Russland will relevant sein, fühlt sich von China bedrängt und andere populäre Wahnvorstellungen einer sterbenden Technokratie

Kann Putin einige wichtige Anti-Atomkriegs-Mechanismen konsolidieren, um die Kriegsspannung ausreichend zu senken, um durch die stürmischen Gewässer zu navigieren, die vor ihm liegen, oder ist es bereits zu spät?

Sind geopolitische Analysten im Westen ernsthaft wahnhaft genug, um zu glauben, dass Russland und China unterminiert werden können?

Es ist erst einen Monat her, dass sich die Welt auf der Überholspur zu einem Atomkrieg zwischen den NATO-Mächten und Russland befand, weil die Spannungen in der Ukraine zum Kochen gebracht worden waren. Natürlich war es nicht nur die von Nazis beherrschte Ukraine, die als Auslöser für einen großen Showdown benutzt wurde, da Beweise für einen Regimewechsel in Weißrussland und sogar Mordversuche publik wurden und die Eskapaden von MI6 und Bellingcat neue Wellen von antirussischen Sanktionen in der transatlantischen Gemeinschaft rechtfertigten. Diese Eskapaden führten sogar zur Ausweisung russischer Diplomaten aus der Tschechischen Republik, wobei die Medien versuchten, dem Kreml die Schuld für Cyberangriffe auf amerikanische Pipelines in die Schuhe zu schieben. Außerdem schien eine Null-Toleranz-Politik gegenüber der Fertigstellung der Nord Stream 2-Pipeline bis vor kurzem eine nicht verhandelbare rote Linie für Washington zu sein. Wohin man auch blickte, das Schreckgespenst eines Atomkrieges war allgegenwärtig, und nur Unternehmen, die sich auf den Verkauf von Luftschutzbunkern spezialisiert hatten, waren mit der Richtung des Weltgeschehens zufrieden.

Und dann änderte sich etwas.

Vielleicht hatte es etwas mit der Tatsache zu tun, dass bestimmte Machtmakler unter den “Great Resetting”-Leuten des Westens erkannten, dass eine schwelende Erde mit radioaktivem Zerfall nicht das war, worüber sie herrschen wollten (oder worunter), und dass Russland nicht die Absicht hatte, in dem Spiel des nuklearen Huhns, das damals gespielt wurde, einen Rückzieher zu machen.

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Vielleicht hatte es etwas mit der Tatsache zu tun, dass Russlands fortschrittliche Hyperschall-Nuklearraketen-Trägersysteme nicht Teil der auf der Spieltheorie basierenden Computermodelle waren, die die Planer von Kriegsspielszenarien entworfen hatten, um die Einkreisung Russlands durch das gesamte Spektrum der Dominanz in den letzten 20 Jahren zu rechtfertigen. Während ein “begrenzter Atomkrieg” vor Jahrzehnten wie ein akzeptables Risiko klang und bis vor kurzem zu den “am wenigsten schlimmen” möglichen Ergebnissen gehörte, die in Computermodellen entworfen wurden, haben die von Russland vorgestellten Technologien der nächsten Generation den Vernünftigeren unter den Dr. Strangeloves der NATO gezeigt, dass dieser Weg nicht die Früchte tragen würde, die sie sich einst erhofften.

Ein neues Kalkül zeichnet sich ab

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Eine Analyse von Matthew Ehret

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Ein Kommentar

  1. An ihren Taten kann man sie erkennen. Die Sowjetunion war das Ergebnis der russischen Feudalherrschaft und nachdem Hitler die Sowjetunion überfallen hat und dann mit vereinten Kräften zurück geschlagen wurde haben sich die Russen bis zur Demarkationslinie alle Länder in ihren Einflußbereich einverleibt und mit ihrem ureigensten Mißtrauen diese auch entsprechend behandelt, was nicht richtig war, aber aus der vorausgegangenen Zeit zu begründen war.

    Das sich nun die Zeit gewandelt hat, sollte man auch das zur Kenntnis nehmen und seit der Wiedervereinigung und dem gewaltigen Umbruch in Europa wurde auch Rußland moderner und gleichzeitig moderater, wobei man die Historie verstehen sollte, daß ein unfreies System nicht über Nacht frei sein wird, ähnliches ist ja auch in China sichtbar und trotzdem finden Veränderungen statt, die man nicht übersehen sollte, wenn man noch den Ursprung sieht und mit dem Fortschritt vergleicht, unabhängig von den Macken die sie heute noch haben, aber längst nicht mehr das sind was sie einmal waren.

    Rußland selbst hat noch die wenigsten Kriege nach außen inszeniert im Gegensatz zu den USA und deshalb sollte man auch ihre Bemühungen positiv sehen, wenn sie sich uns annähern wollen, denn geopolitisch ist ihre Lage derzeit nicht so günstig, weil man im Westen einen Nachbarn hat, der kein gutes Haar an ihnen läßt und im fernen Osten nie weiß, was da kommen könnte, trotz aller Beteuerungen, denn im Falle eines Angriffs auf Rußland weiß ja niemand so genau, was dann die Chinesen machen und das ist ein großes Unsicherheitspaket, was sie mit sich herum tragen müssen.

    Aus Gründen der Vernunft und auch in Anbetracht des unguten Gefühls der Chinesen gegenüber wäre es doch sinnvoll sich gegenüber Rußland anders zu verhalten, denn das Hemd sitzt doch näher als der Rock und bei aller Betrachtung der gesamten Weltlage kann es sich augrund der atomaren Bewaffnung niemand leisten, einen Krieg vom Zaun zu brechen, denn das wäre dann wirklich das Ende der Zivilisation und wer meint, er könne so etwas noch eingrenzen, der scheint nicht mehr alle Latten am Zaun zu haben, weil vom Ablauf her die logische Konsequenz folgt und die läßt uns alle alt aussehen.

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