Schwarzes Meer: NATO-Übung übte Beschuss von russischen Schiffen

Die NATO berichtet, dass sie am 2. Juli im Schwarzen Meer so genannte Luftverteidigungsübungen durchgeführt hat.

Von Rick Rozoff / Antikrieg

Offensichtlich waren die Manöver unabhängig von den gleichzeitig stattfindenden See- und Luftübungen Sea Breeze mit 32 Nationen. Und von den kürzlichen Hafenbesuchen und der Teilnahme an Übungen des Lenkwaffenzerstörers HMS Defender und der Fregatte HNLMS Evertsen im selben Meer, von denen der erste am 23. Juni beinahe einen internationalen Zwischenfall, wenn nicht gar einen Krieg ausgelöst hätte.

US- und NATO-Kriegsschiffe, Militärflugzeuge, Raketen und Truppen sind so häufig in der Schwarzmeerregion bei sich überschneidenden Militärübungen, dass es ein Wunder ist, dass Handelsschiffe überhaupt Platz zum Manövrieren finden oder dass die Sonne jemals auf die Wellen des Meeres durchbricht.

Vor zwei Tagen hielten die Luft- und Seestreitkräfte der NATO (im Unterschied zum Alliierten Luftkommando der NATO oder als Kombination aus diesen beiden Kommandos) eine Luftverteidigungsübung (ADEX) im Schwarzen Meer ab, “um die Zusammenarbeit im Bündnis zu verbessern, die Luft-See-Kommunikation zu üben und stärkere Beziehungen zwischen den Alliierten aufzubauen.” Kurz gesagt, um sich auf einen Krieg mit Russland in und vor den Küsten des Schwarzen Meeres vorzubereiten.

An dem nicht im Geringsten imaginären oder abstrakten Kriegsszenario nahmen Kampfflugzeuge aus Griechenland, Rumänien und der Türkei, ein AWACS-Flugzeug der NATO, ein rumänisches C-27-Transportflugzeug, ein türkisches Militärpatrouillenflugzeug und drei Fregatten der Standing NATO Maritime Group 2 (SNMG 2) teil: das Flaggschiff der italienischen Marine Fasan, die Regina Maria der rumänischen Marine und die Barbaros der türkischen Marine. Die drei Fregatten befinden sich derzeit auf der Durchfahrt durch das Schwarze Meer und werden an den Sea Breeze-Kriegsspielen teilnehmen – sofern sie sich daran erinnern, welchem NATO-Kriegsspiel sie an einem bestimmten Tag zugeteilt wurden.

Loading...
Lesen Sie auch:  Covid-19: Putin spricht sich gegen eine Impfpflicht aus

Eine NATO-Pressemitteilung zu der Übung beschrieb sie wie folgt: “Das Luft-See-Integrationstraining demonstriert die Fähigkeiten, die Bereitschaft und die Entschlossenheit der NATO, die Bevölkerung der Alliierten zu schützen; mit unseren Schiffen und Flugzeugen, die friedlich vor der rumänischen Küste operieren, sichern wir auch die Alliierten in der Region ab.”

So interpretiert die NATO den “Schutz der verbündeten Bevölkerungen”:

“Während zunächst F-16-Kampfflugzeuge der türkischen Luftwaffe Angriffe auf die NATO-Schiffe simulierten, die daraufhin Verteidigungsübungen durchführten, führten die griechischen und rumänischen F-16-Kampfflugzeuge in einer separaten Veranstaltung ähnliche Trainingsmanöver durch, wobei die griechischen Kampfflugzeuge die Schiffe angriffen, die gemeinsam mit den rumänischen Kampfflugzeugen antworteten. Anschließend führten die griechischen und rumänischen Kampfflugzeuge Luft-Luft-Kampfübungen durch.”

Man fragt sich, ob die NATO-Schiffe, um ihnen einen Hauch von Authentizität zu verleihen, bei dieser Gelegenheit die russische Flagge gehisst haben.

Versuchen Sie, sich ein Bild davon vor Augen zu halten, während Sie diese Worte des stellvertretenden Stabschefs des Allied Air Command, Brigadegeneral Andrew Hansen, lesen:

“Insgesamt demonstriert das Luft-See-Integrationstraining die Fähigkeiten, die Bereitschaft und die Entschlossenheit der NATO, die Bevölkerung der Alliierten zu schützen; mit unseren Schiffen und Flugzeugen, die friedlich vor der rumänischen Küste operieren, sichern wir auch die Alliierten in der Region ab.”

Es scheint, dass die Welt erst dann von dem laufenden Krieg erfährt – denn um so einen handelt es sich -, wenn er für beendet erklärt wurde.

Teilen Sie diesen Artikel:

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: redaktion@contra-magazin.com nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.