In Folge der Legalisierung des Verkaufs von Marihuana in immer mehr US-Bundesstaaten wird inzwischen damit gerechnet, dass die Einzelhandelsumsätze bis spätestens 2018 die Marke von 8 Milliarden Dollar überschreiten könnten. Dies gilt sowohl für Cannabis für medizinische, als auch für private Zwecke.

Von Marco Maier

Nach Angaben des "Marijuana Business Factbook" soll in Folge der Liberalisierungswelle in den Vereinigten Staaten, in der immer mehr US-Bundesstaaten den Verkauf und Konsum von Cannabis legalisieren (wollen), der Umsatz aus dem Verkauf von Marihuana auf 7,4 bis 8,2 Milliarden Dollar steigen. Damit liegen die nun veröffentlichten Zahlen um 2,2 bis 2,6 Milliarden Dollar über den bisherigen Schätzungen.

Cannabis StationZurückzuführen ist dies auf das sogenannte "Cole-Memorandum", in dem das US-Justizministerium darauf verzichtete, Klage gegen die Bundesstaaten Colorado und Washington einzureichen, da diese gegen das Bundesgesetz für kontrollierte Substanzen (federal Controled Substance Act) verstoßen. Damit haben die US-Bundesstaaten Colorado und Washington von der Bundesregierung grünes Licht erhalten, ihre Regelungen für die Verwendung von Marihuana selbst zu gestalten.

Bislang mussten die Produzenten, Verkäufer und Konsumenten stets damit rechnen, dass die Bundes-Antidrogenbehörde DEA ausrückt und deren Wohnungen stürmt, zumal die Staatsgesetze gegen das Bundesrecht verstießen.

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Bedenkt man, dass die Umsätze auf dem illegalen Drogenmarkt in Sachen Cannabis auf rund 40 Milliarden Dollar pro Jahr geschätzt werden, sind die "legalen 8 Milliarden" schon eine ordentliche Summe. Zwar gibt es weiterhin noch viele Bedenken hinsichtlich der gesundheitlichen Risiken, dennoch weiß man auch, dass Cannabis bei der Therapierung mancher Krankheiten große Hilfe leistet. Deshalb ist auch davon auszugehen, dass bald schon weitere Bundesstaaten dem Beispiel Colorados und Washingtons folgen werden.

Allerdings spielen hierbei auch andere Beweggründe eine Rolle: Neben der Eindämmung der Drogenkriminalität können die chronisch klammen Kassen der Bundesstaaten mit der Besteuerung von legal verkauftem Marihuana etwas aufgefüllt werden. Geht man von einer durchschnittlichen Besteuerung von 20 Prozent des Endverkaufspreises aus, könnten die öffentlichen Kassen 2018 demnach bis zu 1,6 Milliarden Dollar einnehmen.

Bis November dieses Jahres sollen Alaska und Oregon den Freizeitgebrauch von Marihuana legalisieren. Zudem wird erwartet, dass Arizona, California, Nevada, Maine und Massachusetts die Legalisierung bis zum Jahr 2016 durchbringen. Hawaii, Maryland, New Hampshire und Vermont könnten bis zum Jahr 2017 folgen. Damit wäre das "Gras" in 13 der 50 Bundesstaaten mit aktuell rund 74 Millionen Einwohnern (knapp 24 Prozent der Gesamtbevölkerung) legal.

Artikelbild: Flickr / thivierr CC-BY-SA 2.0

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