Die USA verstärken ihre Truppen in Deutschland, statt diese abzuziehen

Aus dem amerikanischen Truppenabzug wird wohl nichts. Vielmehr kommen zusätzliche US-Soldaten nach Deutschland.

Von Redaktion

Die Vereinigten Staaten werden ihre Militärpräsenz in Deutschland um 500 Soldaten aufstocken. Zuvor waren die Deutschen sicher, dass Washington im Gegenteil ein Drittel seines Militärs von seinem Territorium abziehen würde. Der Schritt könnte den Bau der Nord-Stream-2-Pipeline gefährden, schreibt die Iswestija. Nach Meinung der von der Zeitung befragten Experten hängt die Zukunft des Projekts jedoch weitgehend von den russisch-ukrainischen Beziehungen ab, während der Schritt Washingtons sich als symbolisch erweisen könnte.

Washington lehnt Nord Stream 2 strikt ab, weil es befürchtet, dass es sie vom lukrativen europäischen Energiemarkt abschneidet und außerdem die EU-Länder von Moskau abhängig macht, berichtet die Iswestija. Laut der Zeitung bestätigt diese Entscheidung nur, dass sich Bidens Politik bezüglich der Pipeline nicht von Trumps Kurs unterscheidet.

Biden versuche nun aktiv, den Zustand der deutsch-amerikanischen Beziehungen zu verbessern, und Berlin sei sogar mehr daran interessiert, die Partnerschaft mit den Vereinigten Staaten wiederherzustellen als Washington, sagte der stellvertretende Direktor des Zentrums für umfassende europäische und internationale Studien an der Higher School of Economics, Dmitri Suslow, der Zeitung. „Deutschland könnte das Pipeline-Projekt im Falle einer groß angelegten Eskalation in der Ukraine einfrieren“, glaubt der Politikwissenschaftler.

Der leitende Forscher am Institut für Weltwirtschaft und internationale Beziehungen der Russischen Akademie der Wissenschaften Sergej Kislitsyn glaubt, dass die Entscheidung Washingtons, das Kontingent um 500 Personen aufzustocken, nichts weiter als eine attraktive Geste ist. „Die Biden-Administration versucht, ihren Verbündeten zu sagen, dass die Vereinigten Staaten zurückgekehrt sind“, sagte er.

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