Britisches Panzerregiment trainiert für NATO-Battlegroup-Einsatz in Estland

Die Briten üben mit Schießübungen mit ihren Panzertruppen in Deutschland für einen NATO-Einsatz in Estland.

Von Rick Rozoff / Antikrieg

Die Übung Tallinn Dawn, die im Ausbildungszentrum Sennelager der britischen Armee in Norddeutschland durchgeführt wird, dient der Ausbildung von 750-800 Soldaten des britischen Royal Tank Regiment für die Übernahme der Kontrolle über die NATO Enhanced Forward Presence Battlegroup in Estland, Russlands Nachbarland an der Ostsee. (Tallinn ist die Hauptstadt von Estland, wo die NATO seit 2014 auf dem Luftwaffenstützpunkt Ämari Mehrzweckkampfflugzeuge für Patrouillen in der Nähe des russischen Kaliningrader Gebiets stationiert hat.)

Die Battlegroup, die im September nach Estland entsandt wird, besteht aus der Dreadnought Squadron des Royal Tank Regiment, die mit dem Challenger 2 Kampfpanzer der dritten Generation ausgerüstet ist, der C Company des Royal Welsh Infantry Regiment, die mit Warrior Schützenpanzern ausgestattet ist, sowie Komponenten der Royal Artillery, Royal Engineers, Royal Army Medical Corps und des Royal Logistic Corps.

Die NATO nennt als Elemente der aktuellen Ausbildung Schießübungen (bei Tag und Nacht) und Feldübungen, an denen Panzer, Infanterie, Artillerie, Pioniere und eine breite Palette von unterstützenden Kapazitäten beteiligt sind. Das heißt, es wird für Kampfeinsätze trainiert. Nicht umsonst werden die baltischen Battlegroups der NATO in Estland, Lettland, Litauen und Polen als Battlegroups bezeichnet. Der britische Beitrag ist Teil der Operation CABRIT, zu der auch 150 britische Soldaten in Polen gehören, die der dortigen NATO-Kampfgruppe unter amerikanischer Führung zugeordnet sind. Estland gehört zu Großbritannien, Litauen gehört zu Deutschland und Lettland gehört zu Kanada.

Auf einer britischen Militärseite heißt es: “Op Cabrit ist eine der wichtigsten Missionen der Armee – sie zielt darauf ab, die Ostflanke der NATO gegen ein zunehmend selbstbewusstes Russland zu verteidigen.”

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Die NATO berichtete, dass die groß angelegte militärische Übung “Spring Storm” (Kevadtorm), die zur Ausbildung der NATO-Battlegroup in Estland eingesetzt wird und an der in diesem Jahr 5.000 estnische und 2.000 Soldaten aus anderen NATO-Staaten teilnahmen, mit einer Woche Schießübungen mit scharfer Munition durch verschiedene Truppengattungen der jeweiligen Streitkräfte abgeschlossen wurde. Laut einer NATO-Pressemitteilung wurden bei den Schießübungen in der ersten Woche dieses Monats “fast alle Arten estnischer und alliierter Waffen abgefeuert”.

In der Mitteilung heißt es weiter: “Das Hauptziel der Übung war es, die Einsatzstruktur der EDF [Estnische Verteidigungskräfte] für die Erfüllung ihrer Aufgaben im Krieg zu trainieren….”.

Estnische, US-amerikanische, britische, französische, polnische und lettische Militärangehörige setzten, wiederum laut NATO-Bericht, schwere Maschinengewehre vom Typ Browning M2, die 23-mm-Flugabwehrkanone ZU-23-2, die Flugabwehrraketensysteme Mistral und Starstreak High Velocity Missile sowie Hellfire-Raketen ein, die von AH-64-Apache-Angriffshubschraubern abgefeuert wurden, wobei die Raketen zur “Zerstörung von fliegenden und seegestützten Zielen” eingesetzt wurden. Die estnische Marine unterstützte die oben genannten Live-Fire-Übungen, indem sie wassergestützte Ziele von einem Kriegsschiff aus in das Zielgebiet schoss.

Aus jeder Perspektive trainiert die NATO das Militär ihrer baltischen Mitglieder für den Krieg. Krieg mit Russland, Krieg mit Weißrussland oder Krieg mit beiden.

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Ein Kommentar

  1. Nur mal zu und die englische Bulldogge gehorcht doch wie immer seinem Herrn, nur mit dem Unterschied, daß sie bei der nächsten Auseinandersetzung weit mehr verlieren können, als damals möglich war und manche lernen halt nie was aus ihren Fehlern und der alte Imperialismus kommt halt immer wieder durch, den man nun schmerzlichst vermißt und wieder alte Zeiten einläuten will, die längst vorrüber sind und allenfalls noch einen Erinnerungswert besitzen.

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