Cannabispflanzen. Bild: Flickr / Manuel M. V. CC BY 2.0

Die Bürgerinitiative zur Herausnahme von Cannabis aus dem österreichischen Suchtmittelgesetz konnte bislang schon 26.000 Unterschriften sammeln. Allerdings würden sich viele Menschen nicht trauen zu unterzeichnen, da sie Angst davor haben, dass die Polizei Namen und Adressen der Unterzeichner sammelt.

Von Marco Maier

Der Verein "Legalize! Österreich" und der Österreichische Hanf Verband (ÖHV) fordern die Entkriminalisierung von Cannabis-Konsumenten. "Wir wollen den Konsum von Cannabis nicht etablieren, das ist ein völliges Missverständnis", so der Mediziner Gebhard Heinzle vom ÖHV. "Aber wir wollen, dass die Erzeugung für den Eigenkonsum straffrei gestellt wird", erklärte er.

Geht es nach den Vorstellungen der Initiative, sollen die privaten Hanfzüchter, die die Pflanzen für den Eigenverbrauch anbauen, ähnlich wie die kleinen Schnapsbrenner eine entsprechende Abgabe leisten. Zudem solle der Besitz von Cannabis straffrei sein, wenn die Menge 10 Gramm nicht übersteigt. Damit könnte man die kleinen Konsumenten nicht mehr kriminalisieren und der Justiz würden teure Verfahren erspart bleiben.

Umfragen zufolge liegt der Anteil von Cannabis-Konsumenten bei den jungen Erwachsenen in Österreich bei etwa 30-40 Prozent. Würde man hier konsequent durchgreifen, wäre wohl bald ein Gutteil der österreichischen Bevölkerung vorbestraft. Mit einer Entkriminalisierung könnte man dafür sorgen, dass die österreichische Justiz entlastet wird und die Konsumenten nicht an Dealer und somit härtere Drogen geraten.

DIe Chancen für eine Cannabis-Legalisierung stehen in Österreich jedoch relativ schlecht. Die weit verbreitete konservative Grundhaltung sorgt dafür, dass selbst die Liberalisierungen in immer mehr Ländern konsequent ignoriert werden. Selbst in den USA, deren Politik sich dem Kampf gegen die Drogen verschrieben hat, erlauben immer mehr Bundesstaaten – wie zum Beispiel Colorado – den Cannabis-Konsum. Nicht nur für medizinische Zwecke. Bis es in Österreich so weit ist, dürfte es jedoch noch viele Jahre dauern. Auch wenn ein Vorgehen wie in Colorado dazu führen würde, dass dem Bundeshaushalt zusätzliche Finanzmittel zur Verfügung stünden.

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3 KOMMENTARE

  1. Drogen – wer braucht die schon ? Außer einige im Politikzirkus. 

    Deswegen verstehe ich nicht, das eben dieser Personenkreis sich gegen eine Legalisierung wehrt. 

    Na ja – vielleicht hauen die sich ja auch "nur" die Birne mit Alkohol zu und regieren dann das Land. 

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