Unterschätzt den Bären nicht – Rußland modernisiert sein Militär

Fast ist man geneigt, der neuen deutschen Verteidigungsministerin von der Leyen ihr Spiel mit dem Feuer zu verzeihen, schließlich weiß sie nicht, wovon sie redet. Der Vorwurf trifft da eher die Kanzlerin, die ihr das gefährliche Spielzeug in die Hand gegeben hat. Doch auch andere westliche Politiker erwecken den Anschein, sie nähmen einen Waffengang mit Rußland auf die leichte Schulter. Das könnte sich im Ernstfall als fatale Fehlkalkulation herausstellen.

Von Florian Stumfall

Flugzeugträger RusslandEs sind vor allem zwei militärische Bereiche, die Rußland in jüngster Zeit mit großem Aufwand modernisiert, die Luftabwehr und die Kriegsflotte. Dieser Tage führten 6000 russische Soldaten unter Einsatz von 1400 Einheiten modernster Militärtechnik Manöver in Ostsibirien und an der Pazifik-Küste durch. Dort kam unter anderen auch die Strela-Rakete zum Einsatz, eine Weiterentwicklung der SS 19. Es war erst der dritte Start eines solchen Systems überhaupt. Diese Interkontinental-Rakete kann zwei Tonnen Nutzlast, auch atomare Sprengköpfe, in einen niederen Orbit von rund 500 Kilometern tragen.

Rußlands Schwerpunkt beim Raketenbau aber liegt bei den Defensiv-Waffen. Bei jenem Manöver wurden auch die S 400 Abwehrrakete erprobt, denen der Westen nichts entgegenzusetzen hat. Die amerikanische Patriot ist ihr gegenüber eine Waffengeneration im Rückstand. Die S 400, NATO-Codename „Growler“, ist ein mobiles Boden-Luft-System, mobil und allwettertauglich. Es kann Überschall-Kampfflugzeuge, Marschflugkörper, Stealth-Flugzeuge sowie Kurz- und Mittelstreckenraketen abfangen. Die Reichweite beträgt bis 400 Kilometer von wenigen Metern über Grund bis zu 27 Kilometer Höhe. Eine Batterie kann gleichzeitig bis zu 12 Ziele unter Feuer nehmen.

Kriegsschiff RusslandDie russische Kriegsmarine bekommt im laufenden Jahr 40 neue Schiffe, darunter sechs U-Boote für die Schwarzmeerflotte. Zudem wird die Luftwaffe mit neuen Maschinen ausgerüstet, so dem Su-34-Kampflugzeug. Es ist ebenfalls einzigartig in seiner Klasse. Es als Jagdbomber und Abfangjäger einsetzbar, mit modernster Technik ausgestattet und kann Ziele in einer Entfernung von 120 Kilometern orten, bis zu zehn Ziele gleichzeitig begleiten und vier von ihnen beschießen. Das Flugzeug ist hervorragend geeignet für lange Patrouillenflüge über der Arktis.

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Dorthin nämlich hat die russische Militärplanung neuerdings ihr Augenmerk gerichtet. Wie die „Nesawissimaja Gaseta“ schreibt, gibt sich Russland  eine neue Militärstruktur – das Vereinte Strategische Kommando der Nordflotte. Die Zeitung berief sich dabei auf eine Quelle im russischen Generalstab.

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„Bis zum Jahr 2015 soll eine Truppengruppierung zur Gewährleistung der militärischen Sicherheit und zum Schutz der nationalen Interessen Russlands in der Arktis geschaffen werden“, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu im Dezember.

Inzwischen hat Mitte März ein 350 Mann starkes Bataillon erstmals in der russischen Geschichte eine Landungsoperation mit Militärtechnik auf den Neusibirischen Inseln in der Arktis ausgeführt. Die Landungsoperation eines Bataillons der 98. Luftlandedivision wurde mit Il-76-Flugzeugen durchgeführt und lief reibungslos ab. Die Zeiten jedenfalls, in denen die russische Nordmeer-Flotte in Murmansk verrostete, sind vorbei. Irgendjemand sollte das der Frau von der Leyen erzählen.

Bilder: Andrey Neopalimy / Facebook

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12 Kommentare

  1. Ich frage mich immer, warum die Menschen nicht mal ein bisschen aus ihren Denkmustern ausbrechen können. Wer sagt denn, dass man es bei einem möglichen Krieg auf einen Sieg abgesehen hat?

    Die Situation ist doch Folgende: Die USA stehen nicht nur vor dem Staatsbankrott – sie sind lang drüber. Die EU zerfällt gerade, wie man an den Massenprotesten in Spanien, Italien, Griechenland und den zig angemeldeten Demonstrationen in Deutschland deutlich ablesen kann. Die nächste Finanzkrise steht ins Haus und spätestens danach haben wir Dritte-Welt-Status erreicht.

