Amerikas reichstes Prozent besitzt 40 Prozent des Reichtums des Landes

In den Vereinigten Staaten ist die Vermögensungleichheit in den letzten Jahren deutlich gestiegen, so eine neue Studie.

Via RT

Amerikas reichste ein Prozent besitzen eine satte 40 Prozent des Reichtums des Landes, wie eine neue Studie ergeben hat. Das Ergebnis markiert eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich in den Vereinigten Staaten.

Die Studie, die von dem Ökonomen Edward N. Wolff verfasst wurde, nutzte Daten aus der bundesweiten Erhebung der Verbraucherfinanzen.

Die Daten zeigten, dass das Vermögen, das das eine Prozent besitzt, seit 2013 um fast drei Prozentpunkte gestiegen ist, von 36,7 Prozent auf 39,6 Prozent. Das ist das größte Vermögen, das die Ein-Prozent-Bürger seit mindestens 1962 besitzen.

Gleichzeitig ist das Vermögen der unteren 90 Prozent gesunken. Das Ergebnis ist, dass das oberste eine Prozent der Haushalte jetzt mehr besitzt als die unteren 90 Prozent zusammen. Die oberen 20 Prozent besitzen 89,9 Prozent des Vermögens.

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Um die Zahlen besser zu verstehen, schlüsselt Wolff die Prozentsätze in Bezug auf das Nettovermögen auf.

Das durchschnittliche Nettovermögen des oberen einen Prozent betrug 2016 26,4 Millionen Dollar. Dem steht ein durchschnittliches Nettovermögen von -8.900 Dollar bei den unteren 40 Prozent gegenüber.

Der prozentuale Anstieg des Nettovermögens von 1983 bis 2016 war für die obersten Vermögensgruppen viel größer als für die niedrigeren in der Verteilung… alles in allem wurden die größten Vermögenszuwächse von den oberen 20 Prozent genossen, insbesondere von den oberen 0,1 [Prozent]”, schrieb Wolff in dem Papier.

Die Zahl repräsentiert eine Ausweitung der Vermögenslücke in den Vereinigten Staaten, wobei Wolff feststellt, dass die Einkommensungleichheit zwischen 1983 und 2016 um 24,5 Prozent gestiegen ist.

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Er schlüsselte auch die Ungleichheit zwischen den Rassen auf und stellte fest, dass das durchschnittliche Nettovermögen weißer Haushalte zwischen 1983 und 2001 um 73 Prozent gestiegen ist. Für schwarze Haushalte stieg es dagegen nur um 31 Prozent.

Der Ökonom ging auch auf die Auswirkungen der Großen Rezession ein und sagte, dass diese “wie ein Tsunami” zuschlug und “afro-amerikanische Haushalte viel härter traf als weiße.” Er merkte auch an, dass junge Haushalte besonders “getroffen” wurden.

Wolffs Ergebnisse kommen nur wenige Wochen nach einem Bericht der Credit Suisse, in dem festgestellt wurde, dass das reichste eine Prozent der Menschen weltweit mehr Geld hat als die ärmste Hälfte der Weltbevölkerung.

Demnach besaß das reichste eine Prozent im Jahr 2008 42,5 Prozent des weltweiten Vermögens.

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Ein Kommentar

  1. Selbst wenn die Vermögenden sich still verhalten wird diese Schräglage irgendwann mal auf sie zurückfallen, spätestens dann wenn der Mittelstand unten durchfällt, der ja bislang noch ganz gut leben kann, wenn auch hochverschuldet und nach dem Sinn der ungleichmäßigen Verteilung fragt, die allerdings erst so richtig Fahrt in den letzten 40 Jahren aufgenommen hat und der Geldfluß umgeleitet wurde, wobei die meisten sich noch mit dem Restwasser zufrieden geben, was aber ganz schnell endet, wenn darin Ebbe ist.

    War früher noch das Handwerk und die Industrie das Grundgerüst einer Gesellschaft, wo viele dabei partizipieren konnten und sich ein allgemeiner Wohlstand verbreitete, so wurde das Geld als Zahlungsmittel für Produktion und Dienstleistung selbst zur Ware erklärt und damit Spekulationsobjekt, was allerdings nur wenigen dient und damit zum Spielball von Interessen wird und der sogenannte Anleger ist ein Monopoly-Spieler, völlig abgekoppelt von der Realwirtschaft und seinen Bedürfnissen und nur darauf aus, die Schaffenskraft und den Erfindungsreichtum anderer auszubeuten zum eigenen Vorteil und sie betrachten sich auch noch als vornehme Finanziers, obwohl sie nur Geld auf den Tisch legen und sich Sorgen darüber machen, ob es sich gelohnt hat oder auch nicht.

    Das ist eine entartete Fiskalpolitik, die das alles erst möglich macht und Handel und Wandel mit sinnvollem Engagement ist immer gut, dient es aber vorzugsweise der übermäßigen Bereicherung, dann ist was schief gelaufen und das wird den Protagonisten irgendwann mal auf die Füße fallen, denn sie sollten die Intelligenz der Bürger nicht unterschätzen, die alles mitkriegen, aber noch nicht das richtige Konzept haben, wie man dagegen vorgehen kann und die Politik als Handlanger der Vermögenden schützt sie noch, was ja nicht heißen muß, daß wir sowjetische Verhältnisse zurück wünschen, sondern eine angemessene Belastung fordern, die eine unsinnige Ungleichheit wenigsten abmildert und die Last gerechter verteilen, denn dann wäre vielen schon geholfen.

    Nicht umsonst buhlen die Lobbyisten weltweit um die Gunst der Politik um diese für ihre Interessen geneigt zu machen, was aber so nicht sein dürfte, wenn man die Demokratie ernst nimmt, denn da hätte jeder seinen zugewiesenen Anteil zu zahlen, ohne wenn und aber und nicht wie derzeit, wo viele sich sogar legal um ihren Beitrag drücken können und der normale Bürger wird ausgequetscht wie eine Zitrone, was ungleich ist und demokratischen Prinzipien widerspricht.

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