Die antichinesische Rhetorik wächst

Offenbar reicht den Transatlantikern in Deutschland Russland als Feindbild nicht aus, auch China gerät zunehmend in den Fokus.

Von Marco Maier

Seit Jahren geht der militärische Aufbau gegen Russland in Europa voran. Die anachronistische NATO hält an der Einkreisung der östlichen Großmacht fest, anstatt sich um ein positives und konstruktives Miteinander zu bemühen. Doch den transatlantischen Elitisten ist das Feindbild Russland offenbar nicht genug. Nun gerät auch China zunehmend in den Fokus.

Nachdem bereits NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg auf die Anti-China-Trommeln schlug und erklärte, die transatlantische Militärallianz müsse sich auch verstärkt um China kümmern, sorgen nun die US-Lakaien in Deutschland für entsprechende Stimmungmache.

Transatlantik-Koordinator Peter Beyer (CDU) wünscht sich Deutschland und Europa an der Seite der USA, um sich deutlich gegen China zu stellen. “Wir müssen nicht nur in Europa und im Mittelmeerraum im Zweifel ordnend eingreifen, sondern auch die USA im Südchinesischen Meer unterstützen”, sagte er der “Rheinischen Post”. Und weiter: “Geopolitisch ist es wichtig, dass die Handelswege offenbleiben und China seine Macht nicht ausdehnt.” Deutschland werde deshalb im Sommer eine Fregatte in den indo-pazifischen Raum entsenden.

Beyer forderte stärkere Beiträge Europas im transatlantischen Verhältnis. “Europa muss erwachsen werden – und die Lastenteilung mit den amerikanischen Freunden ernst nehmen.” Damit macht er klar, dass Deutschland weiter für US-Interessen aufrüsten soll.

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Der CDU-Bundestagsabgeordnete zeigte sich zugleich erleichtert über die Entscheidung von US-Präsident Biden, die US-Truppen aus Deutschland nicht abzuziehen, sondern diese vielmehr um weitere 500 US-Soldaten aufzustocken. “Das ist ein starkes Signal der USA, das neues transatlantisches Vertrauen schafft.” Die Stationierung von US-Truppen in der Mitte Europas sorge für Sicherheit und relativen Wohlstand auf unserem Kontinent. “Wenn Europa und die USA uneinig, hilft das nur den Systemrivalen in Peking und Moskau”, sagte Beyer.

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Und weiter: “Die transatlantische Partnerschaft ist in der Tat zurück.” Man arbeite von Tag eins an gut und eng mit der Biden-Administration zusammen. “Die neue Regierung denkt und handelt faktenbasiert – das ist ein großer Unterschied zu Donald Trump. Der Ton gegenüber China und Russland ist klar und konfrontativ, aber nicht überzogen.”

Auch FDP-Außenpolitiker Alexander Graf Lambsdorff (ein Atlantik-Brücke-Mitglied) forderte mehr europäisches Engagement. Lambsdorff sagte den Redaktionen: “Europa muss zu einer stärkeren gemeinsamen Außenpolitik kommen, auch vor eigenen Haustür wie etwa in Nordafrika mehr tun und bei den militärischen Fähigkeiten aufholen. Deutschland und Europa haben teilweise massive Defizite bei der Luftraumüberwachung, bei der Satellitenkommunikation und beim strategischen Lufttransport. Der Dauermangel bei Hubschraubern ist ein Trauerspiel.”

Es geht also in die Richtung mehr militärischer Aufbau gegen Russland und China zur Unterstützung der Amerikaner, anstatt sich für eine konstruktive Rolle in einer zunehmend multipolaren Welt zu entscheiden. Zumindest so lange, wie man die klar transatlantisch orientierten Parteien und Politiker in die Regierungsverantwortung wählt, wird sich daran auch nichts ändern. Bald schon wird Deutschland nicht mehr am Hindukusch, sondern im Südchinesischen Meer verteidigt. Ist dies das, was die Deutschen wirklich wollen?

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2 Kommentare

  1. Ich kann mir es nicht vorstellen, dass dies die Deutschen wirklich wollen. Die Deutschen werden wie immer dumm gehalten, damit sie die Tragweite nicht erkennen. Diese Mietmaeuler wie AKK, Lambsdorff, Stoltenberg und jetzt auch Beyer wissen gar nicht was auf sie zukommt wenn sie das Maul zu weit aufreissen. So ein dummes Schiffchen im Südchinesischen Meer rumschippern zu lassen ist mehr als laecherlich. Die sollen aufpassen, dass ihnen kein Schiff der chinesischen Kuestenwache entgegen kommt und den Kuckuck aufs Steuerrad klebt.

  2. Seewege offenhalten, das alte Totschlagargument um sich selbst Vorteile zu verschaffen und eine Legitimation für fragwürdige Aktionen zu bekommen.

    Das wissen natürlich die Chinesen auch und deshalb die Bemühungen der Seidenstraße, wo der Westen keinen Einfluß mehr darauf hat und der neue Heiland der USA, wird ja in altbewährter Weise hochgejubelt und ist China gegenüber genauso ohnmächtig wie sein Vorgänger, denn deren Stellung werden sie nicht mehr ankratzen können, es sei denn sie versuchen es mit Gewalt, was aber völlig unberechenbar wäre und da sollten sie besser die Finger davon lassen.

    Die Tragik an dieser ganzen Schmierenkomödie ist die Tatsache, daß sie selbst maßgeblich aus der Geldgier heraus an der Entwicklung Chinas beteiligt waren und nun ihre eigenen Fehler erkennen und nicht wissen, wie sie es korrigieren können.

    Dabei verfallen sie gerne wieder auf ihre alten Methoden zurück, mit Rumtata und Täterä und ihre Satrapen müssen mit ins Horn blasen, die genauso dämlich sind, wie ihre Herren jenseits des Atlantiks, was aber die Chinesen von ihren Absichten nicht mehr abhalten wird, weil sie die besseren Strategen sind, nach dem Motto, alles ist nützlich was hilft und hätten die Amis ähnlich gedacht, dann wären sie heute nicht in dieser mißlichen Situation.

    Muskeln sind nicht alles, wenn der Verstand nach unten gerutscht ist und die Chinesen werden nicht mehr zu reduzieren sein, weil sich der Westen auch schon finanziell und wirtschaftlich sich in großer Abhängigkeit befinden und das wird verschleiert um noch den großen Maxen heraushängen zu können, was sie schon längere Zeit nicht mehr sind.

    So holt sich China alles zurück und korrigiert alte Fehler um wieder das zu werden was sie jahrhundertelang waren und die Karten werden neu verteilt, was derzeit für das Reich der Mitte garnicht so schlecht aussieht.

    Der Versuch der Globalisten, über den WWF das Rad der Geschichte über den Great Reset drehen zu können wird mißlingen, denn dazu gehören alle auf dieser Welt und China wird sicherlich spaßeshalber mitmachen, sich aber nicht dabei verbiegen, wenn es um eigene Interessen geht und auch in dieser Hinsicht werden sie nicht verstanden, weil sie eben völlig anders ticken und ihre Beteuerung die wahren Absichten verschleiern um nicht Projektion zu werden, bevor sie ihre Machtstellung gefestigt haben.

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