Geht es nach der Propaganda von Agrarmultis wie Monsanto und DuPont Pioneer, sollen genetisch veränderte Pflanzen den Einsatz von Pestiziden deutlich senken. Doch unsere Natur wäre nicht unsere Natur, wenn sie nicht auf die veränderten Bedingungen reagieren würde. Das Beispiel Brasilien zeigt die Kraft der Evolution in der Insektenwelt.

Mit Hilfe von Veränderungen am Mais-Genom wollten Pioneer-Gentechniker eine schädlingsresistente Maissorte züchten. Der berühmt-berüchtigte 1507-Mais sollte selbstständig den Giftstoff Cry1F produzieren um damit den Maiszünsler zu töten. Nur hatten die Genetiker nicht mit der evolutiven Kraft der Natur gerechnet: Nach nur 3 Jahren waren die Maiszünsler gegen das Gift resistent. Was bei Bakterien und Antibiotika schon längst bekannt ist, trifft eben auch auf Insekten (und andere Tiere, sowie den Menschen) zu.

Inzwischen müssen die Maisbauern in Brasilien nicht nur für den teuren Genmais bezahlen, sondern zusätzlich für die Pestizide. Damit rächt sich der Eingriff in die natürlichen Baupläne mehrfach. Neben der Gefährdung der Umwelt in Folge der Verbreitung der Pollen und der Giftstoffe, müssen die Bauern nun auch noch Ernte- und Einkommenausfälle von bis zu 30 Prozent verkraften. Konventionelles Saatgut gibt es jedoch in Brasilien kaum mehr zu kaufen, so dass die Bauern in der Zwickmühle stecken. Siehe dazu auch die ARD Reportage im Bayerischen Rundfunk.

Die Debatte um die Zulassung des Genmais 1507 in Europa, bei der sich die deutsche Bundesregierung bei der Abstimmung im EU-Ministerrat feige der Stimme enthalten hatte, dürfte angesichts dieser Tatsachen wieder heftiger geführt werden. Die Hoffnung darauf, dass die Vernunft schlussendlich den Sieg davontragen wird, keimt wieder auf.

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