Alles voller Plastik – Meere, Wälder, Nahrung und Trinkwasser

Die Meere dieser Welt werden immer mehr zu gewaltigen Müllkippen. Die menschliche Zivilisation sorgt mit der Verwendung von Unmengen an Kunststoffen in allen möglichen Bereichen dafür, dass dieses kaum verrottende Material in alle Lebensbereiche vordringt. Selbst die Nahrungsmittelkette und das Trinkwasser sind damit belastet.

Von Marco Maier

Kunststoffe sind äußerst praktisch. In allen möglichen Variationen sind sie zu finden, da sie aufgrund ihrer chemischen Strukturen äußerst vielseitig verwendbar sind. Auch wenn es sinnvoll ist, dass die Haltbarkeit der Kunststoffe möglichst lange garantiert wird, so ergeben sich daraus auch erhebliche Nachteile. Im Gegensatz zu den meisten natürlichen Werkstoffen kann die Natur das meist aus Erdöl künstlich hergestellte Plastik nicht wiederverwerten. Es lagert sich ab und gelangt so nicht selten auch in den Nahrungskreislauf.

"Wir fanden Mikroplastik in den Mägen der Fische", so der Forschungsdirektor des griechischen Zentrums für Meeresforschung, Dr. Evangelos Papathanassiou, "Das Ökosystem ist schwer beschädigt." Er koordiniert das "Perseus Projekt", welches die Auswirkungen der menschlichen Abfälle auf das Mittelmeer erforscht. Doch es handelt sich hierbei nicht um ein regionales Problem. Derartige Ergebnisse findet man rund um den Globus in allen Meeren.

Der "große pazifische Müllfleck", der eine riesige schwimmende Insel aus Müll darstellt, ist inzwischen vielen Menschen bekannt. Doch diese größtenteils aus Plastik bestehende Müllinsel, doppelt so groß wie der US-Bundesstaat Texas, ist nur eines der sichtbaren Anzeichen dieser unermesslichen Vermüllung der Meere. Selbst auf dem Meeresboden finden sich inzwischen Unmengen davon.

Neben dem sichtbaren Plastikmüll gibt es jedoch noch das sogenannte Mikroplastik. Winzig kleine Plastikteile die sich infolge der Einwirkung von UV-Strahlung und dem Meerwasser lösen. Doch diese Mikropartikel erweisen sich als umso gefährlicher, zumal sie dadurch, dass sie so winzig sind, direkt in unsere Nahrung und sogar unser Trinkwasser gelangen. Selbst Bienen tragen diese winzigen Plastikteilchen mit, so dass selbst Honig damit kontaminiert wird. Welche Auswirkungen die Aufnahme dieser Mikropartikel auf die Gesundheit hat, ist jedoch bislang noch nicht erforscht worden.

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Um die Belastung der Meere mit Kunststoffen zumindest ein wenig zu reduzieren, hat der kalifornische Gouverneur Jerry Brown ein Gesetz unterschrieben, wonach ab dem 1. Januar 2015 in dem US-Bundesstaat keine Plastiktüten mehr verkauft werden dürfen. Allerdings wollen vertreter der Kunststoffindustrie dieses Gesetz bekämpfen. Von den rund 1 Billion verwendeten Plastiktüten weltweit entfallen rund 100 Milliarden (etwa 10 Prozent) auf die Vereinigten Staaten von Amerika.

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