Das von der Volksrepublik China initiierte Projekt einer Asiatischen Infrastruktur-Investmentbank (AIIB) stößt auch bei den europäischen Ländern auf Interesse. Indessen schäumen die USA, weil nun eine Konkurrenz zur von Washington dominierten Weltbank entsteht.

Von Marco Maier

Offenbar dämmert es auch den europäischen Politikern ein wenig, dass sich das amerikanische Jahrhundert allmählich dem Ende zuneigt. Selbst wenn sie es nicht offen zugeben und insbesondere die transatlantischen Kräfte weiterhin den Ton angeben. Allerdings scheint man sich zumindest eine weitere Türe offenhalten zu wollen.

Denn Deutschland will bei dem von China initiierten Projekt der asiatischen Entwicklungsbank AIIB, welche 50 Milliarden Dollar als Startkapital erhalten soll, als Gründungsmitglied einsteigen. Das kündigte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nach einem Treffen mit dem chinesischen Vizepremier Ma Kai nach dem "deutsch-chinesischen Finanzdialog" in Berlin an. Auch Frankreich, Italien und Großbritannien wollen sich an der AIIB beteiligen.

Schäuble begrüßte das chinesische Vorhaben einer solchen asiatischen Infrastrukturbank ausdrücklich. "Wir wollen bei der Gestaltung der Bank unsere langjährigen Erfahrungen mit internationalen Finanzorganisationen einbringen und durch gute Standards dabei mithelfen, dass die neue Bank eine hohe internationale Reputation erhält", sagte der Bundesfinanzminister. "Wir stimmen darin überein, dass Infrastrukturinvestitionen für die weitere Entwicklung in Asien von entscheidender Bedeutung sind." Vizepremier Ma betonte seinerseits, er begrüße die deutsche Entscheidung.

Die AIIB könne "eine bedeutende Rolle spielen, um Infrastrukturmittel in Asien bereitzustellen", zeigten sich beide Länder in einer gemeinsamen Erklärung überzeugt. Sowohl Berlin als auch Peking sprachen sich dafür aus, das Wirtschaftswachstum fördern und die Beschäftigung erhöhen zu wollen.

Loading...

Indessen sorgen die europäischen Ambitionen in Sachen AIIB für diplomatische Verstimmungen mit Washington. Für die USA ist das chinesische Projekt eine direkte Konkurrenz zur Weltbank, die seit der Gründung unter US-Kontrolle steht und somit ein Teil der geopolitischen Ambitionen Washingtons darstellt.

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

2 thoughts on “Chinesische Entwicklungsbank AIIB: Deutschland als Gründungsmitglied?”

  1. Müssten z.b. die Weltbank, der IWF, die BIZ usw Aufgrund ihrer
    im Endeffekt Verbrechen am Menschenrecht (nichts anderes ist es,
    was die da seit Jahrzehnten treiben) vor den Gerichtshof,
    wäre die Anklageschrift länger als die Bibel inkl. altem und neuem Testament.

    Man braucht sich nur Afrika anzusehen und was da diese Verbrecher unter
    dem Deckmantel von Aufbau, humantitären Gründen etc dort abhalten.

    Es gilt der alte Spruch: „steht der IWF vor deiner Tür, dann nagel sie so
    schnell als möglich zu und vergiss nicht die Fenster zu schließen“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.