Kellner.

Im Laufe der letzten zehn Jahre hat sich die Zahl der Minijobber in Deutschland verdoppelt. 2,35 Millionen Menschen haben einen Minijob – zusätzlich zu ihrem Hauptberuf. Auch die Zahl der geringfügig Beschäftigten stieg an.

Von Marco Maier

In der Bundesrepublik herrschen in Sachen Arbeitsmarkt zunehmend "amerikanische Verhältnisse". Prekäre Arbeitsverhältnisse sorgen dafür, dass eine Stelle für viele Menschen nicht mehr ausreicht um davon leben zu können. Um nicht in den Kreis der "working poor" abzurutschen, drängen immer mehr Menschen in die sogenannten Minijobs. 2,35 Millionen sind es inzwischen schon, wie die deutsche Bundesregierung publizierte, die mit den abgabenfreien Minijobs ihr Einkommen aufbessern. Inzwischen macht auch rund ein Drittel der geringfügig Beschäftigten davon Gebrauch.

Insgesamt lag die Zahl der geringfügig Beschäftigten im Dezember 2013 bei knapp 7,65 Millionen – das sind gut 17,8 Prozent aller Erwerbstätigen und rund 77 000 mehr als noch vor einem Jahr. Frauen stellen mit 61 Prozent nach wie vor den Hauptanteil. Die meisten Minijobs gibt es in Handel, Dienstleistung, Gastgewerbe und Gesundheitswesen. Auf diese Sparten entfällt gut die Hälfte aller geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse.

Auch wenn diese Beschäftigungsform für immer mehr Deutsche die einzige Möglichkeit ist, mit Hilfe des Zusatzeinkommens überhaupt noch über die Runden zu kommen, so gibt es auch immer wieder Kritik an diesem Beschäftigungsmodell. Denn in den meisten Fällen handelt es sich um sehr schlecht entlohnte Tätigkeiten, die die prekäre Situation vieler Menschen zum Vorteil der Arbeitgeber nutzen. Ob der beschlossene Mindestlohn angesichts der vielen Ausnahmen dort Abhilfe schafft, wird sich noch zeigen müssen.

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Zudem muss man sich die Frage stellen, ob das deutsche System mit Tariflöhnen die längst nicht für alle Arbeitnehmer gelten überhaupt sinnvoll ist. Zum Vergleich: in Österreich gelten die Kollektivverträge für rund 99 Prozent der unselbstständig Beschäftigten, so dass sich dadurch in quasi allen Berufen ein eigener Mindestlohn ergibt, der zwischen den Sozialpartnern (Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften) ausgehandelt wird.

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