Griechenland: Aufrüsten trotz marodem Haushalt

Wegen den Spannungen mit der Türkei im östlichen Mittelmeer rüstet Griechenland weiter auf. Auf Pump natürlich. Und das, obwohl das Land weiterhin am Rande der Zahlungsunfähigkeit steht.

Von Marco Maier

Obwohl der griechische Staatshaushalt nach wie vor nicht einmal ansatzweise in Ordnung ist, rüstet Athen weiter auf. Ganze sechs Rafale-Kampfbomber aus französischer Produktion und vier neue Fregatten sollen gekauft werden. Zuvor schon hatten die Griechen 18 Rafale-Jets bestellt und nun diese Order aufgestockt.

Wie France24 berichtet, hat Athen im Januar 18 dieser Flugzeuge, davon 12 Second-Hand, für 2,5 Milliarden Euro bestellt. Die gebrauchten Modelle stammen aus der französischen Luftwaffe und sollen bereits dieses Jahr in Griechenland in Dienst gestellt werden.

Bei den Kriegsschiffen handelt es sich laut Naval Technology um F110-Klasse-multi-Missions-Fregatten die auch die Fähigkeit zur Bekämpfung von U-Booten besitzen. Diese werden von Navantia in Spanien produziert. Der Kaufpreis: rund 3,5 Milliarden Euro. Damit handelt es sich um Deals von insgesamt fast sieben Milliarden Euro. Die laufenden Kosten für Betrieb und Wartung kommen dann noch hinzu.

Angesichts dessen, dass der griechische Staat bei schätzungsweise 80,2 Milliarden Euro an Einnahmen und 96,5 Milliarden Euro an Ausgaben allein im letzten Jahr ein Haushaltsdefizit von mehr als 16 Milliarden Euro verzeichnete und die Staatsverschuldung mit rund 360 Milliarden Euro an Verbindlichkeiten weiterhin nicht unter Kontrolle ist, ist dies schon ein Wahnsinn.

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Wenn man zusätzlich bedenkt, dass Griechenland bereits einer der am meisten hochgerüsteten Staaten der Europäischen Union ist, stellt sich zudem noch die Sinnhaftigkeit einer weiteren solchen Aufrüstung.

Klar, der Konflikt mit der Türkei um die Grenzen im östlichen Mittelmeer schwelt weiter, doch auch Ankara hat sein Militär massivst hochgerüstet und ein paar mehr Kampfjets und Fregatten auf griechischer Seite ändern nichts an der theoretischen materiellen Überlegenheit der Türken.

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Allerdings sorgt dies auch innerhalb der NATO (wo beide Länder Mitglied sind) für massive Spannungen. Insofern trägt der griechische Schritt diesbezüglich auch nicht gerade für eine Verbesserung der diplomatischen Beziehungen zwischen den beiden Ländern.

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