Öl bei 100 Dollar? Analysten warnen vor Versorgungskrisen

Der Ölpreis könnte noch in diesem Jahr auf 100 Dollar pro Fass steigen, so Analysten. Grund seien Versorgungskrisen.

Von Redaktion

“Unglaubliche Nachfrage”, Inflation und der Druck der Aktionäre auf die Ölkonzerne, die Emissionen drastisch zu senken, könnten innerhalb von drei Jahren zu einer Ölkrise mit sehr hohen Öl- und Benzinpreisen führen, sagte David Tawil, Präsident von Maglan Capital, am Mittwoch gegenüber Fox Business.

Tawil ist seit einiger Zeit sehr bullish für Öl und glaubt, dass die Preise bald die Marke von 100 Dollar pro Barrel erreichen könnten.

Auf kurze Sicht haben die Ölpreise mehr Spielraum nach oben, sowohl aus Sicht der Inflation als auch aus Sicht der Nachfrage, sagte er gegenüber Fox Business.

Die Ölpreise werden jetzt bis zum Ende des Jahres beständig und erheblich steigen”, sagte Tawil.

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Außerdem könnte das Angebot der Ölkonzerne aufgrund des Drucks von Aktionären und Umweltbehörden ebenfalls zurückgehen. In den Vereinigten Staaten würden die Umwelt-, Sozial- und Governance-Bedenken (ESG) sowie der Vorstoß der US-Regierung in Richtung erneuerbare Energien und weg von fossilen Brennstoffen ebenfalls zu einem geringeren Angebot beitragen und in den kommenden Jahren zu einer Angebotskrise führen, so Tawil von Maglan Capital.

Die größten unabhängigen Rohstoffhändler der Welt sind ebenfalls optimistisch für Öl und schließen einen Ölpreis von 100 Dollar nicht aus.

Auch wenn Öl nicht auf einen neuen Superzyklus zusteuert, haben die Preise aufgrund einer starken Nachfrageerholung und der erwarteten Angebotsverknappung noch Spielraum nach oben, sagten Top-Manager von Trafigura, Vitol und Glencore auf dem FT Commodities Global Summit Anfang dieser Woche.

Es gibt eine Chance für 100 Dollar Öl, sagte Jeremy Weir, CEO von Trafigura, und fügte hinzu:

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“Man braucht höhere Preise, um Anreize zu schaffen… und vielleicht auch, um in Zukunft auf den Kosten für Kohlenstoff aufzubauen. Sie müssen auch Kapital in das Geschäft locken.”

“Von hier aus geht es höher” für die nächsten sechs Monate, sagte Alex Sanna, Head of Oil Marketing bei Glencore, auf derselben Veranstaltung.

Russell Hardy, CEO des weltgrößten unabhängigen Ölhändlers Vitol, sagte ebenfalls, dass 100 Dollar pro Barrel Öl “natürlich eine Möglichkeit” seien, warnte aber die übereifrigen Bullen, dass “wir uns im Moment in einem etwas künstlichen Markt befinden”, da die OPEC+ Gruppe noch etwa 5,5 Millionen Barrel pro Tag (bpd) zurück auf den Markt bringen muss, und zwar nach aktuellen Plänen bis April 2022.

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5 Kommentare

  1. Normalerweise ist der Ölpreis der Inflationsindikator. Normalerweise zieht die steigende Nachfrage den Ölpreis nach oben.
    Wir leben in einer Ölkultur, ob Chemie, Pharmazie, Elektronik, Handys, Fernseher, Windräder, Verpackung oder Sprit, ohne Öl geht nichts.
    Der ölpreis schlägt sich normalerweise auf die Herstellerkosten durch und verursacht Preissteigerungen. Was David Tawil da erzählt, ist ziemlich wild.

    Unten wird es aber richtig dagestellt.

    Wenn die westlichen Industriestaaten aufs Öl verzichten wollen und es künstlich mit Abgaben verteuern, werden sich andere Länder die Hände reiben und uns mit ihrem Billigangebot ersticken. Mit billigen E-Autos zum Bleistift, billigen Tabletten, billiger Elektronik.
    Öl ist der wichtigste Rohstoff überhaupt. Die USA verbrauchen alleine für ihre 130 Militärstandorte soviel Öl wie Schweden. Und womit sollen die Schiffe und LKWs fahren? Das Transportwesen verbraucht das meiste Öl?

    Inflation wird nur dann kritisch, wenn die Nachfrage einbricht oder der Staatshaushalt aus den Fugen geraten ist. In den 70er Jahren hatten wir in Deutschland eine Inflation von 17% und bei steigender war das kein Problem. Dann zieht die Zentralbnak einfach die Leitzinsen hoch und alles ist gut.

    Aber es ist eben anders, denn nach jahrzehntelanger Deflation könnten wir jetzt tatsächlich unser blaues Wunder erleben.

  2. Ich hatte an anderer Stelle angemerkt, ob nicht der Peak Öl hinter dem Klimawandel und Corona steckt?
    Soros, Gates, Buffet und Rockefeller kennen sich. Soros kennt Baerbock und fördert die Klimakids, und Buffet und Gates wollen Atomkraftwerke. Der Vater der Klimabewegung ist James Hanson und der steht auch für Atomkraftwerke.

    Dann sind da noch die Bilderberger. Bei Wikipedia gibt es eine Liste aller Teilnehmer. Da ist Rockefeller auch Aktivist.

    1. non serviam, es gibt keinen Peak Öl!
      Kohle und Kohlenwasserstoffe, die als “Fossile Treibstoffe” gelten, werden aus der Erde “ausgeschwitzt”.
      Das haben die Russen zuerst erkannt. Es werden längst Lagerstätten angezapft, die nachweislich NIEMALS an der Erdoberfläche gelegen sein können und durch tektonische Kräfte versenkt worden seien. Zudem hätte das Leben niemals diese Menge an Kohlenwasserstoffen in der Vergangenheit erzeugen können. Ausgepumpte Förderstellen füllen sich wieder, zur Freude der Besitzer, die meist “vergessen” haben aufzuräumen, nachdem der Abbau geschlossen wurde.
      Gaddafi hat bei seiner Ölsuche oft “juveniles Wasser” statt Öl gefunden, das auf ähnliche Weise entsteht. Darüber hab ich Mal was in “Raum&Zeit” gelesen.

      1. Das hat ein Russe an einem Bohrloch festgestellt. Da darf man annehmen, daß Öl vom Rande der Ölblase nachgeflossen ist.

        In den USA liegen die alten Ölfelder alle brach. Deshalb wird gefrackt. Die USA waren immerhin mal der größte Ölförderer der Welt.

        Die ganze moderne Zivilisation ist auf Öl gebaut. Öl ist der Allround-Rohstoff überhaupt. Die USA wären die ersten, die ihre alten Bohrlöcher untersuchen würden.

  3. Ist das nicht komisch, dass Preisentwicklungen mit einer solchen Sicherheit vorhergesagt werden können? So eine Glaskugel hätte ich auch gerne. Andere nennen das Pharisäertum, ich nenne es Planwirtschaft.

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