Das chinesische Wunder, revidiert

Das hundertjährige Bestehen der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) findet diese Woche im Herzen einer glühenden geopolitischen Gleichung statt.

China, die aufstrebende Supermacht, ist zurück auf dem Weg zu der globalen Bedeutung, die sie über Jahrhunderte der aufgezeichneten Geschichte genossen hat, während der untergehende Hegemon durch die “existenzielle Herausforderung” gelähmt ist, die sich seiner flüchtigen, einseitigen Dominanz stellt.

Eine Mentalität der Vollspektrum-Konfrontation, bereits in der 2017 U.S. National Security Review skizziert, ist schnell in Angst, Abscheu und unerbittliche Sinophobie geglitten.

Hinzu kommt die umfassende strategische Partnerschaft zwischen Russland und China, die anschaulich den ultimativen Mackinder’schen Albtraum der anglo-amerikanischen Eliten – bestenfalls für zwei Jahrhunderte – entlarvt, und die von der “Herrschaft über die Welt” überdrüssig geworden sind.

Der kleine Steuermann Deng Xiaoping hat vielleicht die ultimative Formel für das geprägt, was viele im Westen als das chinesische Wunder definiert haben:

“Die Wahrheit aus Fakten zu suchen, nicht aus Dogmen, egal ob aus dem Osten oder Westen”.

Es ging also nie um göttliche Intervention, sondern um Planung, harte Arbeit und Lernen durch Versuch und Irrtum.

Die jüngste Sitzung des Nationalen Volkskongresses liefert ein krasses Beispiel. Er verabschiedete nicht nur einen neuen Fünfjahresplan, sondern tatsächlich eine vollständige Roadmap für Chinas Entwicklung bis 2035: drei Pläne in einem.

Was die ganze Welt in der Praxis sah, war die offensichtliche Effizienz des chinesischen Regierungssystems, das in der Lage ist, extrem komplexe geoökonomische Strategien zu entwerfen und umzusetzen, nachdem es auf lokaler und regionaler Ebene eine Vielzahl von politischen Initiativen diskutiert hat.

Vergleichen Sie das mit dem endlosen Gezänk und dem Stillstand in den westlichen liberalen Demokratien, die nicht in der Lage sind, für das nächste Vierteljahr, geschweige denn für fünfzehn Jahre zu planen.

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Die Besten und Klügsten in China machen tatsächlich ihren Deng; die Politisierung der Regierungssysteme ist ihnen völlig egal. Was zählt, ist das, was sie als ein sehr effektives System definieren, um SMARTe (spezifische, messbare, erreichbare, relevante und zeitgebundene) Entwicklungspläne zu machen und sie in die Praxis umzusetzen.

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Eine Analyse von Pepe Escobar

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Ein Kommentar

  1. Mao war der Zerstörer Chinas um die kommunistische Idee zu platzieren und Deng Xiao Ping war der wirtschaftliche Vordenker nach dem Motto, während die einen bei Sturm die Fensterläden schließen baut der andere eine windgetriebene Mühle um die Früchte zu mahlen, damit es dem Volk besser geht.

    Das gab es bei uns auch schon einmal, aber das ist lange her und alte Tugenden sind uns schon lange verloren gegangen und wer den Drill auf Chinas Schulhöfen schon vor Jahrzehnten vor Ort sehen konnte und den Ergeiz der Eltern, ihre Kinder zum Lernen anzuhalten damit sie überhaupt eine Chance haben und dabei alles andere in den Hintergrund stellten, der wundert sich doch nicht was aus diesem Land geworden ist und wenn man dann noch Vergleiche von damals zu heute ziehen kann, dann ist das ein Quantensprung und ausschließlich Deng zu verdanken, dessen Linie seine Nachfolger treu geblieben sind und das Ergebnis kann man ja heute sehen, egal wie sie es gemeistert haben, es ist sichtbar und nicht mehr zu tilgen.

    Schon damals war die Aufbruchsstimmung sichtbar und trotz aller großen Probleme haben sie es geschafft sich ganz nach vorne vorzuarbeiten und einige vorausschauende Gesprächspartner haben in weiser Voraussicht schon angekündigt, daß China die Welt anfang des einundzwanzigsten Jahrhundert überholen wird und entweder war es eine überzogenen Vermutung oder Weitblick, das kann jeder sehen wie er will.

    Heute tun viele Politiker so, als wäre das alles überraschend gekommen, obwohl sie die Entwicklung schon lange betrachten konnten und nichts unternommen haben um diese Entwicklung zu ihren Gunsten zu stoppen und jetzt ist es zu spät, denn die werden wieder das Reich der Mitte nach alter Väter Sitte, wenn es auch die Kommunisten sind, die die alten Feudalherren abgelöst haben und nun ihre Rolle eingenommen haben, was ja zu erwarten war.

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