Läuft Putin in eine Propagandafalle?

Stellen die Amerikaner Putin mit dem Treffen mit Biden eine Propagandafalle? Das Narrativ bestimmen Washington und die Mainstreammedien.

Von Paul Craig Roberts / Antikrieg

Bevor wir uns der Hoffnung hingeben, dass der Biden/Putin-Gipfel zu besseren Beziehungen zwischen den USA und Russland führen wird, sollten wir uns an den Trump/Putin-Gipfel in Helsinki im Juli 2018 erinnern. Die US-Medien und die Demokratische Partei nutzten den Trump/Putin-Gipfel, um das Ereignis als einen Ort anzuschwärzen, an dem Putin “seinen Status und den Status Russlands als Staatsfeind Nr. 1 der USA zementierte.”

Das amerikanische Establishment stellte sicher, dass der Gipfel scheitern würde. Drei Tage vor dem Gipfel klagte das Justizministerium 12 russische GRU-Offiziere an. Zwei Tage vor dem Gipfel forderten die Demokraten im Senat Trump auf, das Gipfeltreffen abzusagen.

CIA-Direktor John Brennan sagte, dass die Pressekonferenz nach dem Gipfel zeigte, dass Trump “die Schwelle der hohen Verbrechen und Vergehen überschritten hat. Es war nichts weniger als Verrat. Nicht nur, dass Trumps Äußerungen schwachsinnig waren, Trump steckt völlig in der Tasche von Putin.”

Mit anderen Worten, die Demokratische Partei, der US-Militär-/Sicherheitskomplex und die amerikanischen Medien betrachteten Trumps Treffen mit Putin als einen Akt des Verrats. Unabhängig davon, ob beim Trump/Putin-Gipfel etwas Gutes geschah, kontrollierten die Medien-Presstituierten, die Demokraten und die CIA das Narrativ.

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Die Frage, die sich uns stellt, ist: wenn es für Trump Verrat war, sich mit Putin zu treffen, warum ist es dann für Biden erlaubt, sich mit Putin zu treffen?

Die Antwort ist vielleicht, dass der Biden/Putin-Gipfel eine Propaganda-Falle für den Kreml ist. So wie der Kreml in eine Propagandafalle getappt ist, als er Nawalny erlaubte, seine Giftbeschwerde nach Deutschland zu bringen, könnte der Kreml die Torheit wiederholen, indem er dem Treffen mit Biden zustimmte.

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Wir wissen aus Berichten über das Treffen zwischen Lawrow und dem US-Außenminister vor dem Gipfel, dass Bidens Agenda eine Liste von Anschuldigungen gegen Russland ist. Mit anderen Worten: Bidens Absicht ist es, Putin zur Rechenschaft zu ziehen. Natürlich kann ein solches Treffen nicht zu einer Verbesserung der Beziehungen führen, es sei denn, Putin bekennt sich zu den Vorwürfen und verspricht, sich in Zukunft besser zu verhalten. Andernfalls wird Washingtons Narrativ lauten, dass der Gipfel aufgrund von Putins Unvernunft ein Fehlschlag war. Putin würde nicht zustimmen, mit dem Vergiften von Menschen aufzuhören. Putin würde nicht zustimmen, mit der Invasion von Ländern aufzuhören. Putin würde nicht zustimmen, mit der Einmischung in Wahlen aufzuhören. Putin würde nicht zustimmen, mit Cyberangriffen aufzuhören.

Mit anderen Worten, Washington wird den Gipfel nutzen, um den Status von Putins Russland als “US-Staatsfeind Nr. 1” zu bekräftigen. Dies wird mit ziemlicher Sicherheit das Ergebnis sein. Washington nutzt den russischen Wunsch, vom Westen akzeptiert zu werden, um einen unvorsichtigen Kreml in eine Propagandafalle zu locken.

Das Biden-Regime besteht aus Ideologen und ist wahrscheinlich die am wenigsten professionelle Regierung in der Geschichte der USA. Aber Professionalität hat damit nichts zu tun. Biden hat viele der gleichen Leute – Victoria Nuland zum Beispiel -, die die “Maidan-Revolution” organisierten und in der Ukraine eine Moskau-feindliche Regierung installierten. Trotz der diplomatischen Bemühungen des Kremls in der Europäischen Union stimmte das Europäische Parlament kürzlich dafür, einen Regimewechsel in Russland zu unterstützen. Wie kann der Kreml bei einem so hohen Grad an westlicher Feindseligkeit gegenüber Russland ein positives Ergebnis von einem Gipfel erwarten?

