Hyperinflation & die Neuordnung des globalen Finanzsystems

Auf den globalen Finanzmärkten stehen die Zeichen auf Sturm. Vor allem die Geldschwemme der Zentralbanken droht eine Hyperinflation zu verursachen.

Von Marco Maier / Geopolitik

Die Industriestaaten sind es seit rund drei Jahrzehnten gewohnt, eine Phase mit relativ niedrigen Inflationsraten zu haben. Doch diese Zeiten neigen sich offensichtlich dem Ende zu. Nach der “Dotcom-Blase” vor zwanzig Jahren und der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 ist das globale Finanzsystem so angeschlagen wie schon lange nicht mehr.

Die Schulden von Staaten, Unternehmen, privaten Haushalten und dem Finanzsektor sind geradezu explodiert, während die Zentralbanken Unsummen an Geld “drucken” und die Kapitalakkumulation bei der Finanzelite noch weiter verstärkt. Die Umverteilung von der Masse hin zu den Eliten beschleunigt sich.

Gleichzeitig sorgt nun die durch die weltweiten Corona-Lockdowns ausgelöste Produktions- und Versorgungskrise für massive Preissteigerungen im Gütersektor. Das billige Geld der Notenbanken lässt gleichzeitig die Preise für Aktien und Immobilien in exorbitante Höhen steigen, die realistisch betrachtet völliger Irrsinn sind. Allerdings ist hier anzumerken, dass die “Corona-Krise” nicht der Grund für die möglicherweise bald stattfindende finanzielle Kernschmelze ist, sondern lediglich eine Art Brandbeschleuniger.

Man muss sich Folgendes vor Augen führen: Steigende Aktienpreise führen zu einem höheren Kostendruck und weitere Rationalisierungen (samt Entlassungen), teurere Immobilienpreise lassen die Mieten deutlich steigen. Eine ungute Konstellation, da für die Massen die Kosten deutlich steigen, während deren allgemeine Einkommensituation schlechter wird.

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Momentan befinden wir uns (gerade in den Vereinigten Staaten, aber auch in der Europäischen Union) auf dem Sprung in Richtung “galoppierende Inflation” mit jährlichen Preissteigerungsraten von 20 Prozent und mehr. Von da aus ist es marktpsychologisch nur mehr ein kleiner Schritt hin zur Hyperinflation.

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Mit wertlosen US-Dollars, Euros und Britischen Pfunds (die die globalen Finanzmärkte dominieren) kommt allerdings auch eine Neuordnung des globalen Finanzsystems. Eine Situation, die vor allem dem chinesischen Yuan (Renminbi) zugute kommen könnte, der bereits seit einigen Jahren Teil des Währungskorbes des Internationalen Währungsfonds (IWF) ist und dessen Anteil daran bald schon aufgestockt werden könnte.

Peking arbeitet schon lange an der Internationalisierung des Yuan und angesichts des Einsatzes des US-Dollars durch Washington als Waffe (für Sanktionen), werden Außenhandelsverträge zwischen China und Handelspartnern wie Russland, dem Iran und anderen Ländern zunehmend in der eigenen Währung abgeschlossen. Wahrscheinlich spielt der Aspekt der drohenden massiven Entwertung der US-Währung hierbei ebenfalls eine Rolle, so dass Peking die chinesischen Unternehmen zumindest diesbezüglich etwas schützen kann, wenn der Dollar crasht.

Allerdings hätte dieser Dollar-Crash (der auch zwangsläufig den Euro mit sich reißen würde) zur Folge, dass die Position von Ländern wie China und Russland (die gerade infolge der vorhergehenden Sanktionen des US-geführten Westens Abkopplungsvorbereitungen trafen) deutlich gestärkt wäre. Eine weitere geopolitische Machtverschiebung weg vom “Westen” hin zum “Osten” ist die logische Konsequenz einer solchen globalen Finanzkrise.

Klar, die Entwertung des US-Dollars hätte auch Auswirkungen auf das Reich der Mitte, zumal die Chinesen aufgrund ihrer Exportüberschüsse nach wie vor enorme Dollarbestände halten – doch selbst ein Totalverlust in diesem Sektor wäre für Peking verkraftbar. Russland selbst hat hingegen die Entdollarisierung der eigenen Wirtschaft ohnehin schon seit Jahren vorangetrieben.

Eine Frage die sich hier stellt ist jedoch: Was kommt nach dem großen Finanzcrash? Sämtliche größeren Zentralbanken arbeiten bereits an einer auf der Blockchain-Technologie basierenden digitalen Währung. Wobei auch hier die Chinesen derzeit die Nase vorn haben.

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Noch ist es unklar, wohin die Reise gehen wird, doch es ist wahrscheinlich, dass das Ergebnis deutlich multipolarer sein wird als das derzeit bestehende US-zentrierte System.

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Ein Kommentar

  1. Jedenfalls sollte man echtes Geld, also Gold und Silber horten. Am besten an einer Stahlbetonwand verscharren, wegen der Metalldetektoren. Keinesfalls ein Tresor, wenn der gefunden wird, wird gefoltert. Bitcoin ist Mist, kann sofort von jeder ReGIERung verboten werden, dann ist es wertlos.
    Zusatzinfos: https://goldswitzerland.com/de/alles-brennt/

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