Dem American Way of War entgegenwirken – Machbarkeitsstudie

“Wenn Sie ein einziges Wort brauchen, um die amerikanische Kriegsführung der letzten anderthalb Jahrzehnte zusammenzufassen, würde ich Schutthaufen vorschlagen.”

Der American Way of War basiert auf drei Annahmen. Seit 1945 sind die USA davon ausgegangen, dass sie die Luftüberlegenheit haben würden: Sie wussten, dass sie gegen die Sowjets darum kämpfen müssten, aber sie gingen davon aus, dass sie sie gewinnen könnten, zumindest in den Gebieten, in denen sie gebraucht würden (lokale Luftüberlegenheit). In Korea gab es einigen Widerstand, aber die USAF konnte ziemlich frei bombardieren. Wikipedia informiert uns, dass sie mehr Bomben auf Korea abwarf als im gesamten Pazifischen Kriegsschauplatz und etwa halb so viele wie im Europäischen Kriegsschauplatz in den Jahren 1941-1945. Nordkorea wurde ausgelöscht: “Wir sind da rübergegangen und haben den Krieg geführt und schließlich jede Stadt in Nordkorea auf die eine oder andere Weise niedergebrannt, und einige auch in Südkorea.” Was natürlich der Hauptgrund ist, warum Nordkorea heute Atomwaffen hat.

Die Bombardierung wurde zum amerikanischen Way of War schlechthin mit immer größeren Abwurftonnagen: Kambodscha erhielt etwa die gleiche Menge wie Korea, Laos etwa dreimal so viel, Vietnam etwa sechsmal so viel. Und die Bombardierung setzt sich bis heute in Washingtons ewigen Kriegen fort. Offiziell sind sie präzise, chirurgisch, sorgfältig ausgewählt: “Die Ziele, die zu zerstören ich beauftragt bin, wurden von den professionellsten Mitgliedern unserer Streitkräfte überprüft, und (ich weiß), dass andere ihren Job genauso ernst nehmen wie ich.” Aber das US-Präzisionsbombardement ist ein “hartnäckiger Mythos” und die Realität sieht ganz anders aus:

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Seit dem Zweiten Weltkrieg hat die U.S. Air Force ihre Definition von “Genauigkeit” von 25 Fuß auf 10 Meter (39 Fuß) gelockert, aber das ist immer noch weniger als der Explosionsradius selbst ihrer kleinsten 500-Pfund-Bomben. Der Eindruck, dass diese Waffen verwendet werden können, um ein einzelnes Haus oder ein kleines Gebäude in einem städtischen Gebiet chirurgisch zu “zappen”, ohne dass es in der gesamten Umgebung zu Verlusten und Todesfällen kommt, ist also sicherlich konstruiert.

Im Endeffekt gibt es keinen Unterschied zu wahllosen Teppichbombardements: “Präzisionsschlag” nach “Präzisionsschlag” nach “Präzisionsschlag” – selbst wenn man annimmt, dass der Geheimdienst, der die “Präzision” steuert, genau ist, was er nicht ist – hinterlässt nichts als Trümmer:

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Eine Analyse von Patrick Armstrong

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3 Kommentare

  1. “Die Kosten eines Krieges sollten kleiner sein, als der zu erwartende Gewinn”, sagte einst SUN TZU.
    Bewertet man die Kriege aus jüngster Zeit, so gelangt man zu der Erkenntnis, dass sich ein WK 3 mit Explosivwaffen am Ende nicht rechnet und unkalkulierbare Risiken mit sich bringt.

    Aus Afghanistan ziehen die Yankees mit ihren Nato Vasallen nach 20 Jahren ohne Beute zurück – was nun aus den im Krieg entstandenen Mohnfelder wird, bleibt offen. Es nun am Ende die Kardinalfrage.

    Der Krieg gegen die Palästinenser hat andere Parameter – mit hunderten von kostengünstigen Raketen wird gezeigt, dass teure Präzisionsraketen auch nicht ihre propagierte Wirkung haben, und am Ende jeder einen Sieg in Anspruch nimmt.

    Ich schätze, dass man zukünftig mit einer fast unsichtbaren Bombe Kriege führen wird – Corona.

    1. Die Corona-Maßnahmen findet man im Folter- und Gehirnwäschehandbuch vollumfänglich wieder. Praktisch ist das Handbuch die Grundlage aller Bundestagsentscheidungen und Gesetzgebung. Man suche mal nach “Biedermann-Diagramm des Zwangs”.

  2. Die Amis hatte die einmalige Chance gleich nach dem 2. Weltkrieg weiter Richtung Osten zu marschieren, wie es der US-General Patton vorgeschlagen hat, aber es seinerzeit abgelehnt wurde.

    Somit wurden durch eine unentschlossene Regierung Falten in Europa geschaffen, die man hätte vermeiden können durch aktives Handeln, weil die Russen nach dem langen Krieg geschwächt waren und einer hochgerüsteten westlichen Armee nicht hätte standhalten können und zumindest wäre dann der Satelittenstatus der Ostländer nicht entstanden und so manches Ungemach verhindert worden.

    Heute wird Rußland nicht mehr zu bezwingen sein, denn das würde nur noch mit eigenen größten Verlusten einher gehen und das ist einfach ein zu großes Risiko und deswegen ist das ganze Kriegsgeschrei nichts anderes als uralte archaische Methode, die völlig im Gegensatz zu den modernen Mitteln steht und doch kommt immer wieder der Neantertaler durch, warum, das kann man nicht erklären.

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