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Der Kreml hat nicht verstanden, dass Russland für Washington als Feind weit mehr wert ist als als Freund. Die “russische Bedrohung” ist die Grundlage für das Tausend-Milliarden-Dollar-Jahresbudget des US-Militär-/Sicherheitskomplexes und die Macht, die mit dieser enormen Summe einhergeht. Was ist die Rechtfertigung für dieses Budget, wenn nicht die “russische Bedrohung”.

Die “russische Bedrohung” hält auch Westeuropa und die NATO auf einer Linie mit der US-Politik. Wenn es keine russische Bedrohung gibt, was ist dann der Sinn der NATO? Was würde die europäischen Länder daran hindern, eine unabhängige Außenpolitik zu betreiben und damit zu einer multipolaren Welt beizutragen? Bidens Interesse ist es, die Spannungen mit Russland zu erhöhen, nicht zu verringern. Wir sollten uns daran erinnern, dass die CIA, das FBI, die Demokraten und die US-Medien “Russiagate” inszeniert haben, um Trump an der Normalisierung der Beziehungen zu Russland zu hindern. Es gibt keine Grundlage für die Annahme, dass Biden erlaubt sein wird, das zu tun, was Trump verboten worden war.

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2 Kommentare

  1. Die Nato ist doch nicht das einzige Bündnis, daß die USA innitiiert haben, in Asien gibt es doch ein Pedant dazu und das nennt man Einkreisungspolitik mit Hilfe der Satrapen und nach außen stellt man es dar als Hilfe zur Selbsthilfe, was schon lange nicht mehr nötige wäre, wenn man keine finsteren Absichten verfolgen würde.

    Nun kann man der östlichen Seite, ob Rußland oder China so manches unterstellen, was aber beweispflichtig wäre und selbst wenn dieser angestellte Tattergreis hinter dem Atlantik seinen Hintermännern einen Gefallen tun muß, wird er nicht viel an der Tatsache ändern, daß ihre vermeintlichen Gegner schon lange aus den zu kleinen Schuhen herausgewachsen sind und ernstzunehmende Konkurrenten sind, entweder wirtschaftlicher Natur, oder militärischer, oder beides zusammen, denn der BIP eines Landes sagt viel, aber nicht alles, denn dazu gehört die sittliche Reife und der Einsatz eines Landes im Ernstfall.

    Ob diese Fähigkeit noch im Westen vorhanden ist kann man bezweifeln, den Wohlstand macht träge und verwirrt die Sinne und deshalb dürften wir außer großen Worten sicherlich noch als Gefahr erkannt werden, aber wie das ganze im Ernstfall ausgehen würde ist eine andere Frage, egal ob man einen Gegner bloß stellen will oder nicht, das spricht auch das Netz dagegen, denn die Leute sind bestens informiert und lassen sich durch die Propaganda allein nicht mehr irritieren, das meinen nur noch jene, die keine andere Strategie besitzen um Gefahren anders zu begegnen und noch mit der alten Holzhammermethode operieren wie anno knipps.

    Die werden doch heutzutage nicht einmal mit Drittweltländern fertig und wo nehmen sie dann die Zuversicht her mit kriegserfahrenen großen Gegnern Schlitten zu fahren, das wird nicht mehr gelingen, es sei denn sie wollen selbst gerupft werden, was dann auch zum Schluß in der Pfanne enden kann. Wenn man nur das jämmerliche interne Schauspiel der letzten Monate in den USA beobachtet hat, dann kann man nicht mehr den Eindruck gewinnen, daß sie die Strategie von Siegern verfolgen, das sind Verzweiflungstäter mittlerweile und sie können nur noch um sich herumschlagen um Eindruck zu schinden und der könnte total daneben gehen, weil sie den Zug der Zeit verschlafen haben und Trump der letzte seiner Gattung war, der dies noch erkannt hat.

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