Ukraine-Konflikt: Türkei bestätigt Eintritt zweier US-Kriegsschiffe ins Schwarze Meer

Ankara hat bestätigt, dass die USA zwei Kriegsschiffe ins Schwarze Meer entsenden werden, um dort der Ukraine Unterstützung zu bieten.

Von Redaktion

Das türkische Außenministerium hat am Freitag bestätigt, dass es die Erlaubnis für US-Kriegsschiffe gewährt hat, die Bosporus- und Dardanellen-Meerengen zu verwenden, um das Schwarze Meer in einem Moment der Spannungen mit Russland über die Ukraine zu betreten. Angesichts der Tatsache, dass die erste Benachrichtigung vor zwei Wochen erfolgte, wird erwartet, dass zwei amerikanische Kriegsschiffe in Kürze in das Schwarze Meer einlaufen werden.

Das Außenministerium sagte in einer Erklärung unter Bezugnahme auf den Vertrag, der die Durchfahrt durch die Meerenge regelt: “Vor 15 Tagen wurde uns über diplomatische Kanäle mitgeteilt, dass zwei US-Kriegsschiffe in Übereinstimmung mit dem Montreux-Abkommen ins Schwarze Meer einfahren werden. Die Schiffe werden bis zum 4. Mai im Schwarzen Meer bleiben.”

Normalerweise kündigen die USA die Entsendung von Kriegsschiffen in das Schwarze Meer 14 Tage vorher an, gemäß dem seit langem bestehenden Vertrag mit der Türkei über die Nutzung des Bosporus, um in die Gewässer zu gelangen.

Und Reuters stellt die Bedeutung des Timings wie folgt fest: “Die Vereinigten Staaten haben die Türkei darüber informiert, dass zwei ihrer Kriegsschiffe durch die türkische Meerenge fahren werden, um bis zum 4. Mai im Schwarzen Meer eingesetzt zu werden, sagte Ankara am Freitag, da Russland seine militärischen Kräfte an der Ostgrenze der Ukraine aufgestockt hat.”

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Am späten Donnerstag hatte ein ungenannter US-Verteidigungsbeamter zu CNN gesagt, die Kriegsschiffe würden “in den nächsten Wochen in einer Show der Unterstützung für die Ukraine eingesetzt werden”. Und weiter: der Einsatz würde “eine spezifische Botschaft an Moskau senden, dass die USA genau beobachten”, so der Bericht.

Wichtig ist, dass all dies nur wenige Tage, nachdem der ukrainische Präsident Volodymyr Zelensky persönlich die NATO aufgefordert hat, ihre Präsenz im Schwarzen Meer sofort zu erweitern, geschieht. Er hatte in einem Telefongespräch mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg gesagt: “Eine solche ständige Präsenz sollte eine starke Abschreckung für Russland sein, das die groß angelegte Militarisierung der Region fortsetzt und die Handelsschifffahrt behindert”, gab der Pressedienst des Präsidenten in einem Readout an.

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Russlands Verteidigungsministerium teilte allerdings bereits am Donnerstag mit, dass man selbst Marinemanöver im Schwarzen Meer durchführen werde und mehr als 10 Marineschiffe aus dem Kaspischen Meer in die Region beordert habe.

Mit dem rivalisierenden Marine-Aufbau vor der Haustür Russlands und der Ukraine und mit der gegenseitigen Anhäufung von Truppen auf beiden Seiten der Grenze… was könnte da schon schief gehen?

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Ein Kommentar

  1. Das kann ja nur eine symbolische und zugleich idiotische Handlung sein, denn ins schwarze Meer einzufahren um Stärke zu zeigen, kommt im Ernstfall einer Iltisfalle gleich, denn da muß man nur den Bosporus durch künstlich erzeugte Schiffswracks blockieren und schon sind sie zum Abschuß freigegeben.

    Diese Art der Machtdemonstration ist das Gehabe von Großmannssucht und hat mit rationalen Überlegungen nichts mehr zu tun und stellt gleichzeitig ein Teil der Ohnmacht dar, in dem sich der Westen bereits befindet und das auch nicht mehr ändern kann, will er nicht selbst schwerste Schäden auf sich nehmen.

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