Desaströser Lockdown: „Tickende Zeitbombe“ bei Insolvenzen

Scharfe Kritik an Merkels Lockdown-Politik kommt vom Niedersachsenmetall-Chef. Ihre Planlosigkeit sorge für Insolvenzen und massive Probleme.

Von Redaktion

Niedersachsenmetall-Chef Volker Schmidt warnt vor drastisch steigenden Insolvenzzahlen in der Wirtschaft. Im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) sagte er: „Dass die Bundesregierung mit Tunnelblick das wachsende Insolvenzrisiko vieler Betriebe offenkundig ausklammert, bereitet mir mittlerweile große Sorge. Durch die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht wird das Problem im Grunde genommen nur kaschiert. Faktisch tickt hier eine Zeitbombe, und das Risiko, dass sie hochgeht, wird von Tag zu Tag größer.“

Das könne auch Auswirkungen auf das Finanzsystem haben, warnt Schmidt weiter. „Wie viele faule Kredite schlummern in den Bilanzen der Banken? Und haben die Banken dafür ausreichend Rückstellungen gebildet? Diese Fragen werden derzeit überhaupt nicht diskutiert. Das ist beunruhigend, denn sie betreffen mindestens das gesamte europäische Finanzsystem.“

Grundsätzlich ist Schmidt mit dem Corona-Kurs der Bundesregierung unzufrieden. Für die Androhung einer Testpflicht für Unternehmen zum Beispiel hat er kein Verständnis. „Es ist schon bemerkenswert, wie die Bundeskanzlerin die umfangreichen Maßnahmen ignoriert, die die Unternehmen selbst und zu hohen Kosten ergreifen. Ich denke, die CDU/CSU muss höllisch aufpassen, dass der Keil zwischen Bundesregierung und Wirtschaft durch Forderungen wie eine Testpflicht nicht noch größer wird, als er ohnehin schon ist.“

Die vorgesehenen kommunalen Modellprojekte in Niedersachsen hingegen lobt Schmidt. Das sei der richtige Weg. „Das ist ein mutiges Unterfangen, aber es wird extrem wichtige Hinweise darauf geben, wie eine umsichtige Lockerungsstrategie aussehen kann. Wenn Frau Merkel diesen Modellprojekten jetzt einen Riegel vorschieben will, wäre das bedauerlich, würde aber zum planlosen Agieren der Bundeskanzlerin passen.“

Loading...
Teilen Sie diesen Artikel:
Lesen Sie auch:  Kinderschutzbund: Der Lockdown hat dramatische Folgen für die Entwicklung der Kinder

Wir brauchen ihre Unterstützung!

Liebe Leser, wenn Sie keine Premiumartikel lesen möchten, aber uns dennoch unterstützen wollen, dann können sie das auch mit einer Spende auf unser Bankkonto tun. Fragen Sie per eMail: [email protected] nach den Bankdaten oder übersenden Sie einen Unterstützungsbeitrag einfach per Paypal. Danke für Ihre Hilfe!

Loading...

4 Kommentare

  1. In dieser Zeit unbeschränkten Gelddruckens ist das keine Affäre. Die Banken wickeln insolvente Unternehmen ab, und der Staat „rettet“, also verstaatlicht die Banken.
    Kommunismus.
    Wo ist das Problem??

      1. Das Wesen des Sozialismus/Kommunismus ist es, ALLE Produktionsmittel in staatliche Hand zu geben. Private Banken, die Gelder für „private“ Geschäftsideen ausgeben, vertreten nicht den „wahren“ Sozialismus.
        Buchtipp: „Sozialismus, die gescheiterte Idee, die niemals stirbt.“ von Kristian Niemietz

        1. Ich weiß, was Sozialismus ist. Und wenn Sie das auch wissen, warum behaupten Sie dann, bankrotte Banken zu verstaatlichen, sei Kommunismus?

          Diese neurechten Parolen, alles DDR, alles Kommunismus, lenken vor allem vom Wesen des hiesigen Problems ab. Sie schieben es auf ein völlig falsches ideologisches Gleis. Was gestern noch wie ein skurriler Spleen wirkte, ist zu dem ernsthaftesten Problem für die Demokratie überhaupt geworden.

          Turbokapitalismus und Kommunismus sind inkompatible, deshalb stand die Mauer. Der Osten hatte bestimmt keine Angst, daß das Kapital bankrotte Firmen privatisieren würde, er hatte Angst, daß die gutlaufenden Zweige in private Hand kommen.

          Die Prioritäten im Kommunismus waren wie hier Wissenschaft und Wirtschaft. Und auch der Kommunismus braucht wirtschaftliche Effizens alleine für seinen Fortbestand schon deshalb, damit es keine Aufstände gibt.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.