LSD kann, unter ärztlicher Aufsicht, auch einen positiven Rausch einleiten

Spätestens seit Marihuana erfolgreich in der Schmerztherapie Anwendung findet, ist es kein Geheimnis mehr. Rauschmittel müssen nicht unbedingt schädlich sein, sie können auch helfen Krankheiten zu heilen. Die aktuelle Forschung geht nun davon aus, dass die 1943 entdeckte halluzinogene Droge LSD dabei helfen kann Depressionen zu behandeln. Wie das funktionieren soll, ist hier nachzulesen.

Warum soll gerade LSD helfen?

Woher kommt die Annahme, dass Depressionen mit LSD behandelt werden könnten?

Die Grundlage dafür, dass LSD vom Teufelszeug zum Forschungsgegenstand wurde, bildete die Tatsache, dass Personen, die LSD konsumiert hatten häufig von einem immer gleichen Grunderlebnis berichteten. Auch dann, wenn sie LSD nur ein einziges Mal genommen hatten. Sie schätzten sich im Anschluss selbst als ausgeglichener, weniger depressiv und grundsätzlich freundlicher und friedfertiger im Umgang mit ihren Mitmenschen ein. Im Prinzip ist das genau der Zustand, der über die Verschreibung von Antidepressiva bei Patienten, die an Depressionen leiden, erreicht werden soll. Dass die Eigenschaften von LSD also nicht nur negative Auswirkungen auf den menschlichen Organismus haben können, zeigt zudem die Tatsache, dass man inzwischen legal online den Stoff 1V-LSD kaufen kann. Dieser wird zum Beispiel von Chemical Collective für Forschungszwecke vertrieben und ist genau betrachtet ein LSD-Derivat.

Warum überhaupt braucht es eine Alternative zu Antidepressiva?

Ärzte und Krankenkassen stellen einen immer weiteren Anstieg an Depressionserkrankungen fest. Deshalb bietet es sich an, eine möglichst breite Palette an möglichen Behandlungsmethoden zur Verfügung zu haben. Schließlich sprechen nicht alle Patienten auf die gleichen Arzneien und Therapien an. Weiterhin ist es leider noch immer so, dass Depressionen eher zu den Erkrankungen gehören, die nicht gut zu behandeln sind. Viele Patienten finden keine befriedigende Therapie. Von einer kompletten Heilung der Erkrankung ganz zu schweigen. Oft ist es so, dass Patienten immer wieder depressive Phasen durchleben, auch wenn die Beschwerden zwischenzeitlich komplett verschwunden zu sein scheinen. Hier ist es wichtig, dass die Erforschung der Krankheit weiter fortschreitet, um den Patienten langfristig vielleicht doch eine innovative Option zur Heilung anbieten zu können.

Was passiert bei der Einnahme von medizinischem LSD?

Personen, die LSD zu medizinischen Zwecken eingenommen haben, berichten von Erfahrungen, die einem gewöhnlichen LSD-Trip ähneln. Ein solcher Trip kann bis zu zwölf Stunden lang andauern. Der Patient ist dabei unter Aufsicht eines Therapeuten. Schließlich soll ihm keine Drogenerfahrung beschert werden, sondern es soll die Wirkung des LSD auf seinen Gesamtzustand beobachtet werden. Der Einnahme des medizinischen LSD geht immer eine eingehende therapeutische Vorbereitung voraus. Denn bei allen psychedelischen Trips, wie auch der auf medizinischem LSD einer ist, können positive wie negative Ausprägungen des Trips vordergründig sein. Ein negativer Trip würde dem Patienten zum Beispiel Angstgefühle oder eine Verfolgungsparanoia bescheren. Erwünscht ist jedoch ein positiver Trip, der Ängste löst, das Selbstvertrauen des Patienten stärkt und ihm ein Zugehörigkeitsgefühl zu anderen Menschen, der Natur oder zur Gesellschaft vermittelt. Entscheidend für das Gelingen ist, dass der Patient sich mit dem betreuenden Therapeuten wohl fühlt und auch der Ort, an dem die Einnahme des LSD stattfindet, positiv auf ihn wirkt.

Was passiert beim Patienten nach dem Trip?

Hat der Patient einen positiven Trip durchlebt, kann ihm das helfen sein Gedankengerüst umzustrukturieren. Deshalb ist es auch so essentiell bereits vor der Einnahme des medizinischen LSD die Voraussetzungen für eine positive Erfahrung zu bilden. Wer an Depressionen leidet, ist oftmals grundsätzlich in negativen Gedankenschleifen gefangen. Sowohl Antidepressiva als auch LSD können dabei behilflich sein diesen Kreislauf zu durchbrechen. Der begleitende Therapeut nutzt nach dem Trip alle Informationen, die ihm der Patient, etwa im Gespräch, über seine Trip-Erfahrungen gegeben hat. So kann er herausfinden welchen Kern eventuelle Sorgen und Problematiken des Patienten haben und dabei helfen diesen gezielt zu bearbeiten. Da das medizinische LSD den Patienten in eine Entspannungssituation versetzt, ist unterbewussten oder verdrängten inneren Nöten einfacher beizukommen.

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Was man sonst noch wissen muss

Die Psychedelische Forschung im Rahmen der Medizin steckt bislang noch in den Kinderschuhen. Nichts desto trotz sollten Stoffe, die im Volksmund als Drogen verschrien sind, sind grundsätzlich abgelehnt werden. Denn richtig angewendet können sie so manches Leiden erträglicher machen.

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