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Geldschwemme: Der nächste Crash kommt

(mm) Die Flutung der Finanzmärkte mit billigem Geld sorgt für rapide steigende Kurse an den Aktienmärkten und neue Immobilienblasen. Doch während diese unproduktiven Märkte sich derzeit nicht über Liquiditätsprobleme beklagen können, kämpft die Realwirtschaft zunehmend ums Überleben. Lange wird sich das nicht mehr spielen können.

Wenn sich das Geld vermehrt, muss verständlicherweise auch die Rendite steigen. Das gilt für Bankkonten genauso wie für Aktien und Immobilien. Doch wenn das Finanzvermögen schneller wächst als die Realwirtschaft, muss die durchschnittliche Rendite sinken, um die produktive Sparte nicht zu sehr zu belasten. Ein Blick auf die letzten Jahre der Geldschwemme zeigt jedoch ein völlig anderes Bild, welches mittelfristig zu einer neuen Katastrophe führen muss.

Die Produktivitätszuwächse der Realwirtschaft werden durch die Unmengen an zusätzlichem Finanzkapital schon längst absorbiert. Inzwischen sind wir wieder so weit, dass die Renditeforderungen sogar weit darüber hinaus gehen. Die Folgen: Sinkende Reallöhne, sinkende Steuerleistungen und die Auslagerung von Produktionsstätten in die billigsten Länder. Nur so kann diese Umverteilung überhaupt noch funktionieren. Allerdings stößt auch diese Vorgehensweise irgendwann an ihre Grenzen, denn mit der Produktionsverlagerung und den damit einhergehenden Einkommensverlusten in den Hochlohnländern, bricht irgendwann auch der Konsum zusammen. Die Zuwächse in den armen Ländern können diese Verluste jedoch qualitativ längst nicht kompensieren.

Billionenschulden für Nichts

Zum scheitern verurteilt ist deshalb auch die bisherige Praxis der Schuldenausweitung. In den Industriestaaten wurden seit Ausbruch der Krise Billionen an Euro neuer Schulden gemacht, um den einbrechenden Konsum zumindest partiell auffangen zu können. So wuchs das nominale BIP der EU-27 von 2007 bis 2012 um gerade einmal 500 Milliarden Euro von 25,1 auf 25,6 Billionen Euro. Im Gegenzug stieg der öffentliche Schuldenberg um 3,79 von 7,22 auf 11,01 Billionen Euro an. Hinzu kommt allerdings noch die zusätzliche Verschuldung von Privaten und Unternehmern. Das heißt: Selbst wenn man nur die zusätzlichen Schulden der öffentlichen Haushalte mit einkalkuliert, sind das etwa 3,3 Billionen Euro in den letzten 5 Jahren, oder jährlich etwa 2,6% des BIP. Ohne diese neuen Schulden läge die europäische Wirtschaftsleitung heute mindestens um 13% niedriger.

Im Endeffekt bedeutet dies nichts weiter, als dass die europäische Wirtschaft sehr teuer zumindest vorübergehend und mit regionalen Diskrepanzen stabilisiert wurde. Doch nun stehen viele EU-Staaten überschuldet da, so dass teure und ineffektive Konjunkturprogramme nicht mehr finanzierbar sind. Ganz im Gegenteil: Die massive öffentliche Verschuldung hat zu Überlegungen geführt, eine Vermögenssteuer in Höhe von 10% einzuführen. Immerhin sind die zusätzlichen Billionenschulden ja irgendwo als Guthaben (Forderungen) gelandet.

Der unausweichliche Crash

Neue Konjunktureinbrüche - die ohne Frage kommen werden - sind angesichts der Überschuldung der öffentlichen Haushalte kaum mehr aufzufangen. Woher sollten die Regierungen angesichts der Rekordschuldenstände überhaupt noch das Geld hernehmen? Die letzten Möglichkeiten lägen dann entweder in einer Finanzierung über die Druckerpresse (Hyperinflation), oder einer umfangreichen Enteignungswelle. Allerdings wären beide Schritte katastrophal, zumal selbst die Mittelschicht damit größtenteils in die Armut getrieben würde.

Bis dahin werden die Finanzmärkte jedoch weiterhin mit dem billigen Geld der Zentralbanken "gefüttert". Diese aufgeblasenen Summen, die weiterhin satte Renditen erwirtschaften sollen, saugen jedoch gleich eine Ladung Blutegel das Geld aus dem Wirtschaftskreislauf, so dass dieser immer mehr einer blassen, leblosen Hülle gleicht. Bis dann irgendwann dieses ganze fragile Konstrukt zusammenbricht - und mit ihm unzählige Unternehmen und Existenzen.

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