Weltwährung Renminbi – China öffnet vorsichtig die Kapitalmärkte

Schrittweise setzt die jetzige chinesische Führung um Xi Jinping Reformen um, damit die chinesische Bevölkerung zunehmend und nachhaltig von der wirtschaftlichen Entwicklung profitieren kann. Gleichzeitig soll China auch international eine deutlich stärkere Rolle spielen. Insbesondere die Abhängigkeit vom Dollar und den Exporten soll verringert werden.

Von Marco Maier

Gemessen in Kaufkraftparitäten (PPP) hat Chinas Wirtschaft jene der USA inzwischen schon überflügelt. Beim Pro-Kopf-Einkommen hängt die Volksrepublik dem Land jenseits des Pazifiks jedoch noch nach. Allerdings soll sich das in den nächsten Jahrzehnten schrittweise ändern. Xi will privates Unternehmertum fördern, die Korruption bekämpfen, den Konsum im Land steigern und den Klimaschutz verbessern. Weit oben auf der Reformagenda des Staatschefs steht zudem die Öffnung des bislang stark abgeschotteten Finanzmarktes.

Ab heute nimmt in Frankfurt am Main eine neue Drehscheibe für den Handel mit der chinesischen Währung Renminbi ihren Betrieb auf und der chinesische Aktienmarkt wird zumindest ein wenig für ausländische Anleger geöffnet. Durch die Kooperation zwischen den Börsen von Shanghai und Hongkong stehen den Investoren nun anstatt etwa 90 gar rund 590 börsennotierte Unternehmen offen. Allerdings ist der Zugriff derzeit noch beschränkt: maximal 13 Milliarden Yuan (ca. 1,7 Milliarden Euro) pro Tag dürfen ausländische Händler in Aktien umsetzen. Vorsichtig testen lautet die nachvollziehbare Devise Pekings.

Über Frankfurt besteht nun insbesondere für deutsche Unternehmen die in China tätig sind die Möglichkeit, ihre Geschäfte mit dem Reich der Mitta abzuwickeln. Da die chinesische Währung im Gegensatz zu Euro oder Dollar nicht frei konvertierbar ist, mussten die Unternehmen zur Bezahlung von Rechnungen chinesischer Lieferanten bislang direkt über Banken in China agieren. Inklusive der Beachtung des Zeitunterschieds. Zudem wurden die meisten Geschäfte in US-Dollar abgewickelt, was nun entfällt und somit auch Vergünstigungen mit sich bringt.

So gewähren chinesische Firmen ihren Handelspartnern häufig großzügige Rabatte, wenn sie die Bezahlung in Renminbi akzeptieren. Denn für Chinesen ist es mit viel Aufwand und Kosten verbunden, ausländische Devisen in ihre eigene Landeswährung umzutauschen. Sie müssen dafür einen Antrag bei einer lokalen Behörde stellen, außerdem verlangen die Banken hohe Umtauschgebühren. Damit stärkt China jedoch nicht nur die eigene Währung, sondern schwächt zudem gleich noch den Dollar, der als Weltreservewährung damit wieder etwas an Marktanteilen verliert. Wer braucht nun noch den Greenback, wenn man mit der Wirtschaftsmacht China Handel treiben möchte?

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Ein Kommentar

  1. Der Renminbi wird in Windeseile seinen Siegeszug über die globalen Finanzrennbahnen abfahren, dies in einsamem Vorsprung vor allen anderen Währungen. Die chinesische Regierung wird sich vor diesem Erfolg in Acht nehmen müssen, da ihre Währung damit aufgewertet wird und die Preise im Binnenland steigen werden, so dass die eigene Bevölkerung an die Wand gedrückt werden kann.

    Der Dollar wird bei dieser Entwicklung unweigerlich weiter absacken, während der Rubel ebenfalls steigen wird, da Russland und China gemeinsame Riesenprojekte der Infrastruktur und Energie in beiderseitigem Währungsaustausch weit in die Zukunft durchführen werden.

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