Knapp einen Monat lang führte die von Saudi Arabien angeführte arabische Allianz mit Unterstützung Israels Luftschläge gegen die Houthi-Rebellen, während gleichzeitig die al-Quaida ihre Territorien im Jemen ausweiten konnte. Nun droht dem Land eine Bodenoffensive durch die Saudis.

Von Marco Maier

Täglich wurden Angriffe auf Stützpunkte der schiitischen Houthi-Rebellen geflogen, welche die Kontrolle über das seit Jahren politisch instabile Land übernehmen wollen. Eine demokratische Gewaltenkontrolle, wie man sie aus multiethnischen Staaten Europas kennt, scheint im Jemen (wie auch im Irak, in Libyen oder Afghanistan) aufgrund der Machtansprüche einzelner Gruppen kaum möglich zu sein. Deshalb gilt für diese Gruppen Waffengewalt wohl als einzige Lösung.

Noch-Präsident Abdu Rabbu Mansour Hadi, der ins ägyptische Exil floh, wird von Saudi Arabien unterstützt und gilt den Houthi als Marionette Riads. Die von den Saudis ins Leben gerufene Militärallianz zur Unterstützung Mansours bestätigt diese. Gleichzeitig gelten die Houthi als Werkzeug Teherans, welches sich als Schutzmacht der schiitischen Muslime außerhalb des Irans versteht.

Inzwischen ist es so, dass sich die Houthi in Höhlen und Wohngebieten verstecken, womit die Luftschläge auf Waffenlager und Houthi-Stützpunkte entweder sinnlos werden oder zu unnötig vielen Opfern unter der Zivilbevölkerung führen würden. Doch genau dies wirft die Weltgesundheitsorganisation WHO den Saudis ohnehin schon vor: Die Zahl der verletzten oder getöteten Zivilisten soll sich bislang auf rund 4.400 Personen belaufen. So ungenau wurden diese durchgeführt.

Sowohl die USA als auch Russland drängten die Saudis dazu, die Luftschläge einzustellen, da die vielen zivilen Opfer dies nicht mehr rechtfertigen würden. Eine politische Lösung, in der sowohl die Houthi als auch die sunnitische Fraktion Mansours sich die Macht im Jemen teilen, kommt für die Saudis jedoch nicht in Frage. Deshalb bleibt wohl eine Bodenoffensive zu erwarten.

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König Salman hatte schon kurz nach der Einstellung der Luftschläge die Operation "Wiederherstellung der Hoffnung" verkündet und dabei die Mobilmachung der Nationalgarde befohlen, die als Elitetruppe der saudischen Streitkräfte gilt. Für die Houthi ergäbe sich damit ein Mehrfrontenkrieg, zumal sie schon gegen die al-Quaida und gegen Mansours Truppen kämpfen. Der Jemen wird sich damit auf einen noch weiter andauernden Krieg einstellen müssen, zumal sich das Kriegsgebiet mit der Teilnahme saudischer Truppen deutlich vergrößern werden dürfte.

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