Konfrontation mit China und Russland: Amerikanische Diplomaten sind überfordert

Das Engagement der Vereinigten Staaten in komplizierten überseeischen Streitigkeiten sollte auf Bereiche beschränkt werden, in denen echte lebenswichtige Interessen auf dem Spiel stehen.

Mit Ausnahme des bevorstehenden Abzugs der US- und NATO-Truppen aus Afghanistan, falls er stattfindet, scheint das Weiße Haus lieber Aggression zur Abschreckung von Gegnern einzusetzen als Finesse.

Der jüngste Schlagabtausch zwischen Außenminister Tony Blinken und dem chinesischen Außenminister Wang Yi bei einem Treffen in Alaska zeigt, dass Peking eine klare Vorstellung von seinen Interessen hat, die Washington zu fehlen scheint.

Blinken leitete den erbitterten Schlagabtausch ein, als er “tiefe Besorgnis über die Handlungen Chinas, einschließlich in Xinjiang, Hongkong, Taiwan, Cyberangriffe auf die Vereinigten Staaten, wirtschaftliche Nötigung gegenüber unseren Verbündeten” anführte. “Jede dieser Aktionen bedroht die auf Regeln basierende Ordnung, die die globale Stabilität aufrechterhält. Das ist der Grund, warum sie nicht nur eine interne Angelegenheit sind und warum wir uns verpflichtet fühlen, diese Themen heute hier anzusprechen.”

Dann drohte er: “Ich habe gesagt, dass die Beziehung der Vereinigten Staaten zu China wettbewerbsorientiert sein wird, wo sie es sein sollte, kooperativ, wo sie es sein kann, und feindselig, wo sie es sein muss”, bevor er hinzufügte: “Ich höre eine tiefe Zufriedenheit darüber, dass die Vereinigten Staaten zurück sind, dass wir wieder mit unseren Verbündeten und Partnern zusammenarbeiten. Ich höre aber auch tiefe Besorgnis über einige der Maßnahmen, die Ihre Regierung ergreift.”

Der chinesische Außenminister reagierte scharf und wies die Andeutungen der USA zurück, dass sie das Recht hätten, sich in die Innenpolitik eines anderen Landes einzumischen: “Ich denke, wir haben zu gut von den Vereinigten Staaten gedacht, wir dachten, dass die US-Seite den notwendigen diplomatischen Protokollen folgen wird.

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Die Vereinigten Staaten haben nicht die Qualifikation zu sagen, dass sie mit China aus einer Position der Stärke sprechen wollen.

Wir glauben, dass es für die Vereinigten Staaten wichtig ist, ihr eigenes Image zu ändern und aufzuhören, ihre eigene Demokratie im Rest der Welt zu fördern.”

Yi hatte einen Punkt.

Ironischerweise glaubt der Großteil der Welt, dass die USA eine größere Bedrohung für echte Demokratie darstellen als China oder Russland.

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Eine Analyse von Philip Giraldi

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2 Kommentare

  1. Die USA zelebrieren den Machiavellismus als Staatsform auf ganzer Linie. – Bislang funktionierte das auch. – Das Britische Empire ist aber inzwischen zerfallen und der Kommunismus hat in Russland und China auch keine Bedeutung im Sinne einer wirksamen Machtstruktur mehr. – Dort herrschen jetzt Oligarchien unterschiedlichster Prägung.
    Chinas Oligarchen dürfen sich inzwischen frei entfalten, solange sie sich im Einklang mit den Vorgaben des Zentralkomitees bewegen, das wiederum sich von Konfuzianischen und Taoistischen Lehren leiten lässt.
    Falls die Yankies nicht zur Besinnung kommen, werden sie die bitterer Erfahrungen machen, dass sich die Welt auch ohne ihr Zutun munter weiter dreht – nur dann halt ohne große Rücksichtnahme auf sie.

    Der Weg ist klar vorgezeichnet, da können sie noch so sehr mit den Armen fuchteln, und der Kadavergehorsam ihrer treuesten Vasallen kann da auch keine Abhilfe mehr bieten.

  2. Die Zeit der US-Amerikaner neigt sich dem Ende zu, was sie im Prinzip selbst mit zu verantworten haben, indem sie China als sogenannte gelbe Gefahr selbst wirtschaftlich gestärkt haben und in die Falle von Deng Xiao Ping hinein gelaufen sind, wie auch die Europäer, weil sie den Hals nicht vollkriegen konnten und die Strategie nicht verstanden haben, die damals dahinter steckte.

    Dieser intelligente Kommunist verfolgte damals die Absicht, sein Land mit Hilfe des Westens in die Moderne zu führen und prompt sind sie darauf hereingefallen, ohne die Langzeit-Auswirkung zu berücksichtigen, was zwischenzeitlich zum eigentlichen Problem wurde und nicht mehr rückgängig zu machen ist.

    Die Doktrien der damaligen chinesischen Führung bestand im Langzeitdenken in einem Zyklus von 50 Jahren, was dem Westen unbekannt ist und heutzutage hecheln sie doch nur den Ereignissen nach und wo sieht man denn hierzulande ähnliche Tendenzen, wo das Endziel der Weg ist und nicht das Ergebnis, was sich immer sehr unterschiedlich in diese Richtung darstellen kann.

    Die Chinesen, aber auch die Russen, die im Windschatten der Ereignisse sich wesentlich weiterentwickelt haben werden von der Landkarte nicht zu tilgen sein und diese Befähigung der leisen Töne, unterlegt mit fester Absicht hat bei beiden den Erfolg gebracht, mal ganz von dem abgesehen, daß es eine alte Binsenweisheit ist, den Besitzstand zu erhalten sich weit schwieriger gestaltet als Besitz neu zu generieren und in diesem Zustand befindet sich nun der gesamte Westen, während die aufstrebenden Länder noch viel hinzugewinnen können und diese Verteilung wird uns noch großes Kopfzerbrechen bereiten.

    Was die Europäer über die Jahrhunderte erobert haben wird ihnen nun unter den Händen zerrinnen, denn sie haben ihre Expansionspolitik nie mit der nötigen Diplomatie ausgestattet, es war reine Gewalt und das verstehen die aufstrebenden Staaten besser, indem sie auch die Welt erobern, aber mit Verständnis nach außen und freundlichen Investitionen, was viel besser ankommt als die alten Taktiken, die ausgedient haben und sogar noch innerhalb der eigenen Fraktion angewandt werden, obwohl die Welt beweist, daß es auch anders geht und das alles ist der Grund, warum sich der Westen auf Dauer selbst auflöst, sofern er nicht die Strategie ändert und mit neuen Methoden seinen eigenen Herrschaftsanspruch verteidigt.

    Im übrigen können die Chinesen warten, bis der Braten in ihrem Interesse serviert wird, das ist auch eine Eigenheit, die sie über 4000 Jahre lang hat bestehen lassen und sie werden auch nicht davon abweichen und der Erfolg gibt ihnen recht und die einzige Gefahr die besteht, kommt von innen um die Massen zu bedienen, von außen werden sie nicht mehr zu schaffen sein, ohne dabei selbst schwerst geschädigt zu werden.

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