Um die Zahl übergewichtiger Kinder zu reduzieren, beschloss das polnische Parlament ein Verbot von Junk-Food an Schulen und der näheren Umgebung. Limonaden, Burger, Süßigkeiten oder Chips dürfen damit auch nicht mehr in den Geschäften in direkter Nähe von Schulen verkauft werden.

Von Marco Maier

Angesichts der steigenden Zahl an übergewichtigen Kindern beschloss das polnische Parlament rigorose Maßnahmen. Mit 426 von 460 Stimmen stimmten die Abgeordneten für eine Änderung des Gesetzes über Lebensmittelsicherheit und Ernährung. Voraussichtlich ab dem 1. September 2015 dürfen an den Schulen und in der direkten Umgebung nur noch bestimmte Lebensmittel verkauft werden, die vom Gesundheitsministerium auf einer Liste zusammengefasst werden.

Initiiert wurde das Verbot von der Bauernpartei (PSL), die damit Fettleibigkeit bei Kindern verhindern möchte. Denn derzeit gilt rund die Hälfte der Polen als übergewichtig. 60 Prozent der Männer, 40 Prozent der Frauen und 29 Prozent der Elfjährigen sind Studien zufolge davon betroffen. Diese Zahlen sollen sich mit Hilfe dieser Maßnahmen in den kommenden Jahren deutlich reduzieren.

Ob dieses Gesetz tatsächlich die gewünschten Erfolge bringt, darf jedoch angezweifelt werden. Immerhin kommt es auch darauf an, was die Kinder zu Hause zu essen bekommen. Zudem können die Kinder nach wie vor selbst auch Essen mit in die Schule nehmen. Verbote mit prohibitiver Wirkung sorgen in weiterer Folge auch zu einem Schwarzmarkt, bei dem sich einige findige Leute auf Kosten anderer bereichern.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here