Sony Screenshot WikiLeaks

Das Unternehmen Sony kommt nicht aus den Schlagzeilen. Nach dem vielen Tumult um den Propaganda-Film „The Interview, hat WikiLeaks Mitte April sämtliche Sony-Dokumente unter anderem viele E-Mails auf ihrem Recherche-Server der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Wer hätte auch gedacht, dass Daniel Craig für das Benutzen eines Sony-Smartphones heimlich 5 Millionen US-Dollar bekommt. Eine Menge Holz sowie die vielen anderen Sony-Dateien auf dem Server.

Von Christian Saarländer

(Daniel Craig und Bericht auf Sputnik)

Erst die brisanten Dokumente um das Trans-Pazifische Freihandelsabkommen TPP und nun die Dateien des Sony-Unternehmens. Man merkt, dass WikiLeaks nicht nur brisante hoheitliche Dokumente der breiten Öffentlichkeit zugänglich macht, sondern auch Unternehmensdokumente leakt, die scheinbar den Großmächten unverhohlen zuarbeiten. Diesmal wurden sämtliche Dokumente in der WikiLeaks-Suchmaschine gleich eingebettet, so dass eine Einsicht und weitere Recherche stark vereinfacht wird. Insgesamt ist es nun die 21ste Rubrik, die WikiLeaks auf seiner Enthüllungs-Plattform führt, nachdem WikiLeaks erstmals nach Julius Bär nachhaltig in Erscheinung trat.

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WikiLeaaaks

Insgesamt stößt man bei der Suche in den Sony-Dokumenten auf 203.420 Ergebnisse, wobei auch viele Twitter-Meldungen von WikiLeaks in dieser Suche mitberücksichtigt werden. Mitunter handelt es sich um 173 Emails von Sony, die bisher noch nicht umfassend ausgewertet sind und schließlich auch bei geleakten E-Mails eine Abwägung zwischen den Persönlichkeitsrechten der Verfasser und dem öffentlichen Interesse durchgeführt werden muss.

Politik trifft Show-Business

Viele mögen sehr relevant für einen Nachrichtenwert sein, aber viele – vor allem die Emails – werden sich nur um das langweilige Tagesgeschäft von Sony handeln. Das israelische Medienportal „Haaretz“, welches für seine mutigen und investigativen Leistungen weltweit geschätzt wird, berichtete diese Woche, dass aus einem Briefwechsels zwischen dem Unternehmensleiter des Multi-Medienkonzernes Michael Lynton, Sicherheitsboss Stevan Bernard und dem Vorstandsassistenten David Diamond, dass die Spitze des Konzerns besorgt über einen Bericht des iranischen Nachrichtenportals PressTV ist, die enthüllt, dass während des Gaza-Konfliktes im vergangenen Sommer Sony-Kameras verwendet wurden, was zu massiven Imageschäden führen kann.

https://twitter.com/ggreenwald/status/589916674658332673

Weiter geht aus den E-Mails hervor, dass die Hollywood-Spitze gute Beziehungen zur israelischen Regierung und zu Lobby-Gruppen wie AIPAC pflegt, wie es das Nahost-Nachrichtenportal MiddleastMonitor ausgewertet hat. Die Dokumente haben es insgesamt in sich. Sie zeigen die Verflechtung zwischen Staaten und Großkonzernen und zwischen Großkonzernen und Filmstars, wie uns das Beispiel mit Daniel Craig zeigt. Weniger überraschend ist da schon, dass die US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton Top-Beziehungen zm Sony-Konzern pflegt, wie der amerikanische Journalist Glenn Greenwald investigierte und – wie oben angeführt – twitterte.

Kaum im deutschsprachigen Medienraum wahrgenommen

Das Problem an solchen Massen-Veröffentlichungen ist aber auch, dass man nur einseitig nach E-Mails und Dokumenten suchen kann, die gezielt zur Schädigung von Staaten, Unternehmen und Einzelpersonen eingesetzt werden können. Wer die Daten hat, der hat auch oftmals die Macht über Schicksale. Insoweit wäre eine umfassende Bewertung der zahlreichen Daten zu diesem Zeitpunkt für einen einzelnen Autor schier unmöglich. Es bleibt daher abzuwarten, was noch an brisanten Informationen, Infografiken und Statements kommt.

Auffallend ist auch, dass die Berichterstattung der gängigen Leitmedien auf die Veröffentlichung zumindest im deutschsprachigen Raum sehr verhalten aufällt. Der offizielle Twitter-Account von WikiLeaks hat in den letzten Tagen noch keine Reportage über die Sony-Files, die aus den Federn bzw. Tastatur der westlichen Mainstream-Medien stammt. Allerdings findet man auch nicht jeden Beitrag auf dieser Plattform. Eine Medienschau über die aktuellen Auswertungen sowohl über die Sony-Files als auch für das TPP-Verhandlungsdokument (Contra berichtete), kann man auf dem englischsprachigen Blog „ThisDayInWikiLeaks“ nachverfolgen.

Mut ist ansteckend – unterstützt WikiLeaks!

Zudem hat sich Julian Assange über die „Ausmelkung“ der Person Edward Snowden durch den englischen Guardian beschwert.  Assange schrieb einen Kommentar auf dem europäischen Webauftritt des amerikanischen Wochenmagazins „Newsweek“, der auf dem obigen Tweet verlinkt ist. Jedenfalls zeigt es wieder mal deutlich auf, dass man sich bei Netzrecherchen nicht unbedingt auf die üblichen Leitmedien verlassen kann, was Enthüllungen im Internet betrifft und es richtig war, dass WikiLeaks diesen nicht weiter den Exklusiv-Zugang verschaffen möchte, wie es sich Spiegel oder Guardian nach der „Collateral Murder“-Enthüllung wünschten.

Wer als freier Weltbürger WikiLeaks unterstützen möchte, der kann sich auf der Seite von Courage Foundation schlau machen, welche mitunter von Snowden-Begleiterin Sarah Harrison sowie von der Menschenrechtsanwältin Renate Avila betrieben wird. Auf der Internetseite besteht die Möglichkeit sich näher über die Organisation zu informieren, zu Spenden oder ein T-Shirt zu kaufen, mit welchem man seine Solidarität zu Whistleblower Edward Snowden oder dem Aktivisten Jeremy Hammond, der die Stratfort-Emails enthüllte und zu 10 Jahren Haft verurteilt wurde, bekunden.

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