Ein schlechtes Hollywooddrehbuch könnte die Griechenland-Seifenoper kaum besser inszenieren. Man hätte sich eigentlich die ganze Feilscherei sparen und auf direktem Weg gleich zu einem Ergebnis kommen können. Ein Grexit hat nur in manchen Köpfen stattgefunden, stand aber niemals wirklich zur Debatte.
Von Andre Eric Keller
Wer hätte das gedacht, Griechenland darf in der Eurozone bleiben, es wird also kein Grexit stattfinden. Es gibt ohnehin nur zwei Möglichkeiten und man nimmt jene wahr, welche die Bequemste ist. Hat man bis jetzt schon riesige Summen in Griechenland investiert, soll das jetzt natürlich so weitergehen. Das bisherige investierte Geld, wäre bei einem Grexit sonst komplett verloren gewesen. Natürlich wird es Seitens der Geldgeber strenge Auflagen geben, welche die Bürger Griechenlands mitzutragen haben - und das, obwohl sie vor einigen Tagen mittels Referendum eigentlich gegen eine weitere Sparpolitik votierten. Dies scheint aber niemanden wirklich zu kümmern.
Ministerpräsident Tsipras glaubt angesichts der finanziellen Bredouille das Beste für sein Land erreicht zu haben. Das werden ihm die Wähler sicher bei der nächsten Wahl gutieren. Die Alten werden sich für Pensionskürzungen bedanken und die viele Arbeitslosen und Armen, die nicht wissen wo sie die nächste Mahlzeit herbekommen, werden Tsipras die Füße küssen. Nein, freilich nicht.
Laut Jeroen Dijsselbloem - Finanzminister der Niederlande und Chef der Euro-Gruppe - sollen für die Schaffung von Arbeitsplätzen 35 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden. Ob das genug sein wird, wird sich noch herausstellen. Dieses Arbeitsmarktpaket hat aber noch nichts mit dem sonstigen Kapitalbedarf Griechenlands zu tun, dieser muss erst erhoben werden. Weiters soll Griechenland einen Fonds einrichten, wo die Hellenen ihr Tafelsilber einbringen "dürfen" um es danach zu verscherbeln. Ein Ausverkauf Griechenlands steht bevor. Doch das ist Kapital, welches leider nur einen Einmaleffekt hat. Hier erwartet sich Dijsselbloem in etwa 25 Milliarden Euro.
Pressekonferent heute früh: Junker, Tusk, Dijsselbloem
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