Amerika, Anführer der freien Welt? Wie man US-Einmischung in ausländische Wahlen vergisst

Nach nur fünf Monaten im Amt, ist Präsident Joe Biden bereits für seine verbalen Fauxpas und mis-spokes berüchtigt geworden, so sehr, dass ein zugegebenermaßen Republikaner-parteiischen Arzt hat vorgeschlagen, dass er getestet werden sollte, um seine kognitiven Fähigkeiten zu bestimmen.

Davon abgesehen gibt es jedoch einen Tweet vom 16. Juni, für den er verantwortlich ist und der alles andere an schierer Verlogenheit übertrifft. Er erschien kurz nach dem Gipfeltreffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und es war offenbar rhetorisch gemeint, zumindest soweit Biden den Begriff versteht. Es ging so:

“Wie wäre es, wenn die Vereinigten Staaten vom Rest der Welt wegen der direkten Einmischung in die Wahlen anderer Länder betrachtet werden würden und jeder es wüsste? Wie wäre es, wenn wir uns auf Aktivitäten einließen, die er [Putin, Anm.d.Red.] unternahm? Das schmälert das Ansehen eines Landes.”

Es gibt verschiedene Schätzungen darüber, in wie viele Wahlen sich die Vereinigten Staaten seit dem Zweiten Weltkrieg genau eingemischt haben, die Zahlen liegen meist irgendwo zwischen 80 und 100, aber das berücksichtigt nicht die häufigen Interventionen verschiedener Art, die vor allem in Lateinamerika zwischen dem Spanisch-Amerikanischen Krieg und 1946 stattfanden. Man erinnert sich, wie der höchstdekorierte Marine in der Geschichte des Korps, Generalmajor Smedley Butler, 1935 erklärte, dass “Krieg ein Schläger ist”. Er gestand, dass er “… geholfen hat, Mexiko, insbesondere Tampico, 1914 für amerikanische Ölinteressen sicher zu machen. Ich habe geholfen, Haiti und Kuba zu einem anständigen Ort zu machen, an dem die Jungs von der National City Bank ihre Einnahmen kassieren konnten. Ich half bei der Vergewaltigung von einem halben Dutzend mittelamerikanischer Republiken zum Nutzen der Wall Street. Die Liste der Erpressungen ist lang. Ich half bei der Säuberung Nicaraguas für das internationale Bankhaus Brown Brothers in den Jahren 1909-1912. Für die amerikanischen Zuckerinteressen brachte ich 1916 Licht in die Dominikanische Republik. In China half ich, dafür zu sorgen, dass Standard Oil unbehelligt seinen Weg gehen konnte.”

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Eine Analyse von Philip Giraldi

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