    Was würde wohl eine geisteskranke Elite tun, die genau weiß, dass das Spiel für sie vorbei ist? Sie setzt alles auf eine Karte, zerstört das eigene System, nur um dann genau so wie bisher von vorne anfangen zu können. Ein zerbombtes Land, ein gebrochenes Volk, nimmt jeden Führer an, der ihnen ein sicheres Leben verspricht. Es bedarf nur der einen großen Krise und die Menscheit wird die neue Wetordnung akzeptieren.

    Also macht nicht den Fehler zu glauben hier ginge es um einen Sieg gegen Russland! Es geht nur um einen kontrollierten Zusammenbruch.

    1. Tatsächlich ist es genau so:

       

      Die US-Oligarchen sind mit dem Kollaps ihres Dollars faktisch am Ende, da sie brauchen dringendst neue Sklavenvölker zum plündern, um sich noch ein wenig über Wasser halten zu können. Gelingt ihnen das nicht, werden sie von ihrer eigenen -ins Elend getriebenen- Bevölkerung gelyncht.

       

      Für das EU-Regime steht es sogar noch schlechter: 

      Das Regime befindet sich im freien Fall, die verquaste Euro-Währung ist nicht zu halten und hat bereits ebenfalls dazu geführt, dass ganze Generationen in Verelendung und Perspektivlosigkeit getrieben wurden.

       

      Beide Sorte von Regime-Schergen steht das Wasser bis zum Hals.

      Den EU-Polit-Offizieren, -Kommissaren und ihren heimischen Kollaborateuren droht der Strick, wenn die Bürger begreifen, was ihnen angetan wurde.

       

      Deshalb setzen sie alles auf die Karte eines großen Krieges, bei dem sie hoffen, diesen in ihren atombomben-sicheren Bunkern abwettern zu können, um nach Abklingen der Strahlung aus ihren Löchern zu kriechen und sich -einmal mehr- als Wiederaufbauer feiern lassen zu können.

      Für diese Mordbrenner ist es einfach eine Abwägung zwischen den Wahrscheinlichkeiten, vom Volke ergriffen und abgeurteilt zu werden, oder bei einem Atomkrieg in Europa mit dem Leben davon zu kommen; und da stehen die Überlebens-Wahrscheinlichkeiten bei einem Atomkrieg eindeutig besser.

    2. wenn's zum Krieg kommt, gibt es kein danach mehr. Was willst du dann noch aufbauen, wenn alles Radioaktiv verstrahlt ist. Der Atom-Müll aus den Kernkraftwerken strahlt 20 Millionen Jahre. Wieviel Kernkraftwerke hat Eurasien? Wenn dem Kühlsystem der Strom weg fällt, läuft's noch ein weilchen über die Not-Dieselgeneratoren und dann wird's heiter. Scheinbar sind die AKWs für längere Ausfallzeiten nicht ausgelegt. Na dann gute Nacht für die nächsten paar tausend Jahre. Die moderne Zivilistaion ist schon extrem verwundbar.

       

      1. Falls es zum Äussersten kommt. Müssen wir im Westen, den Russen, Beweisen, dass wir nicht auf der Seite unserer Politiker sind und den Bundestag übernehmen, wenn es sein muss mit Gewalt!

        Nur dann könnten wir einen Angriff auf Westeuropa, wo, wie ja bekannt ist US Atomwaffen stehen, verhindern. auch muss dieser Atomstützpunkt entamerikanisiert werden.

        Ansonsten werden wir alle ins Gras beissen, wie man soi schön sagt.

         

  2. Ich glaube,das trifft den Kern der Sache.Was kann man aber tun??

    Da ist man eigentlich als Bürger ratlos! Ich hätte einen Vorschlag, wie wäre es

    wenn jemand die Möglichkeit hat,Informationen an Russland zu geben, um

    denen zu erzählen, dass( Paul Craig Roberts) ihnen die Mittel in die Hand

    geben könnte,das Problem mit wenig Aufwand zu lösen. Vielleicht lesen die ja nicht alle

    Artikel im Netz??

    gruß und alles Gute

     

  3. Deswegen werden ja die europäischen und insbesondere die deutsche Armee vorgeschickt. Bis die zahlenmäßig im Kugelhagel der russischen Waffen dezimiert werden, haben laut Planern des Pentagon die Russen genug Milch gegeben, um von den siegreichen, heldenhaften US Boys laut Planspiel den Dolchstoß zu bekommen. Aber halt, das ist politisch gar nicht geplant, weil zu aggressiv. Die schieben die Rolle des Aggressors den Europäern zu .Die USA sind nur der große Bruder, der wieder einmal hilft.. Es wird auf Grund der kriegerischen Auseinandersetzungen und einer angespannten Versorgungslage ein Aufstand gegen Putin erhofft,  mit tatkräftiger Unterstützung des CIA und  NGO`s. Dann sollte nach den Träumen des maroden Amerika eine Regierung a la Poroschenko installiert werden, mit ein paar hohen Mitglieder von Scientology gewürzt, und das wars. Eben nicht. Immer geht der amerikanische Traum nicht in Erfüllung. Gott sei Dank.

