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Großbritannien: Wirtschaft auf Blasenkurs

Oberflächlich betrachtet zieht die britische Wirtschaft Kontinentaleuropa davon. Die Arbeitslosigkeit sank auf 7,1 Prozent, die Inflation liegt stabil unter 2 Prozent, und das Wirtschaftswachstum liegt bei etwa 3 Prozent. Doch die guten Zahlen basieren nicht auf einer gesunden Entwicklung, sondern auf billigem Geld und einer Immobilienblase.

London ist nach wie vor eines der wichtigsten Finanzzentren der Welt, deshalb wurde die britische Wirtschaft von der Finanzkrise ab 2008 auch sehr hart getroffen. Doch anstatt die Abhängigkeit des Landes von der globalen Finanzindustrie zu vermindern, sorgen die Briten schon einmal für zukünftige Schocks, indem sie die Märkte mit billigem Geld fluten und die Immobilienmärkte stark überhitzen.

Da sowohl die öffentlichen als auch die privaten Haushalte in den letzten Jahren als Folge der Finanzkrise ihre Ausgaben senkten, litt die britische Konjunktur enorm darunter. Lediglich die Flutung der Märkte mit billigem Geld und das Niedrigzinsumfeld sorgten dafür, dass zumindest eine Branche Aufwind verspürte: Die Bauwirtschaft. Denn mit dem Programm "Help to buy" können die Briten jetzt auch mit einem Eigenkapital von nur 5% des Kaufpreises eine Immobilie erwerben. Damit steigt die Nachfrage enorm an, was zu deutlich steigenden Immobilienpreisen führt. Wie problematisch diese Form der Konjunkturbelebung ist, hat schon die Hauptursache der Finanzkrise 2008 bewiesen: Die massive Verteilung von Hypothekenkrediten ohne ausreichende Sicherheiten. Doch anstatt aus den Fehlern zu lernen, werden sie in Großbritannien wiederholt.

Und so wächst inzwischen die private Verschuldung merklich an, während die Reallöhne immer weiter fallen. Diese Kombination ist jedoch brandgefährlich, da sie mit einem wachsenden Volumen an faulen Krediten und folglich auch implodierenden Immobilienpreisen die nächste Blase platzen lassen kann. Immerhin profitiert nur eine kleine Minderheit von diesem Aufschwung, so dass von Nachhaltigkeit absolut keine Rede sein kann. Dies zeigt nicht nicht zuletzt in der Entwicklung der Exporte, die trotz einer Abwertung des Britischen Pfunds um rund ein Viertel kaum gestiegen sind.

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