Normalerweise sollte man froh sein, wenn die Unternehmensumsätze sich an der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung orientieren, oder leicht darüber liegen. Doch beim weltweit größten Suchmaschinenanbieter Google funktioniert das nicht. Ein Umsatzwachstum von 20 Prozent ist den Anlegern nicht genug, so dass sie den Konzern gnadenlos abstrafen.

Von Marco Maier

Im Vergangenen Quartal steigerte der Suchmaschinenriese Google seinenn Umsatz um 20 Prozent auf satte 16,52 Milliarden Dollar. Der Wall Street war dies jedoch nicht genug, so dass der Aktienkurs deutlich nachgab. In Zeiten zunehmender Online-Werbungs-Konkurrenz durch Facebook, Twitter & Co sind solche Entwicklungen jedoch eigentlich zu erwarten. So konnte Google zwar die auch die Zahl der bezahlten Klicks im Vergleich zum Vorquartal um ganze 17 Prozent steigern, doch nach den 25 Prozent zuvor war dies den Anlegern nicht genug. Schon nach den vorhergehenden Quartalszahlen zeigten sich die Aktionäre nicht wirklich zufrieden.

Mit ein Grund für die Reaktion der Anleger dürfte auch die gesunkene Marge sein, die auf einer Ausweitung der Investitionen und der Neueinstellung von Tausenden Technikern beruht. Dabei sollten diese Investitionen in die Zukunft eigentlich honoriert werden. Immerhin stammen inzwischen zum ersten Mal mehr als 10 Prozent des Umsatzes nicht mehr aus der Werbung. Insgesamt verdiente der Konzern im vergangenen Quartal noch 2,81 Milliarden Dollar, was einer Gewinnquote von 17 Prozent des Umsatzes ausmacht. Im Vorquartal waren es noch 2,97 Milliarden Dollar (oder mehr als 21 Prozent Rendite).

Es zeigt sich an diesem Paradebeispiel, wie irrational die Börsen agieren. Investitionstätigkeit zu bestrafen, weil dies die kurzfristigen Gewinne reduziert, dabei jedoch die Basis für höhere Gewinne in Zukunft schafft, ist rational kaum nachzuvollziehen. Ganz zu schweigen davon, dass die Rendite im Vergleich zu den meisten anderen Unternehmen ohnehin überdurchschnittlich hoch ist.

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