  4. Hallo Loup,

    schön gedacht. Trifft  aber m. E. bzgl unserer Soldaten und dem Kalkül nicht ganz den Kern. Die Bundeswehr ist nicht der Gegener, für den Russland lange braucht. Nicht viel Soldaten und nicht übermäßig Material. Ist keine Kritik oder Häme, sondern Realität.

    Beide Weltkriege waren drauf ausgelegt, Deutschland zu eliminieren (hören Sie sich Churchills Aussagen an oder lesen sie). Einschließlich Versailles. Hat alles nicht so geklappt. Also, was macht man dann? Man lässt deutsche Soldaten die Spitze in der Ukraine, vielleicht auch gegen Russland sein. "Deutsche Soldaten wieder auf der heiligen Erde von Mütterchen Russland"!! Das schürt den ukrainischen und vor allem russischen Haß. 39-45 ist bei ihnen noch in "bester" Erinnerung.

    Dann sehen Sie sich unsere Verteidigungslinien an. Ganz Nord-Deutschland und Ost-Deutschland sind quasi ohne große Stützpunkte, offen wie ein Scheunentor mit allerbesten Autobahnen.. Z.B. Bergen-Hohne  alle Briten weg an den Rhein, 4. Panzerbatallion Aurich ist aufgelöst/weg, Luftwaffe Jever ist Reparaturwerft geworden, Fallingbostel Briten weg an den Rhein, usw. usw.

    Unsere Verteidigung fängt da an, wo das meiste des Bruttosozialproduktes erwirtschaftet wird. Von Paderborn, Herford, Bielefeld über das Ruhrgebiet und dann Richtung Süden mit Franken (Bayern), Baden-Württemberg und Hessen. Verteidigungstechnisch (z.B. lt Clausewitz) absoluter Nonsens. Im weiten Vorfeld muss verteidigt werden, nicht da, wo die Industrie ist. Bei einer Auseinanderstzung wird hier aber auch alles kurz und klein geschlagen. Absicht der "Alliierten"?? Meine Meinung: Ja, absolut.

  5. Puttins Trolle erzählen hier auf der Russen Propaganda Seite ihre Träume!

    Fact ist das Die Russische Arme im Jahr nur ein Budget von 44 Milliarden hat und damit kann man kein Modernes Militär haben. Der Ami hat 800 Milliarden und damit kann man die besten Waffensysteme der Welt entwickeln! Russland ist doch nur eine alte Atommacht sonst nichts. Die Russen müssen Moderne Technologien aus den Westen Importieren weil Sie selber nicht in der Lage sind Hightech  zu verstehen und zu Produzieren und das in allen Bereichen des Lebens! Euch Neandertaler hilft auch eure verlogene Propaganda nicht weiter!

    LOL…

     

    1. Wenn Du nichts verstehst, dann halte lieber Deinen MUND !

      Die USA müssen Raketentriebwerke vom Russen kaufen um überhaupt Raketen starten zu können. Du kannst mir es glauben, schon vor 40 Jahren waren die mit vielem weiter als die Amis.

      Sie konnten schon damals elektronisch  feststellen welche Waffen mit welcher Munition auf dem Gefechtsfeld schossen. Bis heute hat der gesamte Westen kein vergleichbares System. Sie experimentieren zwar daran, bis heute aber ohne Erfolg. Und selbst den Amis haben wir es nicht verraten, denn es war auch in der DDR bekannt, da auch da mitentwickelt,  genau so wie das anders funktionierende Navigationssystem für russische Missels, deren Treffergenauigkeit damals um Potenzen besser war als das der Amis.

      Haltet euch nicht immer für das Zentrum des Universums, Ihr seid nur dessen Schwanz!

      Eure Truppe kann nur noch Negerkindern Angst machen, aber keiner Armme dieser Welt mehr!

       

    2. Schon gewußt:  der  Deutsche Weltmarkt-Anteil an High-Tech-Exporten auf

      1,27 % gefallen.

      Was will man dann noch von diesem Land erwarten oder gar erwerben?

      Panzer mit Besenstielkanonen? Oder Gewehre mit Gummiläufen?

      Alter Witzbold, mach ruhig weiter! 

  6. Die Wahrheit meint:

    17.08.2008, 12:25 Uhr

     

    Es war nur eine Frage der Zeit, dass sich die Kreise zurückmelden und sich revanchieren, denen die Russen den Ausverkauf ihres Landes verwehrt haben.
    Das globale jüdische Finanzkapital unter Führung der sogenannten Oligarchen schlägt zurück und hetzt wieder die Völker gegeneinander!
    Russland muss für die menschliche Zivilisation standhalten. Denn fällt diese Stütze, gibt es nur noch westliche Massenlagerhaltung der Menschheit auf

    Hartz IV-Basis

  7. Diese ganze Aufrüstung ist schrecklich – nicht wegen der steigenden Kriegsgefahr, sondern wegen der unvorstellbaren Geldsummen die dafür Ausgegeben werden. Und Geld bedeutet hier im großen Maßstab Naturschätze ausbeuten. Dieses ganze Aufrüsten-"müssen" wird mit dem Kaputtmachen der Natur bezahlt. Nur gerecht wenn die Welt dann die Menschen kaputtmacht.  

     

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