G7-Länder eröffnen Informationskrieg mit Russland

Unter der Führung Großbritanniens sollen die G7-Länder einen Informationskrieg gegen Russland führen. Die BBC erhält mehr Geld dafür.

Von Redaktion

Die Außenminister der Gruppe der Sieben (G7) Länder eröffneten ihr erstes persönliches Treffen in London seit zwei Jahren, um die Grundlagen für den Juni-Gipfel zu legen, der dieses Jahr von Großbritannien geleitet wird. Die Abhaltung des G7-Forums in einem Staat, der die unversöhnlichste Position in Bezug auf Russland hat, bestimmte die Tagesordnung des Treffens, schreibt „Kommersant“.

Sieben Jahre nach dem Rauswurf Moskaus aus dem „Klub der westlichen Demokratien“ fordert London die Eröffnung einer weiteren Front im Kampf mit Russland: eine informationelle, die Schaffung kollektiver Mechanismen zur Eindämmung russischer „Propaganda und Desinformation“.

Als Teil der so genannten „Global Britain“-Außenpolitikstrategie, die London nach dem Austritt aus der EU umgesetzt hat, versucht Boris Johnson, die neuen Ambitionen Großbritanniens als unabhängiges globales Machtzentrum in Bezug auf die G7 durchzusetzen, indem er versucht, zwei Probleme zu lösen.

Erstens, um zu zeigen, dass die G7 den Bezug zur Realität hat und in Kontakt mit anderen Weltmächten steht.Zweitens, um zu zeigen, dass die unter Donald Trump verbeulte Einheit der USA und ihrer westlichen Verbündeten wiederhergestellt ist und von einer Einladung an Russland keine Rede sein kann. Außerdem müssen sich die G7-Staaten zusammen mit der neuen Administration von Präsident Biden zusammenschließen, um neue Mechanismen zur Eindämmung Moskaus zu schaffen.

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Der britische Außenminister Dominic Raab hat nicht erklärt, wie solche Mechanismen funktionieren sollen. Allerdings sagte das Außenministerium zuvor, dass der 42-sprachige BBC World Service zusätzliche Mittel in Höhe von 8 Mio. Pfund (rund 9,26 Mio. Euro) erhalten wird. Der britische Plan zur Bekämpfung der „russischen Propaganda“ sieht auch die „Unterstützung unabhängiger Medien“ vor, insbesondere in der GUS.

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Unterdessen ist es laut „Kommersant“ sehr wahrscheinlich, dass die G7-Staaten nicht in der Lage sein werden, sich um Londons „Informationskrieg“ mit Russland zu scharen. Im Gegensatz zu Raab hat US-Außenminister Antony Blinken bereits deutlich gemacht, dass Washington am meisten daran interessiert ist, Russlands Gaspipeline-Projekt Nord Stream 2 zu verhindern, das nach Ansicht der neuen US-Regierung noch immer nicht realisiert werden kann.

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