkerung, sofern sie überhaupt noch Arbeit hat, diese kriminell aufgetürmten Schuldenberge zurückbezahlen? Schon mal etwas gehört von Verursacherprinzip???

  6. Paß mal auf Alexis…..
    wir – das deutsche Volk – bezahlt die Party einschließlich Büffet und Kapelle . Glaubst Du nicht, daß wir dann auch sagen, was gespielt wird ? Wenn es Dir nicht gefällt mein Schnubbelchen , dann lehne das Geld doch einfach ab ! Deine Landsleute werden Dir sowieso Feuer unter Deinem entzückenden A.r.s.c.h. machen !

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