Bricht im Nahen Osten der Frieden aus? Sollten wir MBS danken?

Der Biden-Effekt rüttelt den Nahen Osten auf und zwingt die Feinde, miteinander zu reden. Aber wohin das alles führt, ist für Saudi-Arabien und den Iran noch spannender.

Unvorstellbare Versöhnungen finden in der gesamten Region statt, seit Joe Biden in sein Amt eingeführt wurde und andeutete, dass er “schlechtes Benehmen” der regionalen Führer und den vorherigen Freibrief aus dem Weißen Haus, der mit abscheulichen Menschenrechtsskandalen einherging, nicht mehr tolerieren werde.

Der Mord an Khashoggi wird nicht unter den Teppich gekehrt und vergessen werden. Aber das wird auch die von Trump initiierte Schließung der Grenzen Katars zu den übrigen GCC-Nachbarn nicht sein, ebenso wenig wie die fingierte Krise mit dem Iran.

Wie würden Sie sonst die Spannungen zwischen Saudi-Arabien und dem Iran nennen, insbesondere in den vergangenen vier Jahren während der Trump-Administration? Saudi-Arabien, zusammen mit den VAE und anderen GCC-Ländern, erwartete eine zweite Amtszeit von Trump, in der das, was man hoffte, dass der Iran gezwungen sein würde, seine finanzielle Hilfe für die Hisbollah oder die Houthis im Jemen zurückzuziehen, was nicht eintrat, als Biden sein Amt antrat. Die weitere Entfremdung von Katar und die Tatsache, dass MBS ungeschoren davonkommt, ganz zu schweigen von dem weiter tobenden Krieg im Jemen, wurden von Biden von Anfang an als “Non-Starter” bezeichnet, da er MBS selbst den Vorrang vor dem Iran-Deal gegeben hat.

Und es funktioniert.

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Eine Analyse von Martin Jay

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Ein Kommentar

  1. Im Prinzip ist das Verhalten eigentlich normal und dazuhin eine strategische Angelegenheit, denn Sunniten und Wahabiten sind sich näher als mit der anderen Glaubensgruppe der Schiiten, die sich gespalten haben, vergleichbar mit den Protestanten und Katholiken, was ein abendfüllendes Thema wäre um es zu beschreiben.

    So wie das Schisma in den christlichen Kirchen über zwei Jahrtausende üblich war, hat sich auch der Islam in seiner religiösen Auslegung von einander entfernt, wobei sie sich in einem Punkt alle einig sind und das liegt in der Betrachtung des Koranes, der unantastbar ist und das tägliche Leben bestimmt, was bei uns ja mittlerweile getrennt wurde im Zeichen der Säkularisation und dennoch nicht ganz verschwunden ist, weil alte Herrschaftsansprüche immer noch durchscheinen und von Staat und Kirche so auch hingenommen werden.

    Im Prinzip streiten sich im Nahen Osten drei große Geister um die politische und religiöse Vormachtstellung, die größte Gruppe der Suniten, die persischen Schiiten und die Juden, wobei die Christen als ehemalige Leader in dieser Gegend schon lange nichts mehr zu melden haben.

    Da keine der Gruppen bereit ist, zu weichen bzw. eigene Ansprüche zugunsten aller zu regeln, wird dieses Konglomerat von Widersprüchen weiter stehen bleiben und vermutlich wird das ganze noch in einem Chaos enden und im Gegensatz dazu haben die Christen noch über den Westfälischen Frieden eine Lösung für das Zusammenleben gefunden, was dort sehr schwierig sein wird, weil die Interressenslage sich anders gestaltet und auch durch äußere Einflüsse seit Jahrhunderten gestört wird und es dürfte sehr schwer sein, hier an Übereinkünfte zu glauben, egal wer derzeit wen unterstützt, der ganze rote Halbmond ist schon seit Jahrzehnten in Aufruhr und wurde nur unter den Osmanen mit eiserner Klammer zusammengehalten und kaum waren sie weg, hatten sie die alten Probleme.

    Deshalb auch die Widersprüchlichkeit in Sachen Beurteilung zwischen Saudi-Arabien und der Türkei, obwohl Glaubensbrüder und trotzdem uneins und schwächere Länder werden dann gerne als Schachfiguren benützt und dazu zählt zur Zeit auch Syrien, was geschwächt ist durch die eigenen Potentaten und im Irak und anderswo konnte man es ja auch sehen und wie das alles weitergeht steht in den Sternen, das ist der berühmte neue gordische Knoten und wer den auflöst, der ist ein Weltwunder, was sie ja bis heute nicht annähernd geschafft haben.

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