Zuwanderung & Rente: Eine Milchmädchenrechnung der FDP?

Die FDP hält eine jährliche Nettozuwanderung von 500.000 Menschen nach Deutschland für notwendig, um die Rente zu sichern. Doch stimmt das?

Von Michael Steiner

Die FDP ist wieder einmal voll dabei, Deutschland als Einwanderungsland zu propagieren. Zur Sicherung der Rente brauche es nämlich jedes Jahr eine halbe Million Zuwanderer, so der Fraktionsvize Christian Dürr zur dpa.

Die FDP schlägt daher eine Reform der Rentenfinanzierung vor, die auf einer höheren Migration in den Arbeitsmarkt und einer Aktienrente beruht, bei der die Rentenkassen in Aktien investieren, um höhere Renditen zu erwirtschaften.

“Wenn wir unsere öffentlichen Finanzen stabilisieren und den Schuldenstand reduzieren wollen, braucht unser Land mindestens 500.000 Einwanderer pro Jahr”, sagte Dürr. Gemessen an der Bevölkerungszahl und im Vergleich zu anderen Einwanderungsländern sei das nicht viel.

Allerdings ist das gewissermaßen auch eine Milchmädchenrechnung. Denn eine halbe Million Menschen für den Arbeitsmarkt pro Jahr sagt noch gar nichts aus. Hier geht es auch um die Qualifikation, Sprachkenntnisse und Alter der Migranten. Menschen beispielsweise in den Dreißigern dazu zu ermutigen, in Deutschland zu arbeiten, ist eine Farce.

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Wer beispielsweise jetzt mit 35 nach Deutschland kommt und gleich eine Arbeit findet, muss trotzdem noch bis ins hohe Alter arbeiten arbeiten. Der frühest mögliche Rentenbeginn ist im Jahr 2049, der reguläre Rentenantritt 2053. Damit brächte der Zuwanderer gerade einmal 32 Arbeitsjahre zusammen.

Und selbst dann ist der Rentenanspruch Dank der im europäischen Vergleich niedrigen Ersatzrate geradezu ein Hohn. Wenn der Zuwanderer rund 2.000 Euro brutto im Monat verdient, hat er eine Rente in Höhe von knapp über 600 Euro pro Monat zu erwarten. Bei 2.500 Euro brutto im Monat wären es wohl rund 770 Euro pro Monat. Nicht gerade ein gutes Anwerbeargument für Zuwanderer, oder?

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Selbst besser qualifizierte Zuwanderer, die beispielsweise mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von etwa 3.500 Euro rechnen können, erwartet im Alter nicht viel. Mit zwischen 1.000 und 1.100 Euro an Rente (minus Steuern) bleibt nicht mehr viel zum Leben.

Vielleicht wäre es auch einfach sinnvoller, sich Gedanken über eine alternative Finanzierung der Rente zu machen. Immerhin stehen wir in Zeiten der Umwälzung. Die Digitalisierung und Automatisierung, sowie der zunehmende Einsatz von Künstlicher Intelligenz wird die Arbeitswelt in den nächsten Jahrzehnten noch kräftig umwälzen. Die Millionen an Zuwanderern, die laut der FDP also in den deutschen Arbeitsmarkt strömen sollen, werden dann ohne Lohn und Brot dastehen. Und dann?

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2 Kommentare

  1. Dummdreiste verbrecherische Verbalitäten sind das Kapital der Okkupationsverwaltung im Bund. Sollte für die Rente die ja schon nicht mehr bezahlbar ist da die Kassen geplündert wurden keine Papierscheine mehr nachgedruckt werden, wird es eng. Die Illegalen Grenzverletzer sind bei Ausfall der Zahlungen vorbereitet und holen sich ohne Gnade das was sie brauchen, siehe Ahrweiler . Es wird ein Bürgerkrieg entfacht “der sich in Geld gewaschen hat”.
    Übrigens hat jede Partei im Bund die gleichen Ziele, Vernichtung der deutschen Kultur. Wer wählt endet im Kreis und der heißt Merkel, ein System ohne Alternativen, also komplett weg damit.,

  2. Ein Zeugnis der extremen Verdummung / Verarsche durch die neoliberalen “Heilsbringer” der FDP, die haben weder das Wohl des Michels, noch das ganz allgemein der “Arbeitspferde” im Sinn. Steht diese Spastikertruppe auch für Regressforderungen der Michel gerade, wenn die empfohlene Strategie schief geht?! Damit – mit diesem Vorschlag – sollte sich diese unredliche Propagandatruppe (pro Rentenversicherung über private Versicherer, Investments in Aktien, und das kurz vor dem Absturz!!) selbst disqualifiziert haben.
    Lösungen: das schweizer Rentenmodell, das von J. Pohl (AfD, nicht das von Meuthen!), eine deutlich stärkere Gewichtung der eigenen Kinder als Teil des Generationenvertrages!!! bei der Auszahlhöhe…., Reduzierung der Beamtenpensionen bei Verstößen der B. gg. Amtseid, FDGO, rechtsstaatliche Normen etc…
    Also Geisel und die Berliner Polizeipräsidentin würden von mir keine Pension erhalten…..

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