Lettische und US-Soldaten bei einer Besprechung auf offenem Feld. Bild: Flickr / US-Army Europe CC-BY 2.0

Die NATO schießt sich auf Russland ein, propagandistisch, wirtschaftlich, politisch und auch insofern militärisch, als noch am Pfingstmontag in Lettland das Großmanöver „Saber Strike 2014“ begonnen hat.

Von Florian Stumfall

Zur NATO-Übung sind Soldaten aus den drei baltischen Ländern, ferner aus den USA, Großbritannien, Finnland, Dänemark und Norwegen zusammengekommen, mehr als 1.000 insgesamt. Das Zusammenwirken von Land- und Luftstreitkräften sowie die Kompatibilität der verschiedenen Bündnispartner zu üben ist der Zweck des Großeinsatzes. Dass man dazu ein baltisches Land gewählt hat, ist kein Zufall.

Sowohl Esten, Letten und Litauer als auch die Polen hatten im Vorfeld die Amerikaner darum gebeten, je 150 Fallschirmschirmjäger in ihren Ländern zu stationieren. Die Lage in der Ukraine und das „unkalkulierbare Russland“ machten dies notwendig. Dass es Kiew ist, das im Osten des Landes gegen die eigenen Bürger Krieg führt, übersieht man dabei. „Die Krise“ sagt der russische Politikwissenschaftler Semjon Bagdassarow, „ist ein Teil des westlichen Projekts, ein Rammbock gegen Russland. Dessen Wesen besteht darin, das gesamte Territorium der Ukraine, darunter die Krim, unter Kontrolle zu nehmen. Ein besonderes Interesse stellt natürlich der Tiefwasser-Flottenstützpunkt Sewastopol dar… Und mittelfristig – das verbirgt der Westen nicht – will er die Russische Föderation zersplittern.“

Tatsächlich macht die NATO kein Geheimnis aus der Zielrichtung ihrer Militär-Politik. Ihr Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen erklärte, das Bündnis bereite sich auf eine neue Art der russischen Kriegsführung vor. Russlands aggressives Verhalten gegenüber der Ukraine sei daran erkennbar, dass es seine militärische Präsenz in der Region erhöht habe – auf russischem Gebiet, wohlgemerkt. Dass die Russen Krieg gegen irgendjemanden führten, mochte aber nicht einmal der NATO-Obere behaupten. Doch die Allianz werde sich an die „selbstsichere Politik“ Moskaus anpassen müssen.

Loading...

Dazu also das Manöver und dazu die wahrscheinlich bleibenden Truppen-Stationierungen in Osteuropa im gesteigerten Umfang. Russische Experten wie Bagdassarow oder Alexander Kofman, der Leiter des Koordinationsrates für den Südosten, meinen, es sei nicht einmal auszuschließen, dass die NATO auf ukrainischem Gebiet Militärbasen errichtet. Kofman nennt  die Alternative, die er sieht: „Entweder eine eigene Präsenz (der NATO) auf diesem Territorium, oder die Einbeziehung Russlands in einen ernsthaften Konflikt mit Europa, von dem sich Amerika große Vorteil verspricht.“

Bitte unterstützen sie uns!

Wir konnten im Laufe der Zeit viele Leser dauerhaft für uns begeistern. Wenn Sie liebe Leser, uns dauerhaft unterstützen wollen, dann tun sie das am besten mit einer Spende oder mit einem Dauerauftrag mit dem Kennwort "Contra Magazin" auf folgendes Konto: IBAN: DE28 7001 1110 6052 6699 69, BIC: DEKTDE7GXXX, Inhaber: Andreas Keltscha oder per Paypal und Kreditkarte. Wir bedanken uns herzlich!

Loading...

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here