USA: Demoralisierte Polizei – Massenflucht aus dem Dienst

Immer mehr Polizisten in den USA quittieren den Dienst oder lassen sich frühpensionieren. Sie fühlen sich im Stich gelassen.

Von Marco Maier

Seit dem Tod von George Floyd, der im Zuge einer Verhaftungsmaßnahme starb und dessen Tod einem Polizisten angelastet wurde (obwohl weitere Videoaufnahmen belegen, dass dieser auf der Schulter des Kriminellen kniete und nicht auf dessen Hals oder Brust), wächst der Druck auf die Polizei in den Vereinigten Staaten.

Vor allem Politiker der Demokratischen Partei entziehen den Police Departements zunehmend die Unterstützung und linksextreme “defund the police”-Aufrufe sorgen für eine zunehmende Unterfinanzierung vieler Polizeidienststellen – und für eine sinkende Arbeitsmoral der Polizisten. Die ständigen Anfeindungen durch die Massenmedien tun hierbei ihr Übriges.

So zeigt ein Bericht aus Oregon, dass in den letzten Monaten alleine in Portland 115 ihren Dienst quittierten oder (vorzeitig) in den Ruhestand gingen. In den sogenannten “exit interviews” erklären die Polizisten frank und frei, warum sie dem Polizeidienst den Rücken kehren:

In 31 Austrittsinterviews äußerten sich die Mitarbeiter, die ihren Ausweis abgaben oder in den Ruhestand gingen, brutal offen über ihre Gründe für den Ausstieg.

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“Die Gemeinde zeigt null Unterstützung. Der Stadtrat ist nicht nur dumm, sondern auch rasende Idioten. Außerdem ignorieren der Bürgermeister und der Stadtrat tatsächliche Fakten über Kriminalität und Polizeiarbeit zugunsten linksradikaler und anarchistischer Fantasien. Was noch schlimmer ist, das ppb Kommando (Lt. und darüber) ist arrogant, inkompetent und feige”, schrieb ein pensionierter Detektive.

Ein anderer Beamter, der die Truppe verließ, erklärte, dass er “noch nie eine so niedrige Moral” unter den Offizieren in Portland gesehen habe…

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“Was der Stadtrat getan hat, um die Bereitschaft der Beamten, Polizeiarbeit zu tun, zu schlagen, ist unergründlich,” schrieb er. “Ich habe noch nie eine so niedrige Moral gesehen. Beamte, die mitten in ihrer Karriere gehen und manchmal früher, um zu anderen Behörden zu gehen. Beamte, die in den Ruhestand gehen, obwohl sie länger geblieben wären, wenn die Situation anders gewesen wäre.”

Er sagte, er wusste, dass es Zeit war zu gehen, weil er sich nicht mehr auf die Arbeit freute, die er einst liebte.

“Es macht keinen Spaß mehr, hier zu arbeiten. … Es ist kein Ende in Sicht und das Negative übersteigt bei weitem alles Positive … Ich hasse, was aus Portland geworden ist.

Und nicht nur in Portland ist es so. Auch aus Seattle, vom Seattle Police Department (SPD) kommen ähnliche Berichte:

Über 175 Seiten mit Austrittsgesprächen von mehr als hundert SPD-Beamten, die ihre Gründe für das Verlassen ihres Arbeitsplatzes angeben. Die gleichen handschriftlichen Beschwerden – oft einschließlich der gleichen Formulierung – kann wiederholt gesehen werden. KIRO-7 erhielt die Exit Interviews nach einer öffentlichen Dokument-Anfrage.

Ein Polizist schrieb: “Ich weigere mich, für diesen sozialistischen Stadtrat und dessen politische Agenda zu arbeiten. Es wird letztendlich das Gefüge dieser einst schönen Stadt zerstören.”

Ein anderer scheidender Polizist zitierte: “Eine nicht zu gewinnende Schlacht mit dem Stadtrat. Das wird der Untergang der Stadt Seattle sein.”

Manchmal kann eine politische Entscheidung einen Massenexodus auslösen. In Colorado veranlasste ein neues Gesetz, das von Gouverneur Jared Polis unterzeichnet wurde, über 200 Polizeibeamte dazu, ihre Dienstmarken abzugeben

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Mehr als 200 Polizeibeamte in ganz Colorado haben in den Wochen nach der Unterzeichnung des Gesetzes Senate Bill 217 durch Gouverneur Jared Polis am 19. Juni eine weitreichende Polizeireform in Kraft gesetzt, nach Angaben des Staates, gekündigt oder sind in den Ruhestand gegangen.

Obwohl es unklar ist, wie viele der Trennungen das direkte Ergebnis des neuen Gesetzes – mit seinen markanten Auswirkungen, die die “persönliche finanzielle Haftung für die Handlungen der Beamten umfassen – sind, deuten Interviews mit Polizeichefs und Gewerkschaftsfunktionären darauf hin, dass es eine Reihe von ihnen sind, und die größte Polizeiorganisation des Staates hat eine Umfrage gestartet, um dies herauszufinden.

Das Ergebnis: die Kriminalität nimmt deutlich zu, zumal die schlechte wirtschaftliche Lage infolge der Covid-Lockdowns einerseits zu finanziellen Nöten führte und andererseits immer weniger Polizisten auf den Straßen präsent sind. Für das Sicherheitsgefühl der Menschen ist dies jedoch nicht gerade positiv. Ist es das, was die US-Politik will?

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2 Kommentare

  1. Diese Entwicklung haben wir in Deutschland seit Ende der 90er Jahre. Erst war sie schleichend und seit ca. 10 Jahren ganz offensichtlich. Parallel ging das einher mit der sukzessiven Herabsetzung der Einstellungsvoraussetzungen. Das was blieb und das was dazukam ist keine Polizei mehr.

    Also, im Westen nichts Neues.

  2. Das ist eine amerikanische psychische Krankheit.
    Wenn man Syrien, den Iran, China, Russland und Venezuela nicht zerstören kann, muss man halt den eigenen Staat nehmen, damit der eigene Wunsch befriedigt wird